Die Zei­ten ha­ben sich ge­än­dert

Top-Spiel un­ter an­de­ren Vor­zei­chen: THW Kiel bei den Lö­wen un­ter Druck

Bramscher Nachrichten - - SPORT - Dpa

MANN­HEIM Die Aus­gangs­la­ge war mal ei­ne an­de­re. Es gab im deut­schen Hand­ball Zei­ten, da war der THW Kiel das Maß al­ler Din­ge. Zwi­schen 2000 und 2015 ge­wann der THW zwölf Meis­ter­schaf­ten und sorg­te in die­ser Pe­ri­ode min­des­tens zwei­mal für gro­ßen Frust bei den RheinNeckar Lö­wen, weil er den Ba­de­nern 2014 und 2015 kurz vor Schluss den Ti­tel weg­schnapp­te. Vor dem er­neu­ten Auf­ein­an­der­tref­fen der bei­den Spit­zen­teams an die­sem Sams­tag (18.10 Uhr/ARD) in Mann­heim ha­ben sich die­se Zei­ten längst ge­än­dert.

Zwei deut­sche Meis­ter­schaf­ten ste­hen mitt­ler­wei­le in der Ver­eins­chro­nik der Lö­wen. Die Kie­ler da­ge­gen hat­ten mit der Ver­ga­be der ver­gan­ge­nen drei Sil­ber­scha­len kaum et­was zu tun, was letzt­mals zu Be­ginn der 90er-Jah­re vor­ge­kom­men war. „Das ist ein ex­trem wich­ti­ges Spiel für uns“, sagt Trai­ner Al­f­red Gis­la­son. Der Druck auf die Mann­schaft des Is­län­ders ist vor der Par­tie bei den Lö­wen aber nicht nur aus die­sem Grund groß.

Denn auch in der ak­tu­el­len Spiel­zeit hat der THW in neun Spie­len be­reits zwei­mal ver­lo­ren. Geht auch der Aus­wärts­trip in die Mann­hei­mer SAP-Are­na schief, wür­de sich der Ab­stand zum noch un­be­sieg­ten Ta­bel­len­füh­rer SG Flens­burg-Han­de­witt schon früh wei­ter ver­grö­ßern. Das al­les passt über­haupt nicht zum Selbst­ver­ständ­nis des stol­zen Re­kord­meis­ters, den ei­ne knap­pe Mehr­heit der Bun­des­li­ga-Trai­ner vor der Sai­son zum Top­fa­vo­ri­ten auf den Ti­tel er­klärt hat­te.

Den bes­se­ren Start leg­ten nicht nur Ti­tel­ver­tei­di­ger Flens­burg, son­dern auch die Lö­wen hin. Die Mann­schaft von Trai­ner Ni­ko­laj Ja­cob­sen hat in der Bun­des­li­ga noch nicht ver­lo­ren, al­ler­dings auch erst sie­ben Spie­le ab­sol­viert. Ge­winnt der vor der Sai­son deut­lich ver­stärk­te Po­kal­sie­ger am Sams­tag, wür­de er in der Ta­bel­le trotz­dem wie­der am THW vor­bei­zie­hen. „Ge­gen Kiel sa­hen wir in den letz­ten Jah­ren zu Hau­se im­mer gut aus“, sag­te Spiel­ma­cher An­dy Schmid.

Die Vor­aus­set­zun­gen, dass das so bleibt, sind aus Sicht des Meis­ters von 2016 und 2017 nicht die schlech­tes­ten. Zwar dürf­ten auch die Kie­ler dank ih­rer Se­rie von zu­letzt fünf Bun­des­li­ga-Sie­gen in Se­rie selbst­be­wusst an­tre­ten. Aber der THW kommt auch mit dem Wis­sen, sei­ne bis­he­ri­gen bei­den Spie­le ge­gen Top-Geg­ner in die­ser Sai­son ver­lo­ren zu ha­ben. So­wohl in Flens­burg als auch beim Ta­bel­len­zwei­ten SC Mag­de­burg setz­te es be­reits Nie­der­la­gen für den Re­kord­meis­ter. Auch das pass­te über­haupt nicht zum Selbst­ver­ständ­nis des THW. Aber die Zei­ten ha­ben sich ge­än­dert.

Fo­to: im­a­go/Eib­ner

An­ge­spannt: THW-Trai­ner Al­f­red Gis­la­son.

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