6000 Vi­deo­ka­me­ras in deut­schen Bahn­hö­fen

Bramscher Nachrichten - - POLITIK - Von Dirk Fis­ser

OS­NA­BRÜCK An deut­schen Bahn­hö­fen sind im ver­gan­ge­nen Jahr 1943 De­lik­te mit­hil­fe von Vi­deo­über­wa­chung auf­ge­klärt wor­den. Das geht aus ei­ner Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf An­fra­ge der Links­frak­ti­on her­vor.

Häu­figs­te auf­ge­zeich­ne­te Straf­tat 2017 wa­ren Kör­per­ver­let­zun­gen mit 789 De­lik­ten. Da­hin­ter fol­gen Dieb­stahl (295) und Sach­be­schä­di­gung (99). Laut Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­um sind 6000 Ka­me­ras an 900 Bahn­hö­fen im Bun­des­ge­biet in­stal­liert. Im Zu­ge ei­nes Zehn-Jah­res­Pro­gramms zum Aus­bau der Tech­nik sei­en bis­lang 40 Mil­lio­nen Eu­ro in Über­wa­chungs­tech­nik in­ves­tiert wor­den; 25 Mil­lio­nen Eu­ro durch die Bahn und 15 Mil­lio­nen Eu­ro durch den Bund, heißt es.

Das In­nen­mi­nis­te­ri­um äu­ßert sich in der Ant­wort auch zum Pi­lot­ver­such ei­ner bio­me­tri­schen Über­wa­chung, der der­zeit am Ber­li­ner Bahn­hof Süd­kreuz statt­fin­det. Da­bei wird die au­to­ma­ti­sier­te Er­ken­nung von Ge­sich­tern ge­tes­tet. Die ers­te Test­pha­se war am 31. Ju­li aus­ge­lau­fen. „Nach Ein­schät­zung der Bun­des­po­li­zei er­ge­ben sich be­reits po­si­ti­ve Rück­schlüs­se für den po­li­zei­fach­li­chen Nut­zen der Ge­sichts­er­ken­nungs­sys­te­me“, heißt es vom In­nen­mi­nis­te­ri­um. Ab Ok­to­ber star­tet die zwei­te Pha­se des Ver­suchs. Da­bei soll es um das au­to­ma­ti­sier­te Er­ken­nen von hilf­lo­sen Per­so­nen oder her­ren­lo­sem Ge­päck ge­hen.

Lin­ken-Ab­ge­ord­ne­ter Nie­ma Mo­vas­sat warf CSU-In­nen­mi­nis­ter Horst See­ho­fer vor, mit dem Aus­bau der Vi­deo­über­wa­chung Schrit­te in den Über­wa­chungs­staat zu ge­hen. „Wir brau­chen statt­des­sen ei­nen um­fas­sen­den Schutz der Grund­rech­te“, sag­te Mo­vas­sat. „Ein star­ker So­zi­al­staat, Prä­ven­ti­ons­ar­beit und mehr Per­so­nal bei der Po­li­zei und Jus­tiz sind ein bes­se­rer Ga­rant für die Si­cher­heit als je­de Vi­deo­ka­me­ra, hier wä­re da­her das Geld bes­ser in­ves­tiert ge­we­sen.“

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