West-Rei­sen nach Wunsch! So tricks­te Zau­ber­pe­ter die DDR aus

Chemnitzer Morgenpost - - SACHSEN -

DRES­DEN - „Ich ha­be al­le mei­ne Träu­me ge­lebt!“Pe­ter Kers­ten (75) ali­as der „Zau­ber­pe­ter“hat viel er­lebt. Er war DER Zau­be­rer der DDR, wur­de schnell zum Lieb­ling des Fern­seh­pu­bli­kums, reis­te für Auf­trit­te durch die ge­sam­te Re­pu­blik und war das Aus­hän­ge­schild in ganz Eu­ro­pa und den USA. Die MOPO traf Pe­ter Kers­ten (75) zum In­ter­view über sein span­nen­des Le­ben.

„Ich woll­te schon im­mer Zau­be­rer werden, mei­ne El­tern woll­ten das aber nicht.“Des­halb stu­dier­te er nach dem Abi erst mal Che­mie, mach­te sein Di­plom. „Weil ich nicht zum Wehr­dienst woll­te, ha­be ich ein­fach noch ein Di­plom ge­macht - und zwar in In­do­ne­si­en­kun­de.“Ne­ben­bei hat Kers­ten aber nie auf­ge­hört, neue Zau­ber­tricks zu ler­nen. „Ich war schon als Stu­dent gut ge­bucht, ha­be mir so im­mer

et­was da­zu­ver­dient.“

Und gleich nach sei­ner Dok­tor­ar­beit be­kam der „Zau­ber­pe­ter“sein ers­tes En­ga­ge­ment: „Ich war Teil ei­ner Re­vue im Fried­rich­stadt­pa­last!“Schnell ent­deck­te auch das Aus­land den ta­len­tier­ten Ma­gier aus der DDR. „Ich be­kam ei­ne Ein­la­dung zum Zau­ber­kon­gress in die USA und durf­te wirk­lich da­hin fah­ren.“

Von da an ging es für Kers­ten um die Welt. Eu­ro­pa, USA, Va­nua­tu (Süd­pa­zi­fik), lan­ge spiel­te er auch im Win­ter in Ho­tels in Ös­ter­reich. „Da­bei ha­be ich ein­mal auch den spa­ni­schen Kö­nig Juan Car­los (80) und sei­ne Frau, Kö­ni­gin So­fia (79), ken­nen­ge­lernt“, er­in­nert sich Kers­ten. „Für ihn gab es meh­re­re Pri­vat­vor­stel­lun­gen, am

En­de woll­te er ein Au­to­gramm von mir. Ich schrieb: Für Kö­nig Edu­ar­do. Da stups­te mich So­fia an und mein­te: Mein Mann heißt Juan Car­los, Edu­ar­do ist un­ser Ski­leh­rer.“

Aus sei­ner Stel­lung als Vor­zei­ge­künst­ler zog „Zau­ber­pe­ter“hin und wie­der auch mal sei­nen Nut­zen. „Im­mer, wenn ich Ur­laub ma­chen woll­te - im Schwarz­wald oder in Frank­reich ha­be ich mir selbst Ver­trä­ge ge­schrie­ben! Das ging, weil ich ei­ne ei­ge­ne Künst­ler­agen­tur in Han­no­ver auf­ge­macht ha­be, über die ich mich ein­fach selbst in den Wes­ten en­ga­giert ha­be.“Cle­ver, so konn­te sich Kers­ten auf Wunsch je­der­zeit in den Wes­ten trick­sen. Wer das DDR-Ur­ge­stein ein­mal selbst li­ve er­le­ben möch­te, hat im No­vem­ber die Ge­le­gen­heit da­zu: Mit dem Pro­gramm „Weih­nachts­zau­ber in­ter­na­tio­nal“ist er am 3. und 10. No­vem­ber in sei­ner al­ten Wir­kungs­stät­te, auf Schloss Ku­ckuck­stein, zu Gast.

Pe­ter Kers­ten (75) hat als Zau­be­rer fast die gan­ze Welt be­reist. Die­se Mas­ke aus der Süd­see hat er zu ei­nem Zau­be­ru­ten­sil um­ge­baut.So ken­nen ihn die meis­ten noch: Als „Zau­ber­pe­ter“mach­te Pe­ter Kers­ten (75) in der DDR schnellKar­rie­re, war vie­le Jah­re im Kin­der­fern­se­hen oder auch bei „Ein Kes­sel Bun­tes“zuse­hen.Sein Le­ben als Zau­be­rer hat Pe­ter Kers­ten (75) in sei­nem Buch „Der Zau­ber­pe­ter“Re­vue pas­sie­ren las­sen.

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