Ge­schen­keWahn­sinn

Chemnitzer Morgenpost - - CHEMNITZ - Von Isa­bel S. Möl­ler

Oh du Fröh­li­che - oder: Oh du Trau­ri­ge? Men­schen tum­meln sich an ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­gen in der Ci­ty, um für ih­re Liebs­ten Ge­schen­ke zu shop­pen. Da­bei ge­ben die Deut­schen im­mer mehr Geld für Prä­sen­te aus, wäh­rend bei an­de­ren der Platz un­term Weih­nachts­baum leer bleibt. I mmer teu­rer, ex­klu­si­ver und vor al­lem: im­mer mehr! Von Jahr zu Jahr ver­su­chen wir uns mit Ge­schen­ken zu über­trump­fen. Weih­nach­ten wird zum Wett­be­werb. Da­bei ver­schwen­den wir nur sel­ten ei­nen Ge­dan­ken an die­je­ni­gen, de­nen es schlecht geht. Ein­sa­me Se­nio­ren zum Bei­spiel, die kei­ne An­ge­hö­ri­gen mehr ha­ben, die ih­nen ei­ne Weih­nachts­freu­de ma­chen könn­ten. Oder not­lei­den­de Kin­der, die sich über klei­ne Sü­ßig­kei­ten mehr freu­en als das Nach­bars­kind über ein neu­es iPho­ne. E s ist trau­rig, dass wir uns in der Vor­weih­nachts­zeit mehr auf Ama­zon und Co. her­um­trei­ben als im wirk­li­chen Le­ben. Ein Blick nach links und rechts hilft, die Scheu­klap­pen zu ver­lie­ren. Statt das x-te Ge­schenk zu kau­fen, soll­te man lie­ber et­was Gu­tes für Men­schen tun, de­nen es ge­ra­de nicht so gut geht - und zum Bei­spiel durch Spen­den die Welt ein klei­nes biss­chen bes­ser ma­chen. Be­richt S. 6

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