Iro­nie der Ge­schich­te

Chemnitzer Morgenpost - - CHEMNITZ - Von Tors­ten Schil­ling

S chon ko­misch, dass der Chem­nit­zer Stadt­rat vor ei­nem Jahr be­schloss, Frau­en bei Stra­ßen­na­men zu be­vor­zu­gen. Nun er­hal­ten die Moral­apos­tel von Rot-Rot-Grün ei­ne Ab­fuhr. Iro­nie der Ge­schich­te: Von ei­nem Mann mit grü­nem Par­tei­buch.

D er Be­schluss zu den weib­li­chen Stra­ßen­na­men war an Ver­kramp­fung nicht zu über­bie­ten. Wenn der Herr Rie­mann der­einst die Fir­ma grün­de­te, die Welt­ruhm er­lang­te, dann ist das ein his­to­ri­scher Fakt. War­um nicht ei­nen Weg nach ihm be­nen­nen? Es gab an­de­re gro­ße Män­ner in Chem­nitz, de­ren Lo­ko­mo­ti­ven et­wa welt­weit ei­nen gu­ten Na­men hat­ten. Gut, dass die Bau­ver­wal­tung Sach­ver­stand und Fin­ger­spit­zen­ge­fühl wal­ten lässt.

U m eins klar­zu­stel­len: Frau­en sind nicht nur min­des­tens genau­so schlau und leis­tungs­fä­hig wie Män­ner. Sie sind viel, viel stär­ker - sie­he Kin­der­krie­gen. Es hat durch­aus ei­ne Wei­le ge­dau­ert, ehe sich das in der west­li­chen Welt her­um­ge­spro­chen hat. Der Frau­en­na­men-Be­schluss ist trotz­dem nicht mehr als frü­her der Blu­men­strauß am 8. März für die Leh­re­rin: ei­ne bun­te, aber hoh­le Ges­te. Weg da­mit.

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