VW steht vor Mil­li­ar­den­kla­ge

IG Me­tall for­miert Wi­der­stand

Chemnitzer Morgenpost - - FRONT PAGE -

LEIP­ZIG - Rund 700 Leip­zi­ger Gie­ße­rei­ar­bei­ter wer­den zum Spiel­ball im Streit zwi­schen dem Volks­wa­gen-Kon­zern und der Prevent-Grup­pe der bos­ni­schen Fa­mi­lie Has­tor. Der Zu­lie­fe­rer soll ei­nem in­ter­nen Pa­pier zu­fol­ge die Prei­se für Pro­duk­te von Hal­berg Guss zum Teil ver­zehn­facht ha­ben.

Hal­berg Guss stellt Kur­bel­ge­häu­se, Zy­lin­der­köp­fe und Kur­bel­wel­len her - Teile, die VW of­fen­bar so schnell nicht von an­de­ren An­bie­tern be­zie­hen kann. Das soll Prevent nun für ho­he Preis­for­de­run­gen nut­zen. Es geht um Auf­schlä­ge bis zum Fak­tor 10 auf das ver­ein­bar­te Ni­veau als „Auf­lauf­prei­se“. Das geht aus ei­nem Be­schwer­de­brief von VW an die Hal­berg-Ge­schäfts­füh­rung her­vor, wel­cher der Deut­schen Pres­se-Agen­tur zu­ge­spielt wur­de. Dem­nach for­dert das Un­ter­neh­men al­lein im zwei­ten Quar­tal 150 bis 180 Mil­lio­nen Eu­ro mehr.

„Ei­ne mie­se Zo­cke­rei auf dem Rü­cken der Be­schäf­tig­ten“, schimpft Leip­zigs IG-Me­tall-Chef Bernd Krup­pa. Die Ge­werk­schaft be­riet ges­tern be­reits über Ak­tio­nen. „Wir be­rei­ten knall­har­ten Wi­der­stand vor, auch Streiks sind mög­lich“, kün­digt Krup­pa an. Die IG Me­tall be­fürch­tet, dass VW per­spek­ti­visch die Zu­sam­men­ar­beit mit Hal­berg auf­kün­di­gen wird. So wie im Fall der Prevent-Toch­ter ES Guss Schön­hei­de, wo im Streit mit VW be­reits 165 Mit­ar­bei­ter ih­ren Job ver­lo­ren. -bi.-

Der Fir­men­sitz der Prevent-Grup­pe in War­men­au. Schon im April de­mons­trier­ten Hal­berg-Mit­ar­bei­ter ge­mein­sam mit Be­schäf­tig­ten der Prevent-Toch­ter­fir­ma ES Guss in Leip­zig ge­gen die Zo­cke­rei der Bos­ni­er.

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