Bay­ern vor his­to­ri scher Land­tags­wahl CSU droht Me­ga-Klat­sche

Chemnitzer Morgenpost - - POLITIK -

MÜN­CHEN - Bay­ern gleich CSU, CSU gleich Bay­ern - da­mit dürf­te ab Sonn­tag Schluss sein: Die weiß­blaue Re­gio­nal­par­tei steht vor ei­ner schmerz­haf­ten Zä­sur, der Frei­staat vor ei­ner his­to­ri­schen Zei­ten­wen­de. Bei der Land­tags­wahl droht See­ho­fer und Co. der To­tal-Ab­sturz.

„Es spricht ei­ni­ges da­für, dass wir tat­säch­lich ei­ne gro­ße Wen­de se­hen wer­den“, sagt die Münch­ner Po­li­tik-Pro­fes­so­rin Ur­su­la Münch (57). Es kön­ne sein, dass nun auch in Bay­ern die Zei­ten ab­so­lu­ter Mehr­hei­ten für ei­ne Par­tei ein für al­le Mal vor­bei sei­en. „Die­sen Nim­bus, die­ses Al­lein­stel­lungs­merk­mal, droht die CSU zu ver­lie­ren.“

Laut Um­fra­ge lie­gen die Christ­so­zia­len bei nur noch 32,9 Pro­zent. Die Grü­nen kom­men auf ei­nen Re­kord­wert von 18,5 Pro­zent, er­gab die On­line-Um­fra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts Ci­vey für „SPON“. AfD: 12,8 Pro­zent, SPD: 11,0 Pro­zent, Freie Wäh­ler: 9,8 Pro­zent. Die FDP kann sich mit 5,9 Pro­zent Hoff­nun­gen auf den Ein­zug ins Par­la­ment ma­chen. Die Lin­ke blie­be mit 3,9 Pro­zent drau­ßen.

Rech­ne­risch mög­lich wä­re den Zah­len zu­fol­ge als ein­zi­ges Zwei­er­bünd­nis ei­ne schwarz-grü­ne Ko­ali­ti­on. Grü­nen-Chef Ro­bert Ha­beck (49) hält die­se Va­ri­an­te grund­sätz­lich für denk­bar - wenn die Be­din­gun­gen stim­men. „Na­tür­lich ist es un­ser An­spruch, ei­nen Neu­an­fang mit­zu­ge­stal­ten“, sag­te er der „Augs­bur­ger All­ge­mei­nen“. Und mit Blick auf den il­li­be­ra­len un­ga­ri­schen Pre­mier Vik­tor Or­bán (55): „Wenn die CSU an ei­ner Or­bán-las­ti­gen, an­ti­eu­ro­päi­schen Po­li­tik fest­hält, wenn sie wei­ter Gren­zen hoch­zie­hen will, wä­ren Ge­sprä­che über ei­ne et­wai­ge Ko­ali­ti­on schnell er­le­digt.“

Al­ler­dings ist ei­ner Um­fra­ge des In­sti­tuts GMS zu­fol­ge je­der zwei­te Wahl­be­rech­tig­te noch un­ent­schlos­sen: 53 Pro­zent ga­ben an, ih­re Wahl­teil­nah­me oder Wahl­ab­sicht sei noch un­si­cher. So oder so: CSU-Chef Horst See­ho­fer (69) und Bay­erns Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der (51, CSU) schie­ben sich be­reits ge­gen­sei­tig die Schuld für das be­fürch­te­te Wahl-De­ba­kel zu.

Darf er nach ei­ner Wahl­plei­te wei­ter­ma­chen? Mar­kus Sö­der (51) ist erst seit März Mi­nis­ter­prä­si­dent in Bay­ern. Sa­ti­risch oder ge­schmack­los? „Die Par­tei“sorgtmit die­sem Wahl­pla­kat für Auf­re­gung bei der CSU.

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