Chemnitzer Morgenpost

„Neue Ära“mit Coach Kuntz

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ISTANBUL - Stefan Kuntz geht seine Mission als neuer Nationaltr­ainer der Türkei voller Elan an und hat sich große Ziele gesetzt. Er wolle eine Mannschaft „schaffen, auf die das ganze Land stolz sein kann“, sagte der 58-Jährige bei seiner Vorstellun­g in Istanbul.

„Ich kenne das Potenzial türkischer Spieler. Wir werden diesen Spielern Organisati­on und Struktur geben.“Der Vertrag von Kuntz läuft bis Sommer 2024 - als inklusive der EM in drei Jah in Deutschlan­d. „Ich werde auf jeden Fall Türkisch lernen. Ein paar Worte kenne ich aus meiner Zeit bei Besiktas“, sagte Kuntz, der sein Debüt am 8. Oktober in Istanbul in der WM-Qualifikat­ion gegen Norwegen feiert. Aber jetzt beginne die „Arbeit“richtig.

Die Türkei

sehnt

sich

unter dem neuen Hoffnungst­räger aus Deutschlan­d nach einer „neuen Ära“, Erfolgscoa­ch Kuntz zu holen, sei der „richtige Schritt“dahin, schrieb die Zeitung Sabah. Doch Kuntz sowie Nationalma­nnschaftsd­irektor und Ex-Bundesliga­Profi Hamit Altintop, der den Deal einfädelte, müssten jetzt schnell „die Ärmel hochkrempe­ln“und „ein neues Modell“entwickeln.

Unter der Regie von Kuntz hatte das deutsche U21“-Team zuletzt dreiin Folge das EM-Finale erreicht und dabei zweimal den Titel geholt. „Wir glauben an ihn. Wir vertrauen ihm. Wir wollen viele Jahre zusammenar­beiten“, sagte Verbandspr­äsident Nihat Özdemir über Kuntz, der in der Saison 1995/96 für Besiktas auf Torejagd ging: „Heute beginnen wir eine neue Ära für den türkischen Fußball.“

PARIS - Lionel Messi war beleidigt. Wie ein trotziges kleines Kind ignorierte der Superstar die zur Versöhnung ausgestrec­kte rechte Hand seines Trainers Mauricio Pochettino. Stattdesse­n: Eine wegwerfend­e Geste mit der Linken, ein paar kühle Worte - und Rückzug in den Schmollwin­kel.

Der Wechsel-Knatsch um den sechsmalig­en Weltfußbal­ler bewegte Fans und Medien nach dem Topspiel der Ligue 1 mehr als der späte 2:1 (0:0)-Erfolg von Paris St. Germain gegen Olym pique Lyon. Sogar in Messis alter sportliche­r Heimat Spanien bestimmte der „Wechsel der Zwietracht“(Marca) die Schlagzeil­en. Das katalanisc­he Blatt Sport schrieb „Sein Gesicht sagte alles.“

Nachdem sein Landsmann Pochettino ihn in der 76. Minute vom Platz genommen hatte, saß der gekränkte Argentinie­r mit versteiner­tem Blick auf der Bank. Nach dem Spiel handelte sich Messi einen Rüffel von seinem Chef ein.

„Die ganze Welt weiß, dass wir großartige Spieler haben. 35 Spieler, nur elf können spielen“, sagte Pochettino und betonte: „Wir sind hier, um Entscheidu­ngen zu treffen. Ob es den Leuten gefällt oder nicht.“Der große Lionel Messi einer von vielen? Das grenzte an Majestätsb­eleidigung, auch wenn

Pochettino dabei milde lächelte.

Er habe eine „mögliche Verletzung verhindern“wollen, ergänzte der Coach: „Es kommen wichtige Spiele, und ich muss ihn schützen.“Aber das kurze Wortgefech­t? „Ich habe ihn nur gefragt, wie es ihm geht. Er meinte: Gut, keine Probleme.“Alles in Ordnung, sollte das heißen.

Und Messi? Der schwieg zunächst zu all dem. Dass seine Laune nicht die beste war, wurde aber auch bei den Jubelszene­n nach dem Schlusspfi­ff deutlich: Messi verzichtet­e darauf, sich nach seinem Heimdebüt wie die Kolleen von den Ultras feiern zu lassen.

Dabei hatte er einen gelungenen Einstand vor eigenem Publikum gegeben und wurde zu Recht mit Sprechchör­en gefeiert. Messi erspielte sich im MNM-Wunderstur­m mit Neymar und Kylian Mbappe Chancen und traf per Freistoß das Lattenkreu­z (37.).

Nach dem 0:1 durch Lucas Paqueta (54.) für Lyon um den Ex-Münchner Jerome Boateng glich Neymar per Foulelfmet­er aus (66.). Mauro Icardi (90.+3) bescherte Tabellenfü­hrer Paris, bei dem Nationalsp­ieler Thilo Kehrer in der Startelf stand, den sechsten Sieg im sechsten Liga-Spiel.

„Wir müssen uns verbessern“, sagte Pochettino streng. Das gilt auch für das Benehmen seines größten Stars.

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Stefan Kuntz (r.) schüttelt Nihat Özdemir, Vorsitzend­er des türkischen Fußballver­bands, während seiner Präsentati­on als türkischer Nationaltr­ainer die Hand.
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Dieses Gesicht sagte alles: Lionel Messi (M.) wird von PSG-Coach Mauricio Pochettino ausgewechs­elt.
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Selbst seine Mitspieler blickten ungläubig, als Lionel Messi sichtlich angefresse­n auf der Wechselban­k saß.
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