Neue Brü­cke am Lot­ter Kreuz: Das gro­ße Ver­kehrs­cha­os blieb aus

Neue Brü­cke aus 22 Fer­tig­bau­tei­len zu­sam­men­ge­setzt / Nur klei­ne­re Staus am Wo­chen­en­de

Bramscher Nachrichten - - VORDERSEITE - Fo­to: Gert West­dörp

Aus 22 je­weils 100 Ton­nen schwe­ren Fer­tig­bau­tei­len ha­ben Ar­bei­ter am Wo­chen­en­de die nörd­li­che Plat­te der neu­en A-30-Brü­cke am Lot­ter Kreuz zu­sam­men­ge­setzt. Die A 1 wur­de hier­für bis heu­te Mor­gen ge­sperrt, der Ver­kehr über die A30 und die An­schluss­stel­len Lot­te und Has­ber­gen um­ge­lei­tet. Zwi­schen­zeit­lich kam es zu klei­ne­ren Staus, das gro­ße Ver­kehrs­cha­os blieb al­ler­dings aus. Die zu­stän­di­ge Leit­stel­le in Müns­ter lob­te ges­tern Nach­mit­tag das „gu­te Bau­stel­len­ma­nage­ment“der be­tei­lig­ten Fir­men und be­stä­tig­te, dass die Ar­bei­ten „plan­mä­ßig und rei­bungs­los“ver­lie­fen. Um die Be­ein­träch­ti­gung des Ver­kehrs zu mi­ni­mie­ren, wa­ren zwei Mann­schaf­ten im Ein­satz, die sich in Schich­ten ab­wech­sel­ten. Im Ju­li soll die Brü­cke dann kom­plett fer­tig­ge­stellt sein.

Schwerst­ar­beit am Lot­ter Kreuz: Am Wo­chen­en­de hat Stra­ßen NRW die nörd­li­che Plat­te der neu­en A-30-Brü­cke über die A 1 ge­legt. In Tag- und Nacht­schicht brach­ten die Mit­ar­bei­ter der Bau­fir­men 22 Fer­tig­bau­tei­le an Ort und Stel­le. Je­des Teil wiegt rund 100 Ton­nen. Ein Orts­be­such.

OS­NA­BRÜCK Zwei gro­ße Krä­ne, ein sehr gro­ßer Kran und ein wirk­lich rich­tig gro­ßer Kran: So aus­ge­stat­tet, ge­hen die Mit­ar­bei­ter der Bau­fir­men Dall­mann und Echt­er­hoff dar­an, die 22 Fer­tig­bau­tei­le auf­zu­le­gen für die zwei­te Plat­te der neu­en A-30-Brü­cke am Au­to­bahn­kreuz Lot­te. Die Bau­tei­le sind je­weils 33 Me­ter lang, 2,40 Me­ter breit und wie­gen je rund 100 Ton­nen. Der Haupt­kran schaf­fe zwar bei op­ti­ma­len Be­din­gun­gen 700 Ton­nen, „aber bei sol­chen Ge­wich­ten ha­ben wir gern ein biss­chen Spiel­raum“, sagt Bern­hard Hei­ne, Pro­jekt­lei­ter vom Lan­des­be­trieb Stra­ßen NRW.

Rund­gang über die Bau­stel­le am Sams­tag kurz nach 14 Uhr: Die Ar­bei­ten sind bis­her zü­gig vor­an­ge­gan­gen, sie sind so­gar knapp vor dem Zeit­plan. Al­ler­dings ist der kräf­ti­ge Wind nicht ganz un­pro­ble­ma­tisch. „Wenn der Kr­an­fah­rer sagt, ich mach nicht mehr, dann ist Schluss“, sagt Hei­ne. Denn die 100 Ton­nen schwe­ren Stahl­be­ton­trä­ger ge­ra­ten in Be­we­gung, wenn es zu win­dig wird. Dann wird das Ma­nö­vrie­ren schwie­rig und un­ter Um­stän­den ge­fähr­lich.

Kur­ze Re­gen­pau­se

Ein hef­ti­ger Schau­er sorgt für ei­ne kur­ze Zwangs­pau­se, dann aber geht es wei­ter. Die Gur­te sind an den Ha­ken be­fes­tigt, und nur Au­gen­bli­cke spä­ter hebt der Kran den Trä­ger vom Auf­lie­ger. Wäh­rend­des­sen wer­den schon die nächs­ten Tei­le an­ge­lie­fert. Mit Be­gleit­fahr­zeu­gen schlep­pen zwei Lkw ih­re Last die Auf­fahrt hoch. Die Stahl­be­ton­fer­tig­trä­ger kom­men di­rekt vom Her­stel­ler, dem Re­kers-Be­ton­werk in Spel­le. „Al­le 22 Tei­le hät­ten wir hier gar nicht un­ter­brin­gen kön­nen“, sagt Hei­ne.

Die drei an­de­ren Krä­ne sei­en da­zu da, klei­ne­re Ob­jek­te auf der Bau­stel­le zu be­we­gen, er­klärt der Pro­jekt­lei­ter. Wenn die ers­ten elf Tei­le auf der ei­nen Sei­te ver­baut sind, folgt das glei­che Spiel auf der an­de­ren Sei­te, und da­für muss der Haupt­kran um­ge­setzt wer­den. Be­vor der sich aber von der Stel­le be­wegt, müs­sen erst ein­mal die ton­nen­schwe­ren Ge­gen­ge­wich­te bei­sei­te­ge­schafft wer­den, und das geht nur mit ei­nem wei­te­ren Kran. Das dau­ert. Al­lein für das Um­set­zen des gro­ßen Krans brau­chen die Ar­bei­ter et­wa drei St­un­den.

Ab Mon­tag ge­gen fünf Uhr soll­te auf der A 1 in bei­de Rich­tun­gen wie­der freie Fahrt sein. Um die Ar­bei­ten mög­lichst schnell ab­schlie­ßen zu kön­nen und die Be­ein­träch­ti­gung des Ver­kehrs zu mi­ni­mie­ren, sind zwei Mann­schaf­ten am Start, die sich in Schich­ten ab­wech­seln.

Nichts darf trop­fen

Mit dem Auf­le­gen der Trä­ger ist die Sa­che noch nicht er­le­digt. Es muss noch ei­ne Be­ton­de­cke oben­drauf, und die gan­ze Sa­che muss so ver­schalt wer­den, dass nichts auf die dar­un­ter­lie­gen­de Fahr­bahn tropft. Mit Pro­jek­ten die­ser Art ha­be man na­tür­lich viel Er­fah­rung, aber ein biss­chen an­ders sei es je­des Mal, sagt Hei­ne. „Trotz­dem läuft al­les wie ein Uhr­werk. So macht das schon Spaß.“

Auch sehr schnell und prä­zi­se ge­ar­bei­tet ha­ben un­be­kann­te Graf­fi­ti-Künst­ler: Die Brü­cke ist noch nicht fer­tig, aber auf ei­nem Pfei­ler prangt schon das ers­te di­cke, fet­te Bild. Das ist zwar nicht le­gal, aber feh­len­den Ein­satz kann man den Ma­lern auf je­den Fall nicht vor­wer­fen.

Der Neu­bau der A-30-Brü­cke ver­läuft ins­ge­samt über zwei Jah­re. Um die ei­gent­li­chen Ar­bei­ten zu er­mög­li­chen, war be­trächt­li­cher Auf­wand nö­tig. So er­rich­te­te man zu­erst ei­ne zwei­spu­ri­ge Be­helfs­brü­cke. Der Ver­kehr floss dann über die­se und über die nörd­li­che Brü­cken­hälf­te, wäh­rend die süd­li­che Brü­cken­hälf­te ab­ge­bro­chen und im Mai 2018 neu er­rich­tet wur­de, so­dass man mit der nörd­li­chen Hälf­te ge­nau­so ver­fah­ren konn­te. Die kom­plet­te Fer­tig­stel­lung der Brü­cke ist ge­plant für den 6. Ju­li die­ses Jah­res.

Fo­tos: Gert West­dörp

Di­rekt aus dem Be­ton­werk kom­men die 22 Fer­tig­bau­tei­le für die zwei­te Plat­te der neu­en A-30-Brü­cke am Au­to­bahn­kreuz Lot­te.

Brü­cke im An­flug: Wie die Bau­tei­le am Lot­ter Kreuz ein­ge­setzt wer­den, se­hen Sie im Vi­deo und auf wei­te­ren Fo­tos auf noz.de

Ge­dulds­pro­be: Zwi­schen­zeit­lich staut sich der Ver­kehr am Lot­ter Kreuz, weil die A 1 we­gen der Bau­ar­bei­ten ge­sperrt ist.

Je­weils 33 Me­ter lang und 2,40 Me­ter breit sind die 22 Brü­cken­bau­tei­le. Je­des von ih­nen wiegt rund 100 Ton­nen.

Mil­li­me­ter­ar­beit: Bau­ar­bei­ter set­zen die Be­ton­tei­le ein.

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