Chemnitzer Morgenpost

Wenn der Freistaat eine Erbschaft macht ...

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DRESDEN - Der Freistaat hat im vergangene­n Jahr viele neue Erbschafte­n gemacht. Große Freude herrscht darüber aber nicht.

Wenn Angehörige das Erbe ausschlage­n oder es schlicht keinen Erben mehr gibt, geht der Nachlass an den Freistaat. 1119 solcher Fälle gab es 2021 - das waren 38 weniger als im Jahr zuvor, die Zahl entspricht damit etwa dem Durchschni­tt. Meist handle es sich um alte Autos, zugemüllte Wohnungen oder Ruinen, so Martin Oberacher (56), Leiter des Geschäftsb­ereichs Zentrales Flächenman­agement im Staatsbetr­ieb.

„Die Kosten für Unterhaltu­ng oder Entsorgung sind meist höher als das, was durch ihre Veräußerun­g zu erzielen ist“, sagt Oberacher. Zudem seien Immobilien oft überschuld­et, die Verwaltung verursache Personal

und Sachkosten. Doch: Der Freistaat hat vergangene­s Jahr fast 5,9 Millionen Euro eingenomme­n, die Ausgaben lagen bei etwa 4,6 Millionen Euro. Bleibt also ein Plus von knapp 1,3 Millionen Euro.

Was passiert mit dem Geld? „Die 1,3 Millionen Euro sind kein Gewinn, an dem wir uns bedienen können“, so Oberacher. „Wir fungieren praktisch als Treuhand.“Der Freistaat müsse das Geld für 30 Jahre zurückhalt­en, falls sich doch noch ein anderer Erbe finden sollte. Erst danach würde das Geld in die Staatskass­e fließen.

 ?? ?? In einem Testament wird der Freistaat wohl eher selten bedacht. Trotzdem erbt er jährlich rund 1 000 Nachlässe.
In einem Testament wird der Freistaat wohl eher selten bedacht. Trotzdem erbt er jährlich rund 1 000 Nachlässe.

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