TEST LON­GI­NES

So macht Re­tro Spaß: Die Lon­gi­nes Avi­ga­ti­on Big Eye ist die de­tail­ge­treue Neu­auf­la­ge ei­nes Flie­ger­chro­no­gra­phen aus den drei­ßi­ger Jah­ren; im In­nern tickt je­doch ak­tu­ells­te Werk­tech­nik.

Chronos - - Inhalt - TEXT MAR­TI­NA RICH­TER FO­TOS LON­GI­NES

Die Avi­ga­ti­on Big Eye macht im Cock­pit und am Bo­den ei­ne gu­te Fi­gur.

Wo­her­die­ser Chro­no­graph sei­nen Na­men hat, ist im wahrs­ten Wort­sinn au­gen­schein­lich: Ein gro­ßer Coun­ter bei drei Uhr zählt die ge­stopp­ten Mi­nu­ten. Ei­ne gu­te Vor­aus­set­zung, dass das Fünf-mi­nu­ten-früh­stücks­ei auch ge­lingt. Aber auf­ge­passt! Die lan­gen In­dex­li­ni­en kenn­zeich­nen je­de drit­te Mi­nu­te, nicht wie nor­ma­ler­wei­se je­de fünf­te. Beim ers­ten lan­gen Strich ist das Ei al­so noch fast roh und beim zwei­ten schon hart.

Au­ßer­ge­wöhn­lich ist auch die schlei­chen­de Be­we­gung des pfeil­för­mi­gen Stopp­mi­nu­ten­zei­gers. Man muss al­so schon et­was ge­nau­er hin­se­hen, will man ge­stopp­te Zeit­in­ter­val­le ex­akt ab­le­sen. Aber das ist kein Pro­blem: Die Ska­lie­run­gen sind sau­ber und da­her gut ab­les­bar. Zwölf St­un­den wer­den bei sechs Uhr ge­zählt. Der zu­ge­hö­ri­ge Zei­ger voll­führt eben­falls ei­ne per­ma­nen­te Be­we­gung über Mar­kie­run­gen mit St­un­den­zif­fern und In­de­xe im Halb­stun­den­ab­stand.

Ex­klu­si­ves Uhr­werk

Die Stopp­uh­renk­adra­tur ge­hört nebst Zeit­an­zei­ge mit klei­ner Se­kun­de bei neun Uhr zum Au­to­ma­tik­ka­li­ber A08.L01, das die Eta für ihr Schwes­ter­un­ter­neh­men in­ner­halb der Swatch Group fer­tigt. Lon­gi­nes such­te vor ei­ni­gen Jah­ren nach ei­nem Chro­no­gra­phen­ka­li­ber mit Schalt­rad für den Ein­satz in preis­wer­ten Uh­ren. Das Er­geb­nis wur­de 2010 ein­ge­führt und da­mals noch A08.231 ge­nannt. Es ar­bei­tet mit Rä­der­kupp­lung und zwei­ar­mi­gem Rück­stell­ham­mer. Die Schalt­punk­te beim Be­die­nen der Hüt­chen­drü­cker sind aus­ge­wo­gen, und der Chro­no­graph ar­bei­tet si­cher.

Mit ih­rer Form zi­tie­ren die gut be­dien­ba­ren Chro­no­gra­phen­drü­cker die ei­ge­ne Mo­dell­ge­schich­te, die Lon­gi­nes im­mer wie­der zur Auf­la­ge neu­er He­ri­ta­ge-uh­ren in­spi­riert. Den his­to­ri­schen Touch der Te­stuhr un­ter­streicht auch das mat­te, klas­si­sche Ge­häu­se mit ge­stuf­ter Lü­net­te, stark rand­ge­wölb­tem Sa­phirglas und ge­schlos­se­nem Voll­ge­win­de­bo­den.

Die Lon­gi­nes Avi­ga­ti­on Big Eye geht zwi­schen vier und fünf Se­kun­den am Tag vor – egal, ob sie voll auf­ge­zo­gen oder schon ein paar St­un­den ge­lau­fen ist, be­zie­hungs­wei­se ob der Chro­no­graph läuft oder nicht.

Das gu­te Tra­ge­ge­fühl un­ter­stützt das 41 Mil­li­me­ter gro­ße Edel­stahl­ge­häu­se eben­so wie das schö­ne wei­che Le­der­band mit sei­ner schlich­ten Dorn­schlie­ße. So er­in­nert man sich gern an längst ver­gan­ge­ne Zei­ten. [3569]

Vor­bild: Die­ses Mo­dell aus den 1930er Jah­ren führ­te zur heu­ti­gen Avi­ga­ti­on Big Eye

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