AKK ist die neue Mer­kel

+++ Kramp-Kar­ren­bau­er neue CDU-Che­fin +++ Knap­per Sieg ge­gen Merz +++ Mer­kel ver­drückt Trä­ne zum Ab­schied +++

Chemnitzer Morgenpost - - FRONT PAGE -

HAM­BURG - Die Ära An­ge­la Mer­kel (64) ist zu En­de - zu­min­dest als CDU-Che­fin. Und die Par­tei hat sich wie­der für ei­ne Frau an der Spit­ze ent­schie­den: An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er (56) - in­tern kurz „AKK“- hat die Kampf­ab­stim­mung um den CDU-Vor­sitz ge­gen Fried­rich Merz (63) ge­won­nen. Wird die Saar­län­de­rin auch un­se­re nächs­te Kanz­le­rin?

Selbst wenn die Chan­ce für Mer­kel jetzt grö­ßer ist, bis zum En­de der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode durch­zu­re­gie­ren: Bei der nächs­ten Wahl hat die frü­he­re Saar-Mi­nis­ter­prä­si­den­tin als Par­tei­che­fin das ers­te Zu­griffs­recht auf die Kanz­ler-Kan­di­da­tur.

Der AKK-Sieg auf dem Ham­bur­ger Par­tei­tag fiel hauch­dünn aus. Im zwei­ten Wahl­gang si­cher­te sich die drei­fa­che Mut­ter die ab­so­lu­te Mehr­heit der Stim­men. 517 De­le­gier­te vo­tier­ten für AKK (51,75 Pro­zent), 482 für Merz (48,25 Pro­zent) - am En­de war es ein 35-Stim­men-Vor­sprung in der Stich­wahl. Ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (38) war be­reits im ers­ten Wahl­gang aus­ge­schie­den.

In ih­rer Be­wer­bungs­re­de hat­te Kramp-Kar­ren­bau­er er­klärt, die CDU müs­se ei­ne Par­tei sein, die Mut hat an­statt „ängst­lich nach rechts und nach links zu schau­en“. Merz for­der­te, von die­sem Par­tei­tag müs­se „ein Si­gnal des Auf­bruchs und der Er­neue­rung“aus­ge­hen. Wäh­rend AKK mit ei­ner ful­mi­nan­ten Kampf­re­de über­rasch­te, blieb der Ex-Uni­ons­frak­ti­ons-Chef für sei­ne Ver­hält­nis­se eher blass.

Nach der Nie­der­la­ge rief Merz sei­ne An­hän­ger auf, die neue Par­tei­che­fin zu un­ter­stüt­zen. Der Ju­rist bot der Par­tei zwar sei­ne wei­te­re Mit­hil­fe an, ver­zich­tet aber ganz of­fen­sicht­lich auf ei­ne füh­ren­de Po­si­ti­on. Kramp-Kar­ren­bau­er will heu­te ihr ei­ge­nes Er­be re­geln und ei­nen neu­en Ge­ne­ral­se­kre­tär be­nen­nen.

Vor dem Wahl­kri­mi ha­ben die De­le­gier­ten Mer­kel nach 18 Jah­ren an der Par­tei­spit­ze ver­ab­schie­det. Ih­re Ab­schieds­re­de wur­de gut zehn Mi­nu­ten be­klatscht und be­ju­belt. Die Kanz­le­rin kämpf­te mit den Trä­nen. In ih­rer letz­ten Re­de als Vor­sit­zen­de sag­te Mer­kel: „Für mei­ne Ver­bun­den­heit mit der Par­tei brau­che ich kei­nen Par­tei­vor­sitz und Bun­des­kanz­le­rin bin ich ja auch noch.“Ih­rer Par­tei wünsch­te sie für die Zu­kunft auch „Fröh­lich­keit im Her­zen“.

Ex-Uni­ons­frak­ti­ons-Chef Fried­rich Merz (63) gab sich auf dem Ham­bur­ger Par­tei­tag trotz der Nie­der­la­ge als fai­rer Ver­lie­rer.

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