Wie lan­ge kön­nen Ster­ben­de noch zu Hau­se ver­sorgt wer­den?

Pfle­ge­be­voll­mäch­tig­ter in Os­na­brück

Bramscher Nachrichten - - BLICK NACH OSNABRÜCK -

OS­NA­BRÜCK Seit zehn Jah­ren gibt es den Ho­s­piz- und Pal­lia­tiv­stütz­punkt Os­na­brück (HPSOS) – doch der Fach­kräf­te­man­gel in der Pfle­ge be­rei­tet den Ver­ant­wort­li­chen Sor­gen. Der Pfle­ge­be­auf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung, Andre­as Wes­ter­fell­haus, nahm da­zu am Wo­chen­en­de Stel­lung. Das Ziel, ei­ne qua­li­ta­tiv gu­te, aus­rei­chen­de pal­lia­ti­ve Ver­sor­gung und bes­te Er­reich­bar­keit zu ga­ran­tie­ren, sei durch den Fach­kräf­te­man­gel in der Pfle­ge in Ge­fahr, sag­te Sa­bi­ne We­ber, die HPSOS-Vor­sit­zen­de. „Wir ha­ben Sor­gen, dass wir die schwächs­ten Pfle­ge­be­dürf­ti­gen, die Ster­ben­den, in der Häus­lich­keit nicht mehr gut ver­sorgt be­kom­men.“

Ant­wor­ten da­zu wünsch­te man sich von Andre­as Wes­ter­fell­haus, der im letz­ten Jahr von Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn zum Staats­se­kre­tär und Pfle­ge­fach­mann der Re­gie­rung er­nannt wur­de. Wes­ter­fell­haus, selbst ge­lern­ter Kran­ken­pfle­ger, mach­te deut­lich, dass Lö­sun­gen des Pfle­ge­per­so­nal­pro­blems ei­nes wei­ten Bli­ckes be­dür­fen.

Da­zu ge­hö­re, dass al­le Sek­to­ren in der Pfle­ge – vom Kran­ken­haus über Pfle­ge­ein­rich­tun­gen bis hin zu am­bu­lan­ten Hil­fen – be­trach­tet wer­den müss­ten, be­ton­te Wes­ter­fell­haus. „Best­mög­li­che me­di­zi­ni­sche und pfle­ge­ri­sche Ver­sor­gung soll­te in­ter­dis­zi­pli­när die in­di­vi­du­el­len Be­dürf­nis­se der Men­schen von der Ge­burt bis zum Le­bens­en­de si­cher­stel­len.“

Ein Bei­spiel da­für sei die Über­nah­me heil­kund­li­cher Leis­tun­gen durch Pfle­ge­kräf­te. Heil­kun­de, wo­zu et­wa auch das Blut­ab­neh­men ge­hört, war bis­lang Ärz­ten vor­be­hal­ten. Das Zu­sam­men­wir­ken al­ler Be­rufs­grup­pen und Eh­ren­amt­li­chen die­ne be­son­ders bei feh­len­den Me­di­zi­nern auf dem Land zu ei­ner Ver­bes­se­rung der an­ge­spann­ten Pfle­ge­si­tua­ti­on, zähl­te der Staats­se­kre­tär wei­ter auf. Wes­ter­fell­haus plä­dier­te auch für den sinn­vol­len Ein­satz der Tele­me­di­zin.

Die Ar­beits­be­din­gun­gen in der Pfle­ge zu ver­än­dern be­deu­te zugleich, ei­ne Rie­sen­chan­ce zur Ver­än­de­rung zu be­kom­men, zeig­te sich der Pfle­ge­fach­mann über­zeugt. Bis zu 200 000 Aus­stei­ger aus dem Pfle­ge­be­ruf könn­ten wie­der zu­rück­ge­won­nen wer­den, wenn sich Maß­ga­ben in der Pfle­ge än­der­ten, zi­tier­te er das Re­sul­tat ei­ner Be­fra­gung. Der Ho­s­piz- und Pal­lia­tiv­stütz­punkt Os­na­brück ist ei­ne Ein­rich­tung des Lan­des Nie­der­sach­sen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.