Al­t­hus­mann treibt Di­gi­ta­li­sie­rung vor­an

Wirt­schafts­mi­nis­ter treibt Di­gi­ta­li­sie­rung vor­an und nimmt Kom­mu­nen in die Pflicht

Bramscher Nachrichten - - VORDERSEITE - Von Hans Be­ge­row und Lars Laue

OL­DEN­BURG Nie­der­sach­sens Wirt­schafts­mi­nis­ter Bernd Al­t­hus­mann (CDU) will die Di­gi­ta­li­sie­rung in Nie­der­sach­sen vor­an­trei­ben. Die­se wer­de die Ge­sell­schaft in den kom­men­den Jah­ren mas­siv ver­än­dern, sag­te er im Interview mit un­se­rer Re­dak­ti­on.

Wirt­schafts- und Ver­kehrs­mi­nis­ter Bernd Al­t­hus­mann (CDU) sieht er­heb­li­chen Nach­hol­be­darf bei der Di­gi­ta­li­sie­rung. Im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on ver­rät er, dass er sich ei­ne er­neu­te Kan­di­da­tur für das Mi­nis­ter­prä­si­den­ten­amt vor­stel­len kann.

Herr Al­t­hus­mann, vo­ri­ge Wo­che ha­ben Sie den Mas­ter­plan Di­gi­ta­li­sie­rung vor­ge­stellt. Nie­der­sach­sen will dem­nach bis 2021 ein lü­cken­lo­ses, leis­tungs­fä­hi­ges Mo­bil­funk­netz schaf­fen und bis 2025 al­le Haus­hal­te mit schnel­lem In­ter­net ver­sor­gen. Ist das nicht et­was über­am­bi­tio­niert? Wir wer­den uns sehr an­stren­gen müs­sen, die­se Zie­le zu er­rei­chen. Aber wer sich kei­ne Zie­le setzt, hat schon ver­lo­ren. Die Di­gi­ta­li­sie­rung wird un­se­re Ge­sell­schaft und un­ser Ar­beits­le­ben in den nächs­ten Jah­ren mas­siv ver­än­dern. Wir in­ves­tie­ren ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro Lan­des­geld in den Aus­bau von Breit­band- und Gi­ga­b­itIn­fra­struk­tur, in den Aus­bau des Mo­bil­funk­net­zes und auch des W-Lans in al­len öf­fent­li­chen Ge­bäu­den, so­wie in die Di­gi­ta­li­sie­rung von Ge­sell­schaft, Wirt­schaft und Wis­sen­schaft. In der Stadt Ol­den­burg ha­ben wir Über­tra­gungs­ra­ten von 50 Mbit/s bei 93 Pro­zent, 100 Mbit/s bei 86 Pro­zent und ein Gi­ga­bit/s bei 44 Pro­zent der Haus­hal­te. Im Land­kreis Ol­den­burg al­ler­dings ist die Si­tua­ti­on deut­lich schlech­ter. 50 Mbit/s ha­ben 72 Pro­zent, 100 Mbit/s 61 Pro­zent, und die Gi­ga­b­it­fä­hig­keit liegt gera­de mal bei ei­nem Pro­zent, lan­des­weit üb­ri­gens bei rund vier Pro­zent. Da­mit es zü­gig mit dem Breit­band­aus­bau vor­an­geht, wer­den wir auch der Stadt und dem Land­kreis Ol­den­burg zwei Mil­lio­nen Eu­ro zur Ver­fü­gung stel­len.

Das al­les soll in so kur­zer Zeit, wie von Ih­nen im Mas­ter­plan skiz­ziert, funk­tio­nie­ren?

Ich ge­he fest da­von aus, dass wir die Zie­le, die wir uns ge­setzt ha­ben, er­rei­chen kön­nen, wenn wir zu schnel­le­ren Pla­nungs- und Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren kom­men und wenn wir zü­gig in die För­der­stra­te­gie des Bun­des und des Lan­des ein­stei­gen. Letzt­lich liegt die Um­set­zung der Stra­te­gi­en bei den Kom­mu­nen, denn die sind am nächs­ten dran. Und fest steht, dass wir er­heb­li­chen Nach­hol­be­darf ha­ben. Am 7. Sep­tem­ber steht Ih­re Wie­der­wahl zum Par­tei­chef beim Lan­des­par­tei­tag an. Mei­nen Sie, Sie be­kom­men ei­nen Denk­zet­tel?

Wir ha­ben nach der knapp ver­lo­re­nen Wahl ei­ne of­fe­ne und ehr­li­che Wahl­ana­ly­se vor­ge­nom­men. Be­kannt­lich ha­ben wir Rot-Grün ab­ge­löst und la­gen am En­de nur knapp hin­ter der SPD. Ich glau­be, dass die gro­ße Mehr­heit der Par­tei­mit­glie­der das rich­tig ein­zu­ord­nen weiß. Es ist im­mer schwer, ge­gen ei­nen Amts­in­ha­ber an­zu­tre­ten. Und fest­zu­hal­ten bleibt, dass wir mit fünf CDU-Mi­nis­tern jetzt mit in der Re­gie­rung sit­zen, ei­nen or­dent­li­chen Job ma­chen und uns mit un­se­rem Ko­ali­ti­ons­part­ner SPD auf Au­gen­hö­he be­geg­nen.

98,6 Pro­zent wa­ren es 2016 bei Ih­rer Wahl zum CDU-Lan­des­chef.

„Da­mit rech­ne ich die­ses Mal nicht. Der Zau­ber des An­fangs in der da­ma­li­gen Auf­bruch­pha­se mag ver­flo­gen sein. Aber die CDU in Nie­der­sach­sen weiß, dass wir nur durch Ge­schlos­sen­heit un­ser Ziel er­rei­chen kön­nen, 2022 wie­der stärks­te Kraft im Land zu wer­den.

Aber die „9“soll­te am En­de schon vor­ne ste­hen, oder? Ich bin sehr zu­ver­sicht­lich, dass die gro­ße Mehr­heit der Par­tei­tags­de­le­gier­ten ei­ne klu­ge Ent­schei­dung fäl­len wird.

Und dann ge­hen Sie 2022 er­neut ins Ren­nen um das Mi­nis­ter­prä­si­den­ten­amt? Die Ent­schei­dung dar­über liegt bei der Par­tei. Sie muss min­des­tens ein Jahr vor­her ei­nen auf Wahl­sieg aus­ge­rich­te­ten Per­so­nal­vor­schlag ma­chen. Ich glau­be, dass die Par­tei sich das mit mir vor­stel­len kann – ich kann mir das je­den­falls auch vor­stel­len. In­so­fern wer­den Herr Weil und ich uns mög­li­cher­wei­se ein zwei­tes Mal im Wahl­kampf be­geg­nen.

Wort­füh­rer im O-Ton: Mehr Ge­sprä­che auf noz.de/interview

Foto: dpa/Ju­li­an Stra­ten­schul­te

Gro­ße Zie­le: Wirt­schafts­mi­nis­ter Bernd Al­t­hus­mann will sie um­set­zen.

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