NEW OR­LEANS

Sechs Grün­de für ei­ne Stipp­vi­si­te in der Süd­staa­ten­und Jazz- Me­tro­po­le am Mis­sis­sip­pi

Business Traveller (Germany) - - Inhalt - TEXT TOM OTLEY / SA­BI­NE GA­LAS

4 St­un­den in der Jazz-Me­tro­po­le am Mis­sis­sip­pi

1 St. Lou­is Ca­the­dral New Or­leans ist zu­rück. Auf Hur­ri­kan Ka­tri­na folg­te ei­ne De­ka­de des Wie­der­auf­baus und des neu ent­deck­ten Tou­ris­mus, denn: Die Stadt ist ei­ne der kul­tu­rell in­ter­es­san­tes­ten Me­tro­po­len der USA und weist vie­le se­hens­wer­te Ecken auf. Die Stra­ßen des French Quar­ter et­wa sind ei­ne span­nen­de Mix­tur – ge­prägt von fran­zö­si­schen, spa­ni­schen und afri­ka­ni­schen Ein­flüs­sen. Ein High­light: die St. Lou­is Ca­the­dral ( stlouis­ca­the­dral.org). Die äl­tes­te Ka­the­dra­le Nord­ame­ri­kas stammt ur­sprüng­lich aus dem Jahr 1727, wur­de je­doch in der Ver­gan­gen­heit mehr­fach neu auf­ge­baut. Die heu­ti­ge Kir­che aus dem Jahr 1850 ist ei­ne klas­si­zis­ti­sche Ba­si­li­ka mit den Cha­rak­te­ris­ti­ka der Süd­staa­tenAr­chi­tek­tur. Auf dem glei­chen Grund­stück: das se­hens­wer­te Loui­sia­na Sta­te Mu­se­um ( loui­sia­na­statemu­se­um.org). 2 Jack­son Squa­re Die St. Lou­is Ca­the­dral steht auf dem be­rühm­ten Jack­son Squa­re im French Quar­ter, auf der höchst­ge­le­ge­nen Ebe­ne der Stadt, die selbst Ka­tri­na mehr oder we­ni­ger un­be­scha­det über­stand. Un­ter den Fran­zo­sen und spä­ter un­ter den Spa­ni­ern hieß der Platz, auf dem sei­ner­zeit Pa­ra­den ab­ge­hal­ten und Ge­fan­ge­ne hin­ge­rich­tet wur­den, Place d’Ar­mes bzw. Pla­za de Ar­mas. Heu­te gilt der Jack­son Squa­re, der die Grö­ße ei­nes Häu­ser­blocks hat, als ei­ne his­to­ri­sche Land­mar­ke. Er ist um­säumt von Pon­tal­ba-Häu­sern aus den 1840er-Jah­ren, die klei­ne Bou­ti­quen und Tou­ris­ten­lä­den be­her­ber­gen, und ein be­lieb­ter Hots­pot für Künst­ler, Ar­tis­ten, Li­ve-Bands und ent­spann­te St­un­den im Frei­en. Sei­ne His­to­rie ist der­art be­wegt, dass sich ei­ne ge­führ­te Tour emp­fiehlt, zum Bei­spiel von New Or­leans Se­crets ( no­se­crets­tours.com). 3 French Mar­ket Der French Mar­ket ( french­mar

ket.org) im gleich­na­mi­gen Vier­tel war einst ein Han­dels­platz der in­do­ge­nen Be­völ­ke­rung, dann der ers­te Fleisch­markt Nord­ame­ri­kas, noch spä­ter ein Obst- und Ge­mü­se­markt, und heu­te ist er ein bei Ein­hei­mi­schen und Tou­ris­ten glei­cher­ma­ßen be­lieb­ter Treff­punkt mit bun­ten Lä­den, Ca­fés und Re­stau­rants. Wenn Sie Jazz mö­gen, ge­hen Sie ein Stück die French­men Street hin­un­ter und schau­en Sie im Loui­sia­na Mu­sic Fac­to­ry Re­cord Shop (Nr. 421) vor­bei. Abends soll­ten Sie sich Li­ve-Mu­sik gön­nen in Clubs wie Bam­bou­la’s (516), Mai­son (508), DBA’s (618) oder dem Spot­ted Cat Mu­sic Club (623). Auf­grund sei­ner Ge­schich­te und der zen­tra­len Be­deu­tung für die Ent­ste­hung der Stadt ist der French Mar­ket Teil des Loui­sia­na Af­ri­can Ame­ri­can He­ri­ta­ge Trail.

4 Mis­sis­sip­pi

Viel­leicht wa­ren Sie schon ein­mal am Mis­sis­sip­pi, der ge­wal­ti­ge Strom ist schließ­lich mehr als 3.770 Ki­lo­me­ter lang und fließt durch acht Bun­des­staa­ten. In New Or­leans aber ent­fal­tet er sich zu vol­ler Pracht und Grö­ße. Vom Fluss­ufer aus sieht man al­te Käh­ne, eben­so wie klei­ne Haus­boo­te und rie­si­ge Kreuz­fahrt­schif­fe – der „Big Mud­dy“macht sich breit, be­vor er we­ni­ge Mei­len spä­ter in den Golf von Me­xi­ko mün­det. Das Ufer beim French Mar­ket bie­tet den bes­ten Blick auf den mäch­ti­gen Strom, der dort gan­ze 60 Me­ter tief ist. Zum Schwim­men wür­de ich wo­an­ders hin­ge­hen, aber ei­ne Run­de Son­nen­ba­den und da­bei der ru­hi­gen, kräf­ti­gen Strö­mung lau­schen – das ge­hört zu ei­nem New- Or­leans-Be­such wie ein feucht­fröh­li­cher Abend in ei­nem der le­gen­dä­ren Jazz- Clubs in der Bour­bon Street.

5 Roy­al Street

Weit we­ni­ger be­kannt als die Bars der le­gen­dä­ren Bour­bon Street, da­für aber um­so hüb­scher, ist die his­to­ri­sche Roy­al Street aus dem frü­hen 18. Jahr­hun­dert. Auch sie blieb glück­li­cher­wei­se von der Flut ver­schont und ist heu­te wie da­mals ei­ne schö­ne Fla­nier­stra­ße mit Re­stau­rants, Ho­tels, Ga­le­ri­en, An­ti­qui­tä­ten­lä­den und schö­ner Ar­chi­tek­tur – von der Ca­nal Street durch das French Quar­ter hin­un­ter zur Lo­wer Ninth Ward. Auch wenn es hier kei­ne Mit­bring­sel zum Schnäpp­chen­preis gibt, lohnt sich doch ein Ein­kaufs­bum­mel, zu­mal das Wa­ren­an­ge­bot zwar teu­er, aber ori­gi­nell und von gu­ter Qua­li­tät ist. Schau­en Sie doch mal bei Wind­sor Fi­ne Art, der An­ge­la King Gal­le­ry, Sut­ton Gal­le­ries oder Naghi’s vor­bei. Dort fin­det sich ga­ran­tiert das ei­ne oder an­de­re schö­ne Er­in­ne­rungs­stück.

6 An­toi­ne’s

Wenn Sie noch Zeit üb­rig ha­ben, soll­ten Sie un­be­dingt bei An­toi­ne’s ( an­toi­nes.com) in der St. Lou­is Street ein­keh­ren, mit 176 Jah­ren das äl­tes­te fran­zö­sisch-kreo­li­sche Re­stau­rant der Stadt. Es wird von Ver­wand­ten des Grün­ders An­toi­ne Al­cia­to­re in fünf­ter Ge­ne­ra­ti­on ge­führt – ein tra­di­ti­ons­rei­ches Schmuck­stück der ört­li­chen Gastro­sze­ne. Un­be­dingt pro­bie­ren: Aus­tern Ro­cke­fel­ler oder Eier Sar­dou. Das An­toi­ne’s hat 14 schö­ne Spei­se­sä­le, je­der mit ei­ge­ner His­to­rie und Aus­stat­tung.

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