Kräf­ti­ge Män­ner drin­gend ge­sucht

Die Ta­fel ver­sorgt in Bram­sche et­wa 130 Haus­hal­te

Bramscher Nachrichten - - LOKALES - Von Eva Voß

Et­wa 130 Haus­hal­te in Bram­sche sind Kun­den der Ta­fel. Viel zu tun al­so für die et­wa 30 eh­ren­amt­li­chen Hel­fer, die die Le­bens­mit­tel sor­tie­ren und spä­ter an die Kun­den aus­ge­ben. Des­halb sucht die Au­ßen­stel­le der Os­na­brü­cker Ta­fel neue Mit­strei­ter: am bes­ten sol­che, die männ­lich und kräf­tig sind.

BRAM­SCHE Mor­gens, halb zehn in Bram­sche: Wie an je­dem Frei­tag herrscht in den Räu­men der Freichrist­li­chen Ge­mein­de an der Ha­se­stra­ße re­ges Trei­ben. 13 Frau­en und Män­ner la­den schwe­re Kis­ten vol­ler Le­bens­mit­tel aus ei­nem Lkw, an­de­re be­gut­ach­ten und sor­tie­ren die ge­lie­fer­ten Pro­duk­te. Back­wa­ren, Milch­pro­duk­te, Obst, Ge­mü­se und auch ein paar Dro­ge­rie­ar­ti­kel hat die Au­ßen­stel­le Bram­sche der Os­na­brü­cker Ta­fel er­hal­ten.

Män­ner­man­gel

„Wir ha­ben et­wa 30 eh­ren­amt­li­che Hel­fer, die meis­ten sind al­ler­dings Frau­en. Uns man­gelt es an Män­nern, die auch mal ei­ne schwe­re Kis­te tra­gen kön­nen“, sagt die Lei­te­rin der Bram­scher Ta­fel Ute Schwarz, wäh­rend ei­ne voll ge­pack­te Sack­kar­re an ihr vor­bei­ge­scho­ben wird. Auch Fah­rer, die Le­bens­mit­tel am Vor­mit­tag bei Spen­dern ab­ho­len und am Nach­mit­tag an Be­dürf­ti­ge aus­lie­fern, die aus ge­sund­heit­li­chen Grün­den nicht selbst zur Aus­ga­be kom­men kön­nen, wür­den im­mer wie­der ge­sucht.

Dank­ba­re Kun­den

„Mir gibt die eh­ren­amt­li­che Ar­beit hier ganz viel zu­rück“, wirbt die 75-jäh­ri­ge für ei­ne Mit­ar­beit. Vie­le Kun­den kä­men zu­sam­men mit ih­ren Kin­dern: „Und wenn dann die Au­gen der Klei­nen leuch­ten, weil sie sich so sehr freu­en über et­was, das sie be­kom­men, dann ist das ein­fach schön.“Ins­ge­samt sei­en die Kun­den in Bram­sche sehr dank­bar. Man­che wür­den so­gar selbst ge­ba­cke­nen Ku­chen mit­brin­gen. Pro­ble­me mit schub­sen­den oder gar ran­da­lie­ren­de Kun­den, wie es sie bei der Ta­fel in Es­sen ge­ge­ben hat, kennt Ute Schwarz nicht. „Hin und wie­der gibt es mal Streit, weil sich viel­leicht je­mand vor­ge­drän­gelt hat, aber das ist auch schon al­les. Un­se­re Kun­den sind fried­lich.“

Die Lei­te­rin der Bram­scher Ta­fel ist seit der Grün­dung 2005 eh­ren­amt­lich für sie tä­tig. „Heu­te ist re­la­tiv we­nig Tief­kühl­kost da­bei“, sagt die Achme­ra­ne­rin mit Blick auf Dut­zen­de Kis­ten, die sich im Flur des Ge­bäu­des sta­peln. Die Lie­fe­rung heu­te, die zum Teil aus Os­na­brück stammt und zum Teil von eh­ren­amt­li­chen Hel­fer aus Bram­scher Be­trie­ben ab­ge­holt wird, reicht aus für die et­wa 130 Haus­hal­te, die wö­chent­lich bei der Ta­fel ein­kau­fen. Das ist nicht im­mer so: „Die Lie­fe­run­gen sind sehr un­ter­schied­lich. Hin und wie­der ha­ben wir viel zu viel und dann wie­der zu we­nig“, er­klärt Ute Schwarz.

„Kauf eins mehr“

Ste­hen zu we­nig Le­bens­mit­tel für die be­dürf­ti­gen Bram­scher zur Ver­fü­gung, wird das An­ge­bot durch Le­bens­mit­tel­spen­den auf­ge­stockt, die die Bram­scher Mess­die­ner kurz vor Weih­nach­ten sam­meln. Un­ter dem Mot­to „Kauf eins mehr“bit­ten sie je­des Jahr Kun­den in ver­schie­de­nen Bram­scher Su­per­märk­ten dar­um, halt­ba­re Le­bens­mit­tel für die Ta­fel zu spen­den. „Da ist im ver­gan­ge­nen Jahr wahn­sin­nig viel zu­sam­men­ge­kom­men“, sagt Ute Schwarz.

Ge­nutzt wer­de das An­ge­bot der Ta­fel in Bram­sche vor al­lem von al­lein­ste­hen­den, äl­te­ren Men­schen und von Al­lein­er­zie­hen­den. Be­son­ders freu­en wür­den sich die Kun­den der Ta­fel über Kä­se und an­de­re Milch­pro­duk­te so­wie über Fisch, den ge­be es näm­lich nur ganz sel­ten. Zum Bei­spiel zu Os­tern. Die Ta­fel hat als Spen­de das Geld von der Tan­nen­baum­sam­mel­ak­ti­on aus Ach­mer er­hal­ten. „Von die­sem Geld wer­den wir im Frisch­markt in Ach­mer Fisch kau­fen, der dann zum Os­ter­fest an un­se­re Kun­den aus­ge­ge­ben wird“, sagt die 75-jäh­ri­ge Ta­fel-Lei­te­rin sicht­lich er­freut.

Bis die ers­ten Kun­den kom­men, sind es nun noch gut zwei St­un­den. Nicht mehr viel Zeit, um den Berg an ge­spen­de­ten Le­bens­mit­teln zu sor­tie­ren und für die Aus­ga­be vor­zu­be­rei­ten.

Wer sich für die eh­ren­amt­li­che Mit­ar­beit in der Au­ßen­stel­le Bram­sche der Os­na­brü­cker Ta­fel in­ter­es­siert, kann sich un­ter 0541 22112 an die Ta­fel Os­na­brück oder an die Eh­ren­amts­ko­or­di­na­to­rin der Stadt Bram­sche, Ma­ria Stu­cken­berg, wen­den. Sie ist un­ter Te­le­fon 05461 83144zu er­rei­chen.

Fo­tos: Eva Voß

Ute Schwarz (Mit­te) und ih­re Mit­strei­ter sor­tie­ren am Frei­tag­vor­mit­tag die Le­bens­mit­tel­lie­fe­run­gen.

Fri­sches Obst und Ge­mü­se, das die Su­per­märk­te nicht mehr ver­kau­fen kön­nen, wird häu­fig an die Ta­fel ge­spen­det. Auch Bram­scher Le­bens­mit­tel­märk­te be­tei­li­gen sich seit Jah­ren an dem Pro­jekt.

Im Flur des Hau­ses der Freichrist­li­chen Ge­mein­de, den die Ta­fel für die Aus­ga­be an ih­re Kun­den nut­zen darf, sta­peln sich am Frei­tag­vor­mit­tag Dut­zen­de Kis­ten voll mit Le­bens­mit­teln.

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