Gly­pho­sat beim Men­schen wahr­schein­lich krebs­er­re­gend

Bramscher Nachrichten - - DIALOG -

Zum Ar­ti­kel „Gly­pho­sat in Hun­de- und Kat­zen­fut­ter nach­ge­wie­sen“(Aus­ga­be vom 29. Ok­to­ber) er­hiel­ten wir fol­gen­de Zu­schrift von Rolf Brink­mann, eco­vil­la­ge e. V.

„Es ist nicht über­ra­schend, dass Gly­pho­sat nun auch in Hun­de- und Kat­zen­fut­ter nach­ge­wie­sen wur­de, be­fin­det es sich doch auch in fast al­len Le­bens­mit­teln. Auch in Bier und so­gar in der Mut­ter­milch wur­de das Pes­ti­zid nach­ge­wie­sen. 80 Pro­zent der Deut­schen ha­ben Gly­pho­sat im Urin.

Die Grün­de hier­für sind, dass ein­mal Acker­flä­chen mit dem Gift ge­spritzt wer­den, fer­ner Tier­pro­duk­te des­we­gen be­las­tet sind, da im­por­tier­tes Tier­fut­ter oft gen­tech­nisch ver­än­dert und des­we­gen mit Gly­pho­sat be­han­delt ist. Lei­der hat der Jah­res­ver­brauch von Gly­pho­sat in der Land­wirt­schaft in Deutsch­land un­ver­ständ­li­cher­wei­se von 2016 auf 2017 um 900 Ton­nen auf 4700 Ton­nen oder 24 Pro­zent zu­ge­nom­men.

We­sent­lich wer­den die bei­ge­füg­ten Pe­ne­tra­ti­ons­mit­tel, da­mit das Pes­ti­zid in die Pflan­zen ein­dringt, als Krank­heits­er­re­ger aus­ge­macht. Fer­ner wird die Am­pa ge­nann­te to­xi­sche Ab­bau­stu­fe des Mit­tels bei Ver­su­chen nicht be­rück­sich­tigt. Un­ver­ständ­lich ist, dass die täg­li­che Auf­nah­me von Gly­pho­sat für Men­schen von 0,3 Mil­li­gramm je Ki­lo Kör­per­ge­wicht auf 0,5 Mil­li­gramm er­höht wur­de. Letzt­lich be­weist das Ur­teil ei­nes ka­li­for­ni­schen Ge­richts, wenn auch die Ent­schä­di­gung für den krebs­kran­ken Haus­meis­ter, der oft mit Gly­pho­sat ge­ar­bei­tet hat, von 289 Mil­lion­nen Dol­lar im zwei­ten Ur­teil um 200 Mil­lio­nen Dol­lar re­du­ziert wur­de, dass das Pes­ti­zid krebs­er­re­gend ist.

Ei­ne er­heb­li­che An­zahl von Krebs­fäl­len bei Men­schen, die in Län­dern in Süd­ame­ri­ka in der Nä­he von Fel­dern woh­nen, die in­ten­siv mit dem Mit­tel ge­spritzt wer­den, be­weist die Ge­fähr­lich­keit von Gly­pho­sat. Fer­ner sind aus­ge­wie­se­ne Ex­per­ten wie der ame­ri­ka­ni­sche Krebs­for­scher Chris­to­pher Por­tier der An­sicht, dass das Pes­ti­zid die Krank­heit tat­säch­lich aus­lö­sen kann. Un­ab­hän­gig da­von, wird Gly­pho­sat auch für ei­ni­ge an­de­re Krank­hei­ten ver­ant­wort­lich ge­macht.

Die In­ter­na­tio­na­le Agen­tur für Krebs­for­schung hat Gly­pho­sat beim Men­schen als wahr­schein­lich krebs­er­re­gend ein­ge­stuft, bei Tie­ren je­doch als tat­säch­lich krebs­aus­lö­send. Wenn Ef­sa (Eu­ro­päi­sche Be­hör­de für Le­bens­mit­tel­si­cher­heit) und BfR (Bun­des­in­sti­tut für Ri­si­ko­be­wer­tung) das Pes­ti­zid als ,nicht akut ge­sund­heits­ge­fähr­dend‘ an­se­hen, mag dies da­mit zu­sam­men­hän­gen, dass Ex­per­ten die­ser In­si­tu­tio­nen nicht sel­ten auch für Che­mie­fir­men ge­ar­bei­tet ha­ben.

Tat­säch­lich wur­de be­kannt, dass das BfR im Zu­sam­men­hang mit der Zu­las­sung des Pes­ti­zids von Her­stel­ler­fir­men ab­ge­schrie­ben hat. In der Na­tur rich­tet Gly­pho­sat in­so­fern Scha­den an, als dass es In­sek­ten tö­tet, wo­durch Vö­gel ih­rer Nah­rung be­raubt wer­den und eben­falls ver­en­den. Auch Bo­den­le­be­we­sen wer­den durch den Ein­satz des Pes­ti­zids re­du­ziert.

Ins­ge­samt ist es un­ver­ständ­lich, dass Bay­er den Gy­pho­sat-Her­stel­ler Monsan­to ge­kauft hat. Vor dem Hin­ter­grund von über 8000 an­hän­gi­gen Kla­gen hin­sicht­lich Scha­den­er­satz we­gen Krank­hei­ten durch das Pes­ti­zid in den USA ist es nicht ver­wun­der­lich, dass der Bör­sen­wert der Le­ver­ku­se­ner Fir­ma ak­tu­ell um sa­ge und schrei­be 21 Mil­li­ar­den Eu­ro ab­ge­nom­men hat.“

Rolf Brink­mann Os­na­brück

Fo­to: dpa/Ste­ven Lüdtke/Fo­rum Mo­der­ne Land­wirt­schaft

Ein Trak­tor fährt über ein Feld und bringt Gly­pho­sat aus.

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