KSC bleibt fast al­les schul­dig

Fehl­pass-Ari­en beim 0:0 in Würz­burg / Mag­de­burg und We­hen zie­hen vor­bei / Meh­lem ver­letzt

Brettener Nachrichten - - SPORT - Von un­se­rem Mit­ar­bei­ter Chris­toph Ruf

Würz­burg. Für die mit blau-wei­ßen Schals aus­ge­stat­te­ten In­sas­sen der Stra­ßen­bahn-Li­nie 3 stand ein für al­le Mal fest, was das 0:0 ih­res KSC bei den Würz­bur­ger Ki­ckers be­deu­te­te: „Noch mal, noch mal ... Drit­te Li­ga“schmet­ter­ten sie auf der vier­tel­stün­di­gen Fahrt zum Haupt­bahn­hof. Ehe beim Aus­stei­gen dann doch ei­ner noch et­was Op­ti­mis­mus zu er­ken­nen gab: „Platz zwei kön­nen wir jetzt ver­ges­sen, aber für die Re­le­ga­ti­on könn­te es noch rei­chen.“

Nun, bei sie­ben noch aus­ste­hen­den Spie­len ist streng ge­nom­men nicht nur Platz zwei oder drei, son­dern so­gar noch die Dritt­li­ga-Meis­ter­schaft drin. Und dass ein Punkt auch erst mal er­run­gen wer­den muss, be­ton­ten nach der Par­tie dann auch al­le im Karls­ru­her La­ger. Al­len vor­an Trai­ner Alois Schwartz, der noch mal die Statistik – 17 Spie­le oh­ne Ge­gen­tor, de­rer 20 am Stück oh­ne Nie­der­la­ge – be­müh­te und sich bei den über 2 000 mit­ge­reis­ten KSC-Fans be­dank­te: „Das zeigt, dass das, was die Mann­schaft in den letz­ten Wo­chen ge­zeigt hat, to­tal an­ge­nom­men und ho­no­riert wird.“

Und viel­leicht ist ein aus­ge­spro­chen schwa­cher Auf­tritt wie der vom 0:0 am Sams­tag viel­leicht ja wirk­lich nur ein klei­ner Rück­schritt. Auch wenn die De­tails der in­ter­nen Au­f­ar­bei­tung be­dür­fen. Dass die De­fen­si­ve viel zu vie­le Chan­cen zu­ließ und all­zu oft un­sor­tiert wirk­te, kann man viel­leicht mit der nicht voll­ends aus­ku­rier­ten Er­käl­tung von Da­ni­el Gor­don und ei­nem schlech­ten Tag von Jo­nas Föh­ren­bach er­klä­ren. Be­sorg­nis­er­re­gen­der war da schon, dass das kom­plet­te Mit­tel­feld oh­ne je­de Krea­ti­vi­tät agier­te und über wei­te Stre­cken der Par­tie nicht am Spiel teil­nahm. Oder dass An­grei­fer Fa­bi­an Schleu­se­ner in der Luft hing, weil we­der die Vie­rer­rei­he hin­ter ihm noch Kol­le­ge An­ton Fink ihm hel­fen konn­ten. Schleu­se­ner gab zu, dass der Punkt „eher glück­lich“ge­we­sen war. „Wir konn­ten vor­ne die Bäl­le nicht be­haup­ten, Würz­burg hat­te die bes­se­ren Chan­cen.“

Streng­ge­nom­men hat­te der KSC über­haupt nur ei­ne gu­te Chan­ce im ge­sam­ten Spiel. Nach ei­ner Ecke von Mar­vin Wa­nit­zek kam Da­vid Pisot aus sie­ben Me­tern zum Ab­schluss, doch Se­bas­ti­an Ne­u­mann ret­te­te per Kopf auf der Li­nie (20.). Sieht man ein­mal von zwei Ver­zweif­lungs­schüs­sen von Wa­nit­zek (33.) und Flo­rent Mus­li­ja (85.) ab, die das Tor deut­lich ver­fehl­ten, pas­sier­te rund um den Würz­bur­ger Straf­raum an­sons­ten nichts mehr. Doch die Ki­ckers, Mit­ab­stei­ger der KSC im ver­gan­ge­nen Som­mer, konn­ten die zahl­rei­chen Karls­ru­her Fehl­päs­se nur sel­ten nut­zen. Mit­te der ers­ten Halb­zeit hat­ten dann aber auch die Gast­ge­ber ih­re ers­te Chan­ce, als Ma­xi­mi­li­an Ahl­schwe­de den Ball aus kur­zer Dis­tanz übers Tor schoss (24.).

Auch im zwei­ten Durch­gang gab es kei­nen bes­se­ren Fuß­ball zu se­hen – zu­min­dest nicht vom KSC. Statt­des­sen häuf­ten sich die ver­meid­ba­ren Feh­ler in der De­fen­si­ve. So ent­stan­den Würz­bur­ger Chan­cen: Nach­dem Or­han Ade­mi den Ball knapp über die Lat­te ge­zir­kelt hat­te (52.), re­agier­te Ben­ja­min Uphoff groß­ar­tig, als er ei­nen Kopf­ball von Io­an­nis Ni­ko­laou zur Ecke lenk­te. Der Würz­bur­ger Ver­tei­di­ger hat­te aus kur­zer Dis­tanz ge­gen die Lauf­rich­tung des KSC-Kee­per ge­köpft. Do­mi­nic Bau­mann (68.) und Ade­mi (70.) ver­ga­ben da­nach wei­te­re Mög­lich­kei­ten für die Ki­ckers, wäh­rend der KSC kaum ei­nen durch­dach­ten Spiel­zug zu­stan­de brach­te und so­wohl kämp­fe­risch als auch spie­le­risch al­les schul­dig blieb, was man als Auf­stiegs­aspi­rant zei­gen müss­te.

Im Ren­nen um Platz drei ist das 0:0 ein Rück­schlag ge­we­sen. Denn der SV We­hen-Wies­ba­den hat­te mit 3:1 in Mep­pen ge­won­nen und der 1. FC Mag­de­burg be­sieg­te den VfL Os­na­brück am Sonn­tag mit 2:0. Bei der Fra­ge, ob der Druck im Auf­stiegs­ren­nen grö­ßer ge­wor­den sei, re­agier­te Kee­per Uphoff eben­so sou­ve­rän wie in den 90 Mi­nu­ten zu­vor: „Druck hat man im Fuß­ball doch im­mer. Es sei denn, man ist Spie­ler bei Bay­ern Mün­chen, und es ist der letz­te Spiel­tag.“

Mar­cel Meh­lem muss­te in der 72. Spiel­mi­nu­te raus, Kai Bü­low kam für ihn. Rönt­gen­bil­der sol­len am Mon­tag Aus­kunft über Art und Schwe­re der Ver­let­zung des Mit­tel­feld­spie­lers ge­ben. Meh­lem fehl­te am Sonn­tag beim Aus­ra­deln im Wild­park ge­nau­so wie der sei­ner­seits an­ge­schla­ge­ne Bu­rak Ca­mog­lu.

Würz­bur­ger Ki­ckers: Dre­wes, Syh­re, Se­bas­ti­an Ne­u­mann, Ahl­schwe­de, Kauf­mann (86. Fe­lix Mül­ler), Ni­ko­laou, Ema­nu­el Taf­ferts­ho­fer, K.Wa­gner, Skar­la­ti­dis, Ade­mi, Bau­mann (82. Mast).

Karls­ru­her SC: Uphoff, Thie­de, Pisot, Gor­don, Föh­ren­bach, Meh­lem (72. Bü­low), Wa­nit­zek – Ca­mog­lu (85. StrohEn­gel), Fink (69. Pou­rie), Mus­li­ja, Schleu­se­ner.

Schieds­rich­ter: Win­ter Zu­schau­er: 8 057.

Gel­be Kar­ten: –. (Schei­ben­hardt),

OH­NE DURCHSCHLAGSKRAFT blieb das KSC-Mit­tel­feld: Hier schirmt der Würz­bur­ger Ma­xi­mi­li­an Ahl­schwe­de den Ball ge­gen Mar­cel Meh­lem ab. Fo­to: GES

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