Ver­bän­de oh­ne aus­rei­chend Mit­glie­der

Bramscher Nachrichten - - DIALOG -

Zum Ar­ti­kel „Is­lam­ver­bän­de: Neu­an­fang oder al­les beim Al­ten?“(Aus­ga­be vom 29. Ja­nu­ar).

„Ein von der Po­li­tik mit in­iti­ier­ter Ver­band wird ge­grün­det und so­fort in den Him­mel ge­lobt. Av­ni Al­ti­ner, der ehe­ma­li­ge Vor­sit­zen­de der Schu­ra Nie­der­sach­sen, ist der neue Vor­sit­zen­de von ,Mus­li­me in Nie­der­sach­sen‘.

[…] Sein Mit­strei­ter, Yil­maz Ki­lic, kam kürz­lich in die Me­di­en, weil er, an­geb­lich aus Pro­test ge­gen die Ein­mi­schung der Tür­kei in sei­ne Ar­beit als Di­tib-Vor­sit­zen­der in Nie­der­sach­sen, mit dem ge­sam­ten Vor­stand zu­rück­ge­tre­ten ist. Das ist ei­ne Lü­ge. Es gab tur­nus­mä­ßi­ge Wah­len, und Ki­lic wur­de ab­ge­wählt. 90 Pro­zent der al­ten Vor­stands­mit­glie­der sind auch im neu­en Vor­stand ak­tiv. Aber da­von spricht na­tür­lich kei­ner. Li­be­ral Is­la­mi­scher Bund, Mus­li­mi­sches Fo­rum Deutsch­land, Ho­mo­se­xu­el­len­mo­schee, Sey­ran Ates mit ih­rer Ibn Rushd Mo­schee … al­les Ver­ei­ni­gun­gen, die kaum Mit­glie­der ha­ben, aber als An­sprech­part­ner für den Staat in­fra­ge kom­men.

Die Di­tib hat in Deutsch­land 950 Mit­glieds­mo­sche­en, die Mil­li Gö­rüs 500, die VIKZ 350 und die ATIB 34. Die­se Ver­bän­de sind al­le­samt von tür­ki­schen Mi­gran­ten ge­grün­det und sind mit­ein­an­der stark ver­netzt. Wenn der Staat wei­ter­hin sol­che Spiel­chen spielt und die ihm fü­gi­gen Per­so­nen und Ver­ei­ne als An­sprech­part­ner ak­zep­tiert, ob­wohl die­se null Rück­halt in der mus­li­mi­schen Com­mu­ni­ty ha­ben, braucht sich kei­ner zu wun­dern, wenn die Tür­ken sich wei­ter­hin an die Tür­kei klam­mern, weil sie dem deut­schen Staat nicht ver­trau­en. Die Schu­ra Nie­der­sach­sen hat jetzt 90 Mit­glieds­mo­sche­en. Da­ne­ben gibt es wei­te­re cir­ca 30 un­ab­hän­gi­ge Mo­sche­en. Der neue Ver­band hat hin­ge­gen nur zehn Mit­glieds­mo­sche­en. Das Land Nie­der­sach­sen macht sich un­glaub­wür­dig, wenn es die Ver­tre­ter ei­ner Min­der­heit als An­sprech­part­ner ak­zep­tiert. Das ist kei­ne Ba­sis für ei­nen ehr­li­chen Dia­log auf Au­gen­hö­he.“Er­hat To­ka Os­na­brück

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