Agrar­mi­nis­ter kri­ti­sie­ren neue Dün­ge-Re­geln

Bramscher Nachrichten - - HINTERGRUND - Von Dirk Fis­ser

OS­NA­BRÜCK Schles­wig-Hol­steins Agrar­mi­nis­ter Jan Phil­ipp Al­brecht (Grü­ne) hat an­ge­sichts der er­neu­ten Ver­schär­fung der Dün­ge­re­geln die Agrar­po­li­tik der Bun­des­re­gie­rung kri­ti­siert. Al­brecht er­klär­te im Ge­spräch mit un­se­rer Re­dak­ti­on, der Bund sei mehr­fach dar­auf auf­merk­sam ge­macht wor­den, dass die Dün­ge-Re­form nicht aus­rei­che, um Grund­was­ser vor Ni­trat zu schüt­zen. Die Be­den­ken sei­en aber ein­fach vom Tisch ge­wischt wor­den. „Das rächt sich jetzt zu­las­ten der Land­wir­tin­nen und Land­wir­te“, so Al­brecht. Die Bau­ern müss­ten sich er­neut auf neue Re­geln ein­stel­len. „So schafft man kein Ver­trau­en in Po­li­tik.“

Nie­der­sach­sens Agrar­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Ot­te-Ki­nast (CDU) teil­te mit, ihr Bun­des­land sei „nicht voll­stän­dig über­rascht“, dass nun nach­ge­bes­sert wer­de. „Al­ler­dings sa­ge ich auch ganz deut­lich: Wir hät­ten uns ge­wünscht, dass die ak­tu­el­len Än­de­run­gen der Dün­ge­ver­ord­nung erst ge­lebt wer­den und grei­fen.“Ihr Mi­nis­te­ri­um wer­de die Vor­schlä­ge aus Ber­lin prü­fen. Meck­len­burg-Vor­pom­merns Agrar­mi­nis­ter Till Backhaus (SPD) be­zeich­ne­te die Än­de­rungs­vor­schlä­ge ins­ge­samt zwar als ak­zep­ta­bel. Die pau­scha­le Ab­sen­kung des Dün­ge­be­darfs von Pflan­zen um 20 Pro­zent sei „fach­lich al­ler­dings nicht zu ver­tre­ten“und müs­se hin­ter­fragt wer­den.

Auf Druck der EU-Kom­mis­si­on hat­te die Bun­des­re­gie­rung En­de Ja­nu­ar Ver­bes­se­rungs­vor­schlä­ge für die erst 2017 no­vel­lier­ten deut­schen Dün­ge­re­geln nach Brüs­sel ge­schickt. Aus Sicht der Kom­mis­si­on stell­te die Re­form kei­nen aus­rei­chen­den Schutz des Grund­was­sers si­cher.

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