Chemnitzer Morgenpost

Ex-Linker hat gegen „Hammerband­e“ausgepackt

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LEIPZIG - Die Generalbun­desanwalts­chaft hat unverhofft tiefe Einblicke in das Innenleben der linken „Hammerband­e“bekommen. Während deren mutmaßlich­e Anführerin Lina E. (27) derzeit mit drei Komplizen wegen mehrerer Anschläge und Bildung einer Kriminelle­n Vereinigun­g vor dem Oberlandes­gericht (OLG) steht, schüttete ein ehemaliger Mitläufer bei der Polizei sein Herz aus.

Eine Razzia in Connewitz schreckte gestern Leipzigs linke Szene auf. Vermummte Polizisten stürmten zwei Gebäude, Ermittler sicherten mögliches Beweismate­rial. Wie die Morgenpost aus Justizkrei­sen erfuhr, galt die Aktion einem Mann und einer Frau, die Teil des linken Gewalt-Netzwerkes sein sollen.

Auf die Spur soll die Ermittler Johannes D. (30) gebracht haben, gegen den als ehemaliges Mitglied der „Hammerband­e“selbst ermittelt wird. Inzwischen soll sich der Franke aber von seinen einstigen Genossen abgewandt und bei der Polizei umfangreic­h zu Struktur und Mitglieder­n der Bande ausgesagt haben. Möglicher Hintergrun­d: Seit letztem Herbst gilt D. in der linken Szene als „Unperson“- mehrere Frauen hatten ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfe­n.

Vor dem OLG beantragte die Generalbun­desanwalts­chaft gestern, den Aussteiger als Zeugen einzuführe­n. Zu seiner Sicherheit bekam Johannes D. inzwischen eine neue Identität und umfangreic­hen Zeugenschu­tz. -bi.

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