Ze­hen­bruch, Vor­run­den-Aus! Dra­ma um Che­fin Ma­roz­san

Chemnitzer Morgenpost - - FUSSBALL -

VALENCIENN­ES - Der Schock-Dia­gno­se sol­len ei­ne Trotz­re­ak­ti­on und ei­ne Leis­tungs­stei­ge­rung fol­gen. Nach dem bit­te­ren Vor­run­den-Aus von Spiel­ma­che­rin Dz­se­ni­fer Ma­roz­san bei der WM in Frank­reich will die deut­sche Frau­en-Na­tio­nal­mann­schaft noch en­ger zu­sam­men­rü­cken und hat sich auf den nächs­ten Geg­ner Spa­ni­en ein­ge­schwo­ren.

„Wir wa­ren erst mal al­le ge­schockt und trau­rig“, er­klär­te Team­kol­le­gin Leo­nie Mai­er, um prompt in den Kampf­mo­dus um­zu­schal­ten und zu ver­spre­chen: „Das müs­sen wir jetzt im Kol­lek­tiv kom­pen­sie­ren. Wir wol­len für Ma­ro spie­len.“

Vorm heu­ti­gen zwei­ten Grup­pen­spiel ge­gen die Spa­nie­rin­nen in Valencienn­es (18.00 Uhr/ZDF) gab Bun­des­trai­ne­rin Mar­ti­na Voss-Teck­len­burg De­tails zur Art und Schwe­re der Ver­let­zung und der mut­maß­li­chen Aus­fall­dau­er der ei­gent­lich un­ver­zicht­ba­ren Cham­pi­ons-Le­ague-Sie­ge­rin von Olym­pi­que Lyon be­kannt.

Die 27-jäh­ri­ge Ma­roz­san er­litt zum Auf­takt ge­gen Chi­na (1:0) schon in der An­fangs­pha­se bei ei­nem Foul ei­nen Bruch des mitt­le­ren Zehs am lin­ken Fuß. „Sie hat da­mit noch 75 Mi­nu­ten durch­ge­spielt, auf die Zäh­ne ge­bis­sen und sich in den Di­enst der Mann­schaft ge­stellt“, er­läu­ter­te Voss-Teck­len­burg. „Der Be­fund war na­tür­lich ein Schock. Wir muss­ten das al­le erst mal ver­dau­en“, sag­te die 51-jäh­ri­ge Trai­ne­rin. „Der Aus­fall tut weh, auch per­sön­lich. Auch Dz­se­ni muss­te das erst mal ver­ar­bei­ten, weil es für sie na­tür­lich ein be­son­de­res Tur­nier ist.“

Die Spiel­ma­che­rin zeig­te sich den­noch kämp­fe­risch. Es ge­be für sie kei­nen Grund, „den Kopf hän­gen zu las­sen. Wer mich kennt, weiß ganz genau, dass ich jetzt nicht so ein­fach auf­ge­ben wer­de.“

Bit­te­re Se­rie: Das Ver­let­zungs­pech warf die „U 20“-Welt­meis­te­rin (2010), Eu­ro­pa­meis­te­rin (2013) und Olym­pia­sie­ge­rin (2016) er­neut zu­rück. Ob sie im Tur­nier­ver­lauf noch ein­mal ein­grei­fen kann, ist of­fen.

Min­des­tens im drit­ten Grup­pen­spiel in Mont­pel­lier ge­gen Süd­afri­ka am Mon­tag wird sie laut Voss-Teck­len­burg noch feh­len. Was dann kommt und wie der Hei­lungs­ver­lauf ver­läuft, kann nie­mand vor­her­sa­gen. Da­her ver­zich­te­te die Trai­ne­rin auch auf jeg­li­che Pro­gno­se.

Zu­mal sich die DFB-Elf ja auch erst für die K.o.-Run­de - be­gin­nend mit dem Ach­tel­fi­na­le - qua­li­fi­zie­ren muss. Mit ei­nem Sieg ge­gen Spa­ni­en wä­re das so gut wie ge­schafft.

Wie das Trai­ner­team kon­kret auf das Feh­len der Re­gis­seu­rin und Takt­ge­be­rin re­agie­ren will, ver­riet Voss-Teck­len­burg nicht. Nur, dass sie ge­gen das Team von Jor­ge Vil­da ei­ne ver­än­der­te Start­elf auf­bie­ten wird, „nicht nur we­gen des Aus­falls“, son­dern auch aus tak­ti­schen Er­wä­gun­gen.

Im Spiel ge­gen Chi­na wur­de Dz­se­ni­fer Ma­roz­san mehr­fach bru­tal ge­foult - und brach sich die Ze­he.

Mar­ti­na Vos­sTeck­len­burg

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