Reis, Kon­fet­ti, Klo­pa­pier

Ro­cky Hor­ror Picture Show im Uni­ver­sum Film­thea­ter / Ko­s­tü­me prä­miert

Bramscher Nachrichten - - LOKALES - Von Hol­ger Schul­ze

Auch wenn ge­mäß der auf Zet­teln ver­teil­ten Re­gie­an­wei­sun­gen das Pu­bli­kum im­mer wie­der „bo­ring“rief, lang­wei­lig ver­lief der Frei­tag­abend im Ki­no Uni­ver­sum ganz ge­wiss nicht. Wie­der ein­mal hat­te das Ki­no zur Ro­cky Hor­ror Picture Show ein­ge­la­den.

BRAM­SCHE Er­neut wa­ren Mit­mach­packs mit Uten­si­li­en wie Reis, Zei­tung, Trö­te, Kon­fet­ti, Leuchtstab, Gum­mi­hand­schu­he und Klo­pa­pier­rol­le ver­teilt wor­den, um den Film durch di­ver­se Ak­ti­vi­tä­ten aus den Zu­schau­er­rei­hen auf­zu­wer­ten. So war es al­so nicht nur ge­stat­tet, son­dern so­gar ge­wünscht, dass Reis­kör­ner nie­der­pras­sel­ten, das Kon­fet­ti flog oder die Nach­barn mit Klo­pa­pier­strän­gen ein­ge­hüllt wur­den.

Fer­ner hat­ten sich auch ei­ni­ge Ki­no­be­su­cher wie­der ana­log den skur­ri­len Fi­gu­ren auf der Lein­wand kos­tü­miert, gab es doch Sekt­fla­schen und Frei­kar­ten für das Ki­no für die drei ge­lun­gens­ten Ver­klei­dun­gen zu ge­win­nen.

Schril­ler Mix

Der schril­le Mix aus au­gen­schein­lich un­sterb­li­cher Mu­sik, Gott imi­tie­ren­dem Schöp­fungs­ver­such und ein we­nig Trans­se­xua­li­tät ging los, und das Lie­bes­paar Brad und Ja­net, der buck­li­ge But­ler Riff Raff, das Haus­mäd­chen Ma­gen­ta, Haus­herr Dr. Frank N. Fur­ter, das mus­ku­lö­se und blon­de Kunst­ge­schöpf Ro­cky Hor­ror so­wie die wei­te­ren schrä­gen Ty­pen nah­men das Pu­bli­kum mit in das ir­re Spuk­schloss.

Bunt wie der Film wa­ren auch die Mo­ti­ve des Pu­bli­kums, sich an der Kult­ver­an­stal­tung im Uni­ver­sum zu be­tei­li­gen. Vier jun­gen Frau­en, die sich selbst den Na­men Pro­sec­co-Club ge­ge­ben hat­ten, hol­ten am Frei­tag­abend im Film­thea­ter ih­re Weih­nachts­fei­er nach.

Für das Ehe­paar de Laat ist es Tra­di­ti­on, den Ken­nen­lern­tag stets im Ki­no zu ver­brin­gen. „Der Film ist so ver­rückt. Dass so vie­le ver­klei­det sind, ist su­per, und für uns ist es ein Stück Nost­al­gie“, be­fand Mo­ni­ka de Laat. Als die Spuk­schloss­ge­schich­te in die Ki­nos kam, ge­hör­te Jo­han­na Bers­ter­mann noch nicht zu die­ser Welt. „Mei­ne Mut­ter und mei­ne Schwes­ter sind gro­ße Fans. Nun wer­de ich auch in den Fan­kreis auf­ge­nom­men“, freu­te sich die un­ter Drei­ßig­jäh­ri­ge auf die Vor­stel­lung.

Mit ei­ner Ar­beits­kol­le­gin war Bernd Hee­mann zum ers­ten Mal in die Show ge­kom­men. „Ich ken­ne die Mu­sik ein biss­chen und bin ge­spannt, was hier ab­geht“, gab der Mann aus Mel­le vor dem Be­ginn der Vor­stel­lung zu Pro­to­koll. „Auch ha­be ich ge­hört, dass es nach dem Film hier im Ki­no le­gen­där aus­sieht.“

Mit ins­ge­samt zehn Mit­ar­bei­tern und sie­ben Staub­sau­gern wa­ren nach Fil­men­de denn auch Uli Holstein, Jes­si­ca Mack, die Ge­schäfts­füh­re­rin des Ver­eins Uni­ver­sum, noch bis na­he an Mit­ter­nacht da­mit be­schäf­tigt, die Hin­ter­las­sen­schaf­ten die­ses un­üb­li­chen Ki­no­abends zu be­sei­ti­gen.

Fo­tos: Hol­ger Schul­ze

Im Uni­ver­sum Film­thea­ter flie­gen wäh­rend der Ro­cky Hor­ror Picture Show die Klo­pa­pier­rol­len.

Uni­ver­sum-Ge­schäfts­füh­re­rin Jes­si­ca Mack prä­mier­te die bes­ten Ko­s­tü­me.

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