Mehr als nur Hor­ror

Bramscher Nachrichten - - WELTSPIEGEL - Von Da­ni­el Be­ne­dict d.be­ne­[email protected]

Fünf­zehn Jah­re ist es her, seit Fa­tih Akin mit „Ge­gen die Wand“den Haupt­preis der Ber­li­na­le ge­wann. Es war der letz­te Gol­de­ne Bär für ei­nen deut­schen Film. Da­nach war er in Can­nes zu Gast, zwei­mal in Ve­ne­dig – und mit dem NSU-Thril­ler „Aus dem Nichts“wie­der in Can­nes. Sei­ne Haupt­dar­stel­le­rin Dia­ne Kru­ger ge­wann hier den Darstel­ler­preis, er selbst wur­de spä­ter mit ei­nem Gol- den Glo­be aus­ge­zeich­net.

Seit dem Gol­de­nen Bä­ren ge­hört Akin zu den Re­gis­seu­ren, mit de­nen Fes­ti­vals sich schmü­cken. Die Ent­schei­dung für den Ort der Pre­mie­re hat ei­ne stra­te­gi­sche Sei­te. Can­nes hat das größ­te Re­nom­mee. Ve­ne­dig gilt durch die zeit­li­che La­ge als Start­ram­pe für die Os­cars. Aber auch für die Wahr­neh­mung ei­nes Films kann es ei­ne Rol­le spie­len, wo er ge­zeigt wird.

„Aus dem Nichts“ver­dankt sei­ne Er­fol­ge auch dem Um­stand, dass er in­ter­na­tio­nal als Ra­che-Thril­ler wahr­ge­nom­men wur­de, wäh­rend die deut­sche Kri­tik mit sei­nem un­ge­schick­ten Zu­griff auf den Rechts­ter­ro­ris­mus ha­der­te. Im Fall von „Der Gol­de­ne Hand­schuh“könn­te es ge­nau an­ders­rum sein. Hier be­rei­chert die Nä­he das Ver­ständ­nis: Die spar­sa­men An­deu­tun­gen auf die deut­sche Zeit­ge­schich­te, die Ver­traut­heit mit dem Mi­lieu – all das hilft, in dem Film mehr als den Hor­ror der Ober­flä­che zu se­hen.

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