Chemnitzer Morgenpost

Zu früh gestartet? Ballonfahr­er vor Gericht

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on Eric Hofmann

DRESDEN - Seit Jahren ist Jens Großmann (55) mit Ballon und Zeppelin im Großraum Dresden unterwegs, leitet als Geschäftsf­ührer auch ein entspreche­ndes Unternehme­n. Doch am 10. Juli 2020 fühlte sich ein Anwohner von seinem Fluggerät gestört. Nun soll der Ballonfahr­er 150 Euro Bußgeld zahlen.

5.25 Uhr hob Großmann wie n oft zuvor im Dresdner Ostraege ab, sieben Minuten später de er am Himmel fotografie­rt mit diesem Bild angezeigt. sächlich hatte der Pilot im Jahr 2020 einen Bescheid, der ihm zwischen Montag und Freitag erst den Start ab 6 Uhr erlaubte. In den Bescheiden der Vorjahre und danach durfte er schon ab der „bürgerlich­en Morgendämm­erung“abheben. Das ist der Zeitpunkt, an dem der Mittelpunk­t der Sonne noch sechs Grad unter dem Horizont liegt. Das wäre am 10. Juli schon gegen 4 Uhr gewesen.

Doch Großmann hatte den Bescheid nicht geprüft. „Man geht ja davon aus, dass die Behörde immer die gleichen Uhrzeiten erlaubt“, sagte er vor dem Amtsgerich­t. Dort wollte er sich gegen die 150 Euro Bußgeld wehren. „Auch weil man später mit dem Ballon gar nicht mehr starten kann.“Wenn die Sonne bereits länger scheint, erwärmt sich die Luftschich­t am Boden. Dadurch kann es zu Böen kommen, die den Start gefährden.

Das Gericht verwies jedoch auf den Formalakt. „Wenn Sie mit einem Bescheid nicht einverstan­den sind, müssen Sie dagegen vorgehen“, so der Richter. Großmann sah ein, dass sein Widerspruc­h wenig aussichtsr­eich war, und zog ihn deshalb zurück.

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