ORIS

Chronos - - Test Oris Big Crown Propilot Worldtimer -

EI­NE ZWEI­TE Zeit­zo­ne ge­hört zu den be­son­ders sinn­vol­len Kom­pli­ka­tio­nen. Nicht nur für Pi­lo­ten und Men­schen, die viel flie­gen. Al­ler­dings ge­stal­tet sich die Be­die­nung nicht im­mer in­tui­tiv. Oft gibt es ei­nen 24-St­un­den-zei­ger, der über die Kro­ne in St­un­den­schrit­ten ver­stellt wer­den kann. Ei­ne sol­che Uhr eig­net sich aber eher für Viel­te­le­fo­nie­rer als für Viel­rei­sen­de, denn wenn man sich in ei­nem an­de­ren Land auf­hält, möch­te man die Orts­zeit mit dem nor­ma­len St­un­den­zei­ger im Zwölf-stun­denFor­mat ab­le­sen. Aber selbst wenn der nor­ma­le St­un­den­zei­ger in St­un­den­schrit­ten ver­stell­bar ist, muss man meis­tens da­für die Kro­ne zie­hen und ris­kiert, die Zeit zu ver­stel­len oder zu­min­dest an­zu­hal­ten, wenn man in der fal­schen Kro­nen­po­si­ti­on lan­det.

Oris hat sich 1997 des Pro­blems an­ge­nom­men und mit dem World­ti­mer ei­ne Uhr kon­zi­piert, bei der sich die Orts­zeit über zwei Drü­cker in St­un­den­schrit­ten vor- und zu­rück­stel­len ließ. So­gar das Da­tum schal­te­te ent­spre­chend in bei­de Rich­tun­gen mit.

Kon­zept per­fek­tio­niert

Das neue Mo­dell der Höl­stei­ner Ma­nu­fak­tur per­fek­tio­niert das Kon­zept, denn die Funk­ti­on der op­tisch nicht sehr ele­gan­ten Drü­cker über­nimmt nun die Lü­net­te. Prak­ti­scher­wei­se über­zie­hen die­sen Ring in der Flie­ge­ruh­ren­kol­lek­ti­on Pro­pi­lot tur­bi­nen­ar­ti­ge Spi­ral­li­ni­en, die so grif­fig aus­fal­len, dass sie das Dre­hen er­leich­tern. Ein kur­zer Dreh ge­gen den Fe­der­wi­der­stand im Uhr­zei­ger­sinn, und der nor­ma­le St­un­den­zei­ger für die Orts­zeit springt ei­ne St­un­de nach vorn; ein Dreh ge­gen den Uhr­zei­ger­sinn, und er springt ei­ne St­un­de zu­rück. Das funk­tio­niert aus­ge­zeich­net, auch wenn man et­was mehr Kraft auf­wen­den muss als er­war­tet. Prak­ti­scherweie schal­tet das Da­tum in bei­de Rich­tun­gen mit, wenn der St­un­den­zei­ger Mit­ter­nacht über­schrei­tet. Für die Hei­mat­zeit ist das Hilfs­zif­fer­blatt bei der Drei ver­ant­wort­lich; ein klei­nes Fens­ter gibt als Tag-nacht-an­zei­ge in Oran­ge an, dass man zu Hau­se an­ru­fen kann, bei Schwarz schläft die Fa­mi­lie wahr­schein­lich.

An­sons­ten be­dient man die Oris wie ei­ne her­kömm­li­che Uhr: Über die gro­ße Kro­ne lässt sich in der ers­ten ge­zo­ge­nen Po­si­ti­on leicht die Hei­mat­zeit (und gleich­zei­tig die Orts­zeit) ver­stel­len, in der zwei­ten Po­si­ti­on kor­ri­giert man das Da­tum schnell.

Den kom­ple­xen Ge­häu­se­auf­bau, bei dem die Lün­net­te die in­ne-

Oris steht vor al­lem für funk­tio­na­le Uh­ren mit gu­tem Preis-leis­tungs-ver­hält­nis. Zu den be­rühm­ten Mo­del­len ge­hö­ren die Tau­cher­uhr Aquis Depth Gau­ge mit Tie­fen­mes­ser und die Flie­ge­ruhr Big Crown Pro­pi­lot Al­ti­me­ter mit Hö­hen­mes­ser. Wich­tig ne­ben Tau­chen und Flie­gen sind die Mo­tor­sportuh­ren und die Mo­del­le zu Eh­ren be­rühm­ter Jazz-mu­si­ker. Seit 2014 ist die 1904 ge­grün­de­te Mar­ke wie­der Ma­nu­fak­tur – in­zwi­schen mit vier ei­ge­nen Wer­ken.

Zah­len, die nir­gends von an­de­ren An­zei­gen be­schnit­ten wer­den. Die ver­tief­ten Hilfszifferblätter und die de­zen­ten oran­ge­far­be­nen Ak­zen­te pas­sen gut zum matt­schwar­zen Zif­fer­blatt. Das schö­ne, sach­li­che Flie­ge­ruh­ren­de­sign setzt sich beim sa­ti­nier­ten Ge­häu­se mit der Tur­bi­nen­lü­net­te fort und voll­endet sich am schwar­zen Tex­tilarm­band mit der Falt­schlie­ße, die an Flug­zeug­an­schnall­gur­te er­in­nert. lung führt zu ei­nem et­was hö­he­ren Ver­kaufs­preis, als man ihn von den ein­fa­che­ren und be­kannt güns­ti­gen Oris-mo­del­len kennt. Mit 3200 Eu­ro bleibt der Preis für das Ge­bo­te­ne aber mehr als fair. Ei­ne ver­gleich­bar prak­ti­sche zwei­te Zeit­zo­ne gibt es sonst erst für deut­lich mehr Geld. Wer das De­sign mag, aber auf die zwei­te Zeit­zo­ne ver­zich­ten kann, be­kommt für schlan­ke 1400 Eu­ro die Big Crown Pro­Pi­lot Da­te. Und wem die ge­tes­te­te Ver­si­on zu sport­lich ist, der kann auf die ele­gan­te­re Va­ri­an­te mit an­thra­zit­far­be­nem Zif­fer­blatt und po­lier­tem Lü­net­ten­ring zu­rück­grei­fen. Die passt dann auch zum An­zug.

Die Oris Big Crown Pro­pi­lot ist der per­fek­te Be­glei­ter für Flug­rei­sen: mit prak­ti­scher Zeit­zo­ne, ein­fach zu be­die­nen, gut ab­les­bar, preis­lich zu­rück­hal­tend und mit schö­nem, schnör­kel­lo­sem Flie­ge­ruh­ren­de­sign. [3164]

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