Rums-Ur­teil ge­gen Au­to­ma­ten­bom­ber

Chemnitzer Morgenpost - - FRONT PAGE -

GLAUCHAU/CHEMNITZSi­e spreng­ten Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten in ganz Sach­sen in die Luft: Ric­car­do S. (39) und Ri­co D. (30) mach­ten ge­mein­sa­me Sa­che, um ih­re Dro­gen­sucht zu fi­nan­zie­ren. Am Land­ge­richt Chem­nitz wur­den sie ges­tern je­weils zu drei­ein­halb Jah­ren Haft ver­ur­teilt.

Crys­tal und Can­na­bis wa­ren Ric­car­dos bes­te Freun­de: 13 Gramm kon­su­mier­te er täg­lich. Mit 17 Jah­ren saß er schon im Ju­gend­knast, kam dort erst­mals mit Dro­gen in Be­rüh­rung. Zwi­schen­zeit­lich hat­te Ric­car­do sein Le­ben zwar un­ter Kon­trol­le - er ar­bei­te­te neun Jah­re als Koch in der Schweiz und ver­dien­te gu­tes Geld. Doch als sei­ne Freun­din sich trenn­te, kehr­te er noch Lom­matzsch zu­rück und lern­te dort den ar­beits­lo­sen Ri­co D. ken­nen.

Um die Schul­den bei ih­rer Dea­le­rin „Frau N.“zu be­zah­len, be­gann das Duo im Ju­li 2018 ei­ne Kar­rie­re als Au­to­ma­ten­spren­ger. „Frau N. hat uns die Böl­ler aus Tsche­chi­en be­sorgt und uns da­zu in­spi­riert“, er­klär­te Ric­car­do vor Ge­richt. Ge­plant ha­be er die Ta­ten selbst. Am An­fang zog er al­lein los (Wur­zen). In wei­te­ren vier Fäl­len (Mitt­wei­da, Glauchau, Grö­ditz, Naun­hof) half Ri­co D. Je­des Mal stand der Rä­dels­füh­rer un­ter Dro­gen­ein­fluss. Er­beu­tet wur­den ins­ge­samt 9 550 Eu­ro. Der Sach­scha­den je­doch be­läuft sich auf das Zehn­fa­che - rund 100 000 Eu­ro.

Um Dro­gen-Schul­den be­glei­chen zu kön­nen, spreng­ten Ric­car­do S. (39, l.) und Ri­co D. (30) fünf Fahr­kar­ten­au­to­ma­ten in die Luft.

Am Bahn­hof Mitt­wei­da muss­te ein Au­to­mat der Mit­tel­deut­schen Re­gi­o­bahn (MRB) dran glau­ben. Scha­den: 30 000 Eu­ro. Beu­te: 3 900 Eu­ro.

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