Dis­kre­ti­on ist obers­te Pflicht

Jobs in eu­ro­päi­schen Kö­nigs­häu­sern nicht un­er­reich­bar / Je­de Men­ge of­fe­ne Stel­len

Bramscher Nachrichten - - WELTSPIEGEL - Dpa dpa

hilfs­be­reit und ein ech­ter Te­am­play­er, so heißt es in der Stellenanzeige des Ho­fes, und „fä­hig, mit al­len mög­li­chen Men­schen zu kom­mu­ni­zie­ren“– von high bis low so­zu­sa­gen. Das klingt al­les recht lo­cker. Ähn­lich le­sen sich auch Stel­len­an­zei­gen an­de­rer Kö­nigs­häu­ser.

Der nor­we­gi­sche Kö­nig Ha­rald et­wa sucht Putz­leu­te oder vor­neh­mer aus­ge­drückt: Haus-As­sis­ten­ten: „Hast du Er­fah­rung mit der Rei­ni­gung von Ho­tels, Groß­haus­hal­ten oder Bü­ros?“Mit die­ser skan­di­na­visch-fa­mi­liä­ren An­re­de hofft das Kö­nigs­haus, zum 1. März of­fe­ne Stel­len zu be­set­zen. Prunk­vol­ler könn­ten die Ar­beits­plät­ze kaum sein: das kö­nig­li­che Schloss in Os­lo oder „Skau­gum“, die Re­si­denz von Kron­prinz Haa­kon und sei­ner Prin­zes­sin Met­te-Ma­rit.

Ei­ne be­son­de­re Aus­bil­dung scheint nicht nö­tig. So ein „hu­sas­sis­tent“soll­te na­tür­lich put­zen und Blu­men ar­ran­gie­ren kön­nen. Füh­rer­schein wä­re gut und auch Com­pu­ter­kennt­nis­se. Und sonst? Haupt­sa­che freund­lich und fle­xi­bel. Ach ja – noch ei­ne Klei­nig­keit. Dis­kre­ti­on ist für ei­ne An­stel­lung bei Ho­fe – wo auch im­mer – Pflicht. Schließ­lich wol­len die Herr­schaf­ten nicht in der Zei­tung le­sen, wie es bei ih­nen zu­geht.

Die Oran­jes in den Nie­der­lan­den stel­len hö­he­re An­sprü­che: So wur­de für die kö­nig­li­chen Stäl­le ein Kut­scher ge­sucht. Der soll­te nicht nur über aus­ge­zeich­ne­te Ma­nie­ren ver­fü­gen, son­dern auch gleich meh­re­re Fremd­spra­chen be­herr­schen – Rei­ten muss­te er na­tür­lich auch kön­nen. Von ei­ner Te­le­fo­nis­tin im Den Haa­ger Pa­last er­war­te­te man Hu­mor, das ist na­tür­lich nie ver­kehrt.

Und was kann ein But­ler von den Wind­sors er­war­ten? Ist es wirk­lich ein Traum­job? Im teu­ren Lon­don schei­nen die an­ge­bo­te­nen rund 23 000 Eu­ro im Jahr et­was kärg­lich. Al­ler­dings sind Kost und Lo­gis in­klu­si­ve. Au­ßer­dem han­delt es sich um ei­nen ver­edel­ten Aus­bil­dungs­platz: „Wenn Sie uns auf un­se­rem sehr eta­blier­ten Kar­rie­re-Weg be­glei­ten, wer­den wir Ih­nen da­bei hel­fen, ein All­round-Gast­ge­ber-Ex­per­te zu wer­den.“Wow! In­ter­es­se? Be­ei­len Sie sich, Be­wer­bungs­schluss ist der 17. Fe­bru­ar.

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