Chemnitzer Morgenpost

Ein Sachse ist Hertha-Präsident

Ex-Ultra und Unternehme­r Bernstein wurde im Erzgebirge geboren

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BERLIN - Ein Ex-Ultra ist neuer Präsident von Bundesligi­st Hertha BSC. Aber wer ist dieser Kay Bernstein, der dem Hauptstadt­club vorsteht? Zumindest einer, der schon dreimal Stadionver­bot bei seinem Verein hatte. Die Spuren seiner Geschichte führen nach Sachsen.

Geboren wurde er

1980 in Marienberg im Erzgebirge, seine ersten Lebensjahr­e verbrachte er in Dresden,

1988 zogen seine Eltern mit ihm nach Berlin. Als Schüler blieb er zweima in der 8. Klasse sitzen schaffte aber doch noch de Realschul-Abschluss. De 41-Jährige absolviert­e ei Lehre als Industriem­echaniker. Heute ist er Geschäftsf­ührer einer Kommunikat­ions-Agentur.

Seine Liebe zu den Blau-Weißen trägt er seit Kindheitst­agen in sich. Bernstein gründete die UltraForma­tion Harlekins, war jahrelang Capo der Hardcore-Fans im Olympiasta­dion. Er erhielt insgesamt dreimal Stadionver­bot - unter anderem, weil er im Herbst 2005 dazu aufgeforde­rt hatte, von einem Sponsor ausgeteilt­e Rasseln wegzuschme­ißen. Eine verletzte einen Fahnenschw­enker. er Sachse Präsident seines Vereins. Der Unternehme­r, der sich selbst als „Kind der Kurve“bezeichnet, war sichtlich gerührt und pustete auf der Bühne mehrmals durch. „Vielen Dank für euer Vertrauen“, sagte er. Jeder und jede könne mithelfen, um die „blau-weiße Seele“des Clubs zurückzuge­winnen. Dass er keine Funktionär­svergangen­heit beim Verein hat, machte für seine Wähler sicher einen Teil des Reizes aus.

Ein Ex-Ultra, ein Kenner der ak

tiven Fan-Szene als Präsident: Das könnte die Außenwahrn­ehmung von Hertha deutlich verändern. In ruhigeren Zeiten wurde der Club oft als etwas piefig und dröge wahrgenomm­en, seit dem Einstieg von Millionen-Investor Lars Windhorst ist der Ausdruck Big City Club hämischer Begleiter der Berliner. Mit Windhorst will Bernstein sich „hinsetzen, Vertrauen aufbauen, abstimmen“. Der Investor gratuliert­e ihm zur Wahl. „Wir gehen offen und ohne jeden Vorbehalt in die kommenden Gespräche.“

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