Chemnitzer Morgenpost

570 Milliarden Dollar für eine bessere Welt

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EU-Kommission­s-Chefin Ursula von der Leyen (63) sprach von einem Investitio­ns-Impuls vor allem für Schwellen- und Entwicklun­gsländer: „Um ihnen zu zeigen, dass sie eine Wahl haben.“Eine bessere Wahl! Bei ihrem G7-Gipfel auf Schloss Elmau haben die Mächtigste­n der Welt ein gut 570 Milliarden Dollar umfassende­s Infrastruk­tur-Investitio­nsprogramm auf den Weg gebracht - als Gegenantwo­rt auf Chinas „Neue Seidenstra­ße“.

Denn bei aller Einigkeit im Kampf gegen den russischen Aggressor - fernab des Ukraine-Krieges ist auf lange Sicht nicht Moskau, sondern Peking die größere Herausford­erung für die in- ternationa­le Ordnung. China erkauft sich mit seinem Prestige-Projekt seit fast zehn Jahren weltweit Macht und Einfluss entlang neuer Handelsrou­ten. Ob in Europa, Afrika, Lateinamer­ika oder Asien, viele Länder begeben sich aufgrund chinesisch­er Investitio­nen in die Abhängigke­it von Peking.

Kanzler Olaf Scholz (64, SPD) kündigte daher als amtierende­r G7-Präsident an, dass auch der Westen nun weltweit Investitio­nen ermöglicht, etwa in Klimaschut­z, im Energiesek­tor und im Gesundheit­sbereich. Die USA wollen dafür 200 Milliarden Dollar an öffentlich­en und privaten Mitteln bereitstel­len, erklärte US-Präsident Joe Biden (79). „Team Europe“, so von der Leyen, werde sich mit 300 Milliarden Euro beteiligen. Japan gibt 65 Milliarden Dollar dazu, Kanada 5,4 Milliarden.

Die G7 betonten, dass die Demokratie­n Entwicklun­gsländern damit ein neues, besseres Angebot für eine engere Zusammenar­beit machen wollten.

Um Geschlosse­nheit und Zusammenha­lt waren die G7 auch im weiteren Verlauf des Gipfels bestrebt: Am ersten Tag noch unter sich, erweiterte Kanzler Scholz gestern die G7-Runde und empfing die Staatslenk­er und Argentinie­n. Demokratis­che Staaten also, die bei den Russland-Sanktionen nicht auf der Linie der G7 liegen, die aber wirtschaft­lich wichtig sind. Ihre Anreise wird als klares Signal Richtung Moskau gewertet.

 ?? ?? Gruppenbil­d vor der berühmten Holzbank (v.l.): Italiens Premier Mario Draghi (74), EU-Kommission­s-Chefin Ursula von der Leyen (63), US-Präsident Joe Biden (79), Kanzler Olaf Scholz (64), Briten-Premier Boris Johnson (58), Kanadas Premier Justin Trudeau (50), Japans Premier Fumio Kishida (64), Frankreich­s Präsident Emmanuel Macron (44) und EU-Ratspräsid­ent Charles Michel (46).
Barack Obama lässig auf der Bank, Angela Merkel mit ausgebreit­eten Armen vor ihm: Dieses Bild vom letzten Elmau-Gipfel 2015 ging um die Welt.
Gruppenbil­d vor der berühmten Holzbank (v.l.): Italiens Premier Mario Draghi (74), EU-Kommission­s-Chefin Ursula von der Leyen (63), US-Präsident Joe Biden (79), Kanzler Olaf Scholz (64), Briten-Premier Boris Johnson (58), Kanadas Premier Justin Trudeau (50), Japans Premier Fumio Kishida (64), Frankreich­s Präsident Emmanuel Macron (44) und EU-Ratspräsid­ent Charles Michel (46). Barack Obama lässig auf der Bank, Angela Merkel mit ausgebreit­eten Armen vor ihm: Dieses Bild vom letzten Elmau-Gipfel 2015 ging um die Welt.
 ?? ?? Bei den Beratungen zur Klima-, Energieund Gesundheit­spolitik wurde der Kreis größer: Fünf Gastländer saßen bei den G7 mit am Tisch.
Bei den Beratungen zur Klima-, Energieund Gesundheit­spolitik wurde der Kreis größer: Fünf Gastländer saßen bei den G7 mit am Tisch.
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 ?? ?? Kanzler Scholz begrüßt Indien-Premier Narendra Modi (71) auf Schloss Elmau.
Kanzler Scholz begrüßt Indien-Premier Narendra Modi (71) auf Schloss Elmau.
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