„Dann ver­lie­ren wir auf ein­mal den Kopf “

Dra­gons kas­sie­ren in Nürn­berg wie­der ei­nen Rück­schlag

Bramscher Nachrichten - - SPORT REGIONAL - Von Susanne Fet­ter

NÜRN­BERG Nach je­dem Bas­ket­ball­spiel sind sie in der Hal­le er­hält­lich: die Zet­tel mit den wich­tigs­ten Fak­ten zur Par­tie. Auf ei­ner DIN-A4-Sei­te sind sie zu­sam­men­ge­fasst, und oben steht das Er­geb­nis. 66:79 – so hat­ten die Art­land Dra­gons das Spiel bei den Nürn­berg Fal­cons BC ver­lo­ren. Das war be­kannt, und den­noch ging der Griff der Spie­ler, als sie aus der Ka­bi­ne ka­men, als Ers­tes zu be­sag­tem Blatt. Sie woll­ten wis­sen, woran es ge­le­gen hat­te, dass sie schon wie­der ei­nen Dämp­fer in der ProA er­hal­ten hat­ten.

Nun ist Bas­ket­ball mehr als rei­ne Sta­tis­ti­ken. Doch in Nürn­berg bot der Zet­tel ei­ne gu­te Über­sicht über die Schwach­stel­len der Qua­ken­brü­cker an die­sem Abend.

Pro­blem Num­mer eins: die Drei­er­quo­te. Nur vier Tref­fer stan­den hier bei 24 Ver­su­chen. Das Ku­rio­se dar­an. Die ers­ten vier Dra­gons-Drei­er des Spiels wa­ren drin. Auch das ein Grund, wes­halb die Dra­gons das ers­te Vier­tel mit 22:13 ge­wan­nen.

Doch es folg­ten 20 Fehl­ver­su­che. „Krass“, ent­fleuch­te es Paul Al­brecht. Da­nach schüt­tel­te er den Kopf. „Wir sind zu ab­hän­gig von un­se­ren Drei­ern.“Das sah auch Pier­re Bland so und be­ton­te: „Wir müs­sen dann ei­nen an­de­ren Weg fin­den, um zu punk­ten.“Ta­ten sie aber nur sel­ten. Was er­schwe­rend hin­zu­kam, for­mu­lier­te Al­brecht so: „Wenn die Drei­er nicht fal­len, ver­lie­ren wir auf ein­mal den Kopf.“

Auch das war sta­tis­tisch be­leg­bar und Schwach­stel­le Num­mer zwei: „19 Ball­ver­lus­te“, sag­te Trai­ner Flo­ri­an Har­ten­stein mit Blick auf die Sta­tis­tik: „Das sind zu viel. Vor al­lem wenn man es in Re­la­ti­on zu den As­sists setzt.“Nur 12 Päs­se, die zu Kor­ber­fol­gen führ­ten, ga­ben die Dra­chen in Nürn­berg. Zum Ver­gleich: Bei den Gast­ge­bern wa­ren es 22 As­sists bei nur vier Ball­ver­lus­ten.

Da­für klau­ten die Fal­cons neun­mal den Ball. „Sie wur­den nach dem ers­ten Vier­tel ag­gres­si­ver“, er­klär­te Bland. Bei den Dra­gons schwan­den Kon­zen­tra­ti­on und Fo­kus. Zur Pau­se führ­ten sie noch 36:34, doch Nürn­berg hat­te den Rück­stand ver­kürzt. Im drit­ten Vier­tel zo­gen die Gast­ge­ber schließ­lich vor­bei.

Auch weil die Dra­gons zu­neh­mend Foul­pro­ble­me be­ka­men. De­me­tris Morant muss­te zu Be­ginn des vier­ten Vier­tels mit fünf Fouls auf die Bank, Al­brecht, Lavri­no­vici­us (bei­de 4), Bland und Ma­lu (3) wa­ren vor­be­las­tet. Nicht im­mer wa­ren sie mit den Pfif­fen der Re­fe­rees ein­ver­stan­den. „Klar hat uns das Rhyth­mus ge­kos­tet“, sagt Al­brecht.

Dann schwan­den noch die Kräf­te. „Ei­ni­ge Spie­ler wa­ren letz­te Wo­che an­ge­schla­gen“, er­klär­te Har­ten­stein. Bri­an Oli­ver fehl­te mit Schul­ter­pro­ble­men. Als Nürn­berg im vier­ten Vier­tel das Tem­po an­zog und mit ei­nem 10:0-Lauf auf 77:63 er­höh­te, hat­ten die Dra­gons nichts mehr ent­ge­gen­zu­set­zen.

Bit­ter macht die Nie­der­la­ge der Blick auf ei­ne an­de­re Zah­len­an­samm­lung: die Ta­bel­le der ProA. Vor dem Spiel wa­ren die Dra­gons dort auf Rang zehn ge­le­gen, ei­nen Platz hin­ter den punkt­glei­chen Fal­cons. Dank des er­neu­ten Sie­ges ge­gen Ta­bel­len­füh­rers Chem­nitz hat­ten sich die Dra­gons wie­der in Lau­er­stel­lung ge­bracht. Nun der nächs­te Dämp­fer. „Im­mer, wenn wir na­he dran sind an den Play­offs, ver­gei­gen wir es wie­der. Das ist är­ger­lich“, sagt Al­brecht.

Jetzt sind sie wie­der Zwölf­ter. Die Ab­stiegs­rän­ge sind zwar fern (acht Punk­te), doch die Play­offs sind auch wie­der zwei Punk­te ent­rückt. Und was noch schwer wie­gen könn­te: Wie­der wur­de der di­rek­te Ver­gleich ge­gen ei­nen di­rek­ten Kon­kur­ren­ten ver­lo­ren. „Die­se Li­ga ist so ver­dammt eng“, führt Al­brecht aus: „Da kann es am En­de ge­nau auf die­sen Ver­gleich an­kom­men“, sagt er. Die Zah­len, sie blei­ben wei­ter wich­tig.

Fo­to: Tho­mas Hahn

Wei­ter da­mit: Jan­nes Hundt passt den Ball zu ei­nem Mit­spie­ler, Nils Haß­fur­ther will das ver­hin­dern.

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