„Weg aus der Weg­werf­ge­sell­schaft“

C-ECO un­ter­stützt Zu­lie­fe­rer bei der Rück­füh­rung von ge­brauch­ten Au­to­tei­len

Brettener Nachrichten - - WIRTSCHAFT -

Karls­ru­he. Seit acht Jah­ren för­dert die El­len MacAr­thur Foun­da­ti­on in­no­va­ti­ve Kon­zep­te für ei­ne funk­tio­nie­ren­de Kreis­lauf­wirt­schaft. Mitt­ler­wei­le ge­hö­ren zahl­rei­che Groß­un­ter­neh­men wie Co­ca-Co­la, Da­no­ne, Uni­le­ver, H&M, eBay, Goog­le oder Re­nault zum welt­wei­ten Fir­men­netz­werk der von der bri­ti­schen Welt­um­seg­le­rin in­iti­ier­ten Stif­tung.

Neu im eli­tä­ren Club der Wie­der­ver­wer­tungs­ex­per­ten ist das Karls­ru­her Start-up Cir­cu­lar Eco­no­my So­lu­ti­ons (C-ECO) Gm­bH. „Für uns ist die Auf­nah­me in das CE 100-Pro­gramm ei­ne ech­te Aus­zeich­nung“, freut sich C-ECO-Ge­schäfts­füh­rer Micha­el Sched­ler. Durch die ak­ti­ve Teil­nah­me an den Netz­werk­ver­an­stal­tun­gen der Stif­tung wol­len Sched­ler und sei­ne Mit­ar­bei­ter nun vor al­lem Im­pul­se zum Er­schlie­ßen von neu­en Ge­schäfts­fel­dern er­hal­ten.

Erst vor zwei Jah­ren wur­de C-ECO als Aus­grün­dung der Ro­bert Bosch Gm­bH an den bei­den Fir­men­stand­or­ten in Karls­ru­he und Göt­tin­gen aus der Tau­fe ge­ho­ben. Herz­stück der 100-pro­zen­ti­gen Bosch-Toch­ter ist das IT-Sys­tem Cor­manNet. Durch den di­gi­ta­len Ser­vice wer­den Kun­den aus der Au­to­mo­bil­bran­che bei der Rück­füh­rung von ge­brauch­ten Au­to­tei­len zur In­stand­set­zung in die Wie­der­ver­wer­tungs­fa­bri­ken un­ter­stützt. „Die Iden­ti­fi­zie­rung der Tei­le wird eben­so er­le­digt wie die Sor­tie­rung“, er­läu­tert Sched­ler ei­ni­ge der Be­son­der­hei­ten des Sys­tems. 18 de­zen­tra­le Lo­gis­tik­zen­tren in ganz Eu­ro­pa sor­gen zu­dem für den ge­ord­ne­ten Trans­port der ge­lis­te­ten Tei­le.

„Dort wer­den die Tei­le ge­sam­melt und so­bald ein Lkw voll­ge­la­den wer­den kann, bringt er sie zur Wie­der­auf­be­rei­tung ins Werk“, so Sched­ler. Ur­sprüng­lich wur­de Cor­manNet für ei­ne bes­se­re Lo­gis­tik in­ner­halb des Bo­schKon­zerns ent­wi­ckelt, doch seit der Aus­grün­dung steht das Sys­tem auch ex­ter­nen An­bie­tern und Groß­händ­lern zur Ver­fü­gung. „Die Wa­ren- und Fi­nanz­strö­me in der Au­to­mo­bil­in­dus­trie sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren deut­lich kom­ple­xer ge­wor­den. Schon längst be­zie­hen Werk­stät­ten ih­re Tei­le nicht mehr nur von ei­nem ein­zi­gen Lie­fe­ran­ten oder Groß­händ­ler. Die Rück­füh­rung ist des­halb wirt­schaft­lich oft nicht dar­stell­bar“, so Sched­ler. Die Ent­wir­rung des welt­wei­ten Netz­werks so­wie die an­ge­streb­te Er­hö­hung der Rück­füh­rungs­quo­te sei oh­ne ein in­tel­li­gen­tes IT-Sys­tem schlicht­weg nicht mehr mach­bar.

Bei Bosch wur­de die Rück­füh­rungs­quo­te durch das in­no­va­ti­ve IT-Sys­tem von 60 auf über 90 Pro­zent ge­stei­gert – vom Bun­des­um­welt­mi­nis­te­ri­um wur­de Cor­manNet des­halb 2015 mit dem Bun­des­preis Ecode­sign aus­ge­zeich­net.

„Sol­che Sys­te­me wei­sen den Un­ter­neh­men den Weg aus der Weg­werf­ge­sell­schaft“, be­tont Sched­ler. Bis­her kann das Sys­tem zwar le­dig­lich von Au­to­mo­bil­zu­lie­fe­rern und den Groß­händ­lern ge­nutzt wer­den. Doch in an­de­ren Bran­chen wie et­wa dem Bau­stoff­han­del, der Me­di­zin­tech­nik oder der Un­ter­hal­tungs­elek­tro­nik sieht Sched­ler durch die ef­fi­zi­en­te Rück­füh­rung von ge­brauch­ten Ge­rä­ten noch sehr viel Luft nach oben. Für die Re­du­zie­rung der Müll­ber­ge durch die Weg­werf­be­cher des boo­men­den „Cof­fee to go“-Ge­schäfts will C-ECO in na­her Zu­kunft eben­falls nach­hal­ti­ge Lö­sung prä­sen­tie­ren. Ekart Kin­kel

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