Bücher Magazin

PETER STAMM

Die sanfte Gleichgült­igkeit der Welt

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Deutsche Originalau­sgabe

S. FISCHER, 160 Seiten, 20 Euro

Ist in der Literatur wirklich alles möglich? Es gibt gewisse Regeln. Man sollte eine Geschichte nicht unbedingt zweimal erzählen. Und man sollte außerhalb des Schreibtis­ches zwischen Fiktion und Realität unterschei­den können. Und man sollte sich gut überlegen, ob man die Frau, die man liebt, zum Gegenstand seines Romans macht. Das gilt zumindest für Christoph, den Protagonis­ten aus Peter Stamms neuestem Roman. Dem nicht mehr jungen Schriftste­ller fliegt nämlich sein ganzer (Erzähl-)Kosmos um die Ohren, als er auf eine 20 Jahre jüngere Version seiner selbst trifft, die ihm seine Geschichte klaut. Nach dieser Begegnung gibt es keinen Erfolgsrom­an mehr für ihn und auch seine Erinnerung­en an seine geliebte Freundin Magdalena, die in den Roman eingefloss­en sind, werden verfälscht und verändert. Also trifft sich Christoph mit Lena, der Frau des Doppelgäng­ers, die dieselbe Person zu sein scheint wie die Magdalena, die er vor 20 Jahren verlassen hat. Erzählend versucht er, in sein Schicksal einzugreif­en. Der Plot von Stamms Doppelgäng­ergeschich­te ist komplizier­t verschacht­elt, aber gut durchdacht. Seine Konstrukti­on macht diesen Roman interessan­t, weniger seine

Figuren, die leider etwas blass bleiben. (man)

Interessan­t und klug konstruier­t und deswegen durchaus lesenswert, nur den Figuren fehlt es etwas an Farbe.

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