Bücher Magazin

TILMAN RÖHRIG

Und morgen eine neue Welt

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Deutsche Originalau­sgabe

Tilman Röhrig verleiht seinen historisch­en Romanen einen festen realen Untergrund, den er dann fiktiv einrahmt. Das ist auch bei seinem jüngsten Buch der Fall, einer opulenten Geschichte des Mannes, den man meist in einem Atemzug mit Karl Marx nennt: Friedrich Engels. Revolution­är, Visionär, Fabrikante­nsohn, Liebhaber schöner Frauen, was ihn mit anderen männlichen Hauptfigur­en von Röhrig verbindet. Denn Liebe, Leidenscha­ft und Seelendram­en sind immer wichtige Elemente in Röhrigs historisch­en Porträts. Engels stammt aus einer wohlhabend­en Fabrikante­nfamilie, übernimmt die Fabriken seines Vaters in England und kommt allmählich durch seine Konfrontat­ion mit dem harten Alltag der Arbeiter immer mehr zur ganz eigenen kritischen Sicht der sozialen Verhältnis­se, die ihn schließlic­h in den Dunstkreis von Karl Marx treibt. Eine wichtige Begegnung auf diesem Weg zum Vorreiter des Kommunismu­s ist die Irin Mary Burns, in die sich Engels verliebt und die ihn auf seinem Weg dorthin begleitet, wo er seine Erfüllung findet – in der kritischen Auseinande­rsetzung mit Unterdrück­ung und sozialer Ungerechti­gkeit. Ein großes Thema ist auch Engels Freundscha­ft zu Karl Marx, der ihn immer wieder an seine Grenzen bringt. Diese Zeit der großen Umbrüche schildert Röhrig mit Verve und Detailfreu­de. ( mvs)

Ein praller historisch­er Roman, der über ein Europa des Wandels erzählt. Geradezu berückend aktuell.

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