Bramscher Nachrichten : 2019-02-11

WELTSPIEGEL : 26 : 26

WELTSPIEGEL

KULTUR MONTAG, 11. FEBRUAR 2019 26 Fatih Akin porträtiert den Serienmörder Fritz Honka – und präsentiert auf der Berlinale damit einen extremen Gewaltfilm: „Der Goldene Handschuh“. Von Daniel Benedict BERLIN Obwohl die erste Pressevorstellung von Fatih Akins „Der Goldene Handschuh“erst kurz vor Mitternacht endet, bleiben die Kollegen noch lange vorm Kino stehen. Der Film ist einer der Aufreger, nach dem alle sofort ihre Empörung loswerden wollen: „Warum verfilmt man so einen Stoff ? Welches Publikum soll für so was Geld bezahlen?“Angesichts des massiven Ekels, den der Film auf jeden Fall auslöst, muss man Akins Leistung jetzt umso deutlicher verteidigen. Es stimmt: Schon die Eröffnungssequenz ist kaum auszuhalten. Der Serienmörder Fritz Honka versucht, eine Tote in einen Müllsack zu stopfen, scheitert, stürzt ein Wasserglas Korn herunter und setzt die Säge an. Als er sein Opfer enthauptet, wird der Kopf zwar gnädig von einem Türvorsprung verdeckt. Die Tonspur ist dafür umso grässlicher. Weil die Entsorgung der ersten Leiche Schwierigkeiten bereitet, geht Honka dazu über, Torsi, Köpfe und Gliedmaßen späterer Opfer einfach in der Abseite verrotten zu lassen. Weshalb sich alle Frauen, die er in seiner Mansarde noch ermorden wird, vor ihrem Tod über den Gestank beschweren. Dass alle die Wohnung trotzdem betreten, von nichts gelockt als der Hoffnung auf Honkas Oldesloer Korn, ist das Entsetzlichste an diesem Film. Das St. Pauli der 70er-Jahre, in dem alle wie Zombies durch Nikotinschwaden und Schnapsdelirien taumeln, ist eine Vorhölle. Jeder Blick zeugt von einer tief empfundenen Wertlosigkeit des Lebens. Honka ist die billige Verfügbarkeit von Menschen so selbstverständlich, dass er sich von einer seiner Frauen über www.king-musical.de. CHARTS BELLETRISTIK Pos. VW Autor/Titel/Verlag Preis 1 1 Michel Houellebecq Serotonin Dumont Buchverlag 24,00 € BERLIN Bela, Farin und Rod zusammen auf einer Bühne, das gab es seit Jahren so gut wie gar nicht mehr. Die letzten gemeinsamen Konzerte spielten Die Ärzte 2013. Wird es bald ganz vorbei sein? Löst sich das beliebte Berliner Spaßpunk-Trio auf ? Oder hat sich die selbst ernannte „beste Band der Welt“einen sehr gut funktionierenden PR-Gag ausgedacht – und will etwas ganz anderes verkünden? „Manchmal ist es einfach Zeit zu gehn“, heißt es in einem Song, der auf der ÄrzteInternetseite zu hören ist. Zudem ist ein Wort mit acht Buchstaben zu erraten – und seit der Nacht zum Samstag ist klar: Die ersten beiden 2 2 Dörte Hansen Mittagsstunde Penguin 22,00 € 3 NEU T. C. Boyle Das Licht Hanser, Carl 25,00 € 4 NEU Laura Kneidl Someone New Lyx 12,90 € 5 NEU Ursula Poznanski Vanitas – Schwarz wie Erde Knaur HC 14,99 € 6 9 Takis Würger Stella Hanser, Carl 22,00 € 7 3 Michael Robotham Die andere Frau Goldmann 14,99 € 8 4 Nele Neuhaus Muttertag Ullstein Buchverlage 22,00 € 9 6 Takis Würger Stella Hanser, Carl 22,00 € 10 7 Sebastian Fitzek Der Insasse Droemer HC 22,99 € Quelle: media control GmbH

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