GIRARDPERREGAUX

Die Tra­di­ti­ons­mar­ke Gi­rard-per­re­gaux setzt ne­ben der uhr­ma­che­ri­schen Kom­pe­tenz auf Iko­nen aus ih­rer Ge­schich­te so­wie auf Äs­t­he­tik, die nicht nur klas­sisch sein muss.

Chronos - - Inhalt - TEXT JENS KOCH

Ele­gant, sport­lich und hoch­kom­pli­ziert: Wie drei Uh­ren­ty­pen ei­ne gan­ze Mar­ke de­fi­nie­ren.

DIE WUR­ZELN der Schwei­zer Ma­nu­fak­tur Gi­rard-per­re­gaux rei­chen bis 1791 zu­rück. Be­kannt­heit er­lang­ten die Uh­ren vor al­lem, seit­dem sich Con­stant Gi­rard Mit­te des 19. Jahr­hun­derts den Prä­zi­si­ons­uh­ren und da­bei vor al­lem den Tour­bil­lons wid­me­te.

Tour­bil­lon mit drei Gold­brü­cken

Als be­rühm­tes­te Uhr aus der Ge­schich­te von GirardPerregaux kennt man das Tour­bil­lon mit drei Gold­brü­cken. Die­se Ta­schen­uhr ge­wann 1867 ei­ne Gold­me­dail­le auf der Welt­aus­stel­lung in Pa­ris. Die Ver­bin­dung aus dem die Ge­nau­ig­keit för­dern­den Tour­bil­lon und der äs­the­ti­schen Lö­sung mit den schma­len Brü­cken, die auf bei­den Seiten ei­nen Pfeil­kopf for­men, fand trotz der ho­hen Prei­se schon im 19. Jahr­hun­dert vie­le Lieb­ha­ber. Da­zu pass­ten die reich ver­zier­ten Gold­ge­häu­se. Gi­rard-per­re­gaux wur­de zu ei­nem der größ­ten Tour­bil­lon­her­stel­ler der Welt und das Tour­bil­lon mit drei Gold­brü­cken zum be­kann­tes­ten Tour­bil­lon­werk.

1991, zum 200. Fir­men­ju­bi­lä­um, leg­te die Ma­nu­fak­tur die­ses Tour­bil­lon zum ers­ten Mal als Arm­band­uhr auf. Da­bei kon­stru­ier­ten die Uhr­ma­cher das Werk so, dass man die drei Brü­cken und das Tour­bil­lon von der Vor­der­sei­te se­hen kann, was die Uhr zu ei­nem Vor­rei­ter der sicht­ba­ren Mecha­nik mach­te. Die größ­te Schwie­rig­keit be­steht da­rin, den de­li­ka­ten Tour­bil­lon­kä­fig zu fer­ti­gen und zu­sam­men­zu­bau­en: Er be­steht bei ei­nem Zen­ti­me­ter Durch­mes­ser und 0,3 Gramm Ge­wicht aus 80 Tei­len. Auch die fei­ne End­be­ar­bei­tung der Brü­cken, die Po­li­tu­ren und ge­bro­che­nen Kanten er­for­dern viel Kön­nen und ei­nen enor­men Zeit­auf­wand. Im 40 Mil­li­me­ter gro­ßen Ro­sé­gold­ge­häu­se und mit dem au­to­mi­schen Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber GP09600 kos­tet das ak­tu­el­le Drei-brü­cken-tour­bil­lon 161000 Eu­ro.

Die­se Iko­ne er­wei­ter­te Gi­rard-per­re­gaux im Lau­fe der Zeit um zahl­rei­che Kom­pli­ka­tio­nen wie ei­ne Mi­nu­ten­re­pe­ti­ti­on und ein Drei-ach­sen-tour­bil­lon. Mitt­ler­wei­le gibt es auch Mo­del­le mit zwei sicht­ba­ren Brü­cken und oh­ne Tour­bil­lon. Aber auch avant­gar­dis­ti­sche Aus­füh­run­gen mit Brü­cken aus Sa­phirglas oder ge­schwärz­ten Brü­cken in mo­der­ner Form baut die Ma­nu­fak­tur.

Lau­rea­to

Avant­gar­dis­ti­sches De­sign ist auch das The­ma der Lau­rea­to. 2016, zum 225-jäh­ri­gen Be­ste­hen der Mar­ke, ließ Gi­rard-per­re­gaux ei­ne fast ver­ges­se­ne Uhr wie­der­auf­le­ben. Die Lau­rea­to hat­te ih­ren ers­ten Auf­tritt 1975 als Quarz­mo­dell. Dem Zeit­geist der 1970er Jah­re ent­spre­chend, be­saß sie ein leicht ton­ne­auför­mi­ges Ge­häu­se und ei­ne acht­ecki­ge Lü­net­te. Vor­rei­ter die­ses De­signs war 1972 die Au­de­mars Pi­guet Roy­al Oak aus der Fe­der von Gé­rald Gen­ta. Wie das Ur­sprungs­mo­dell er­schien auch die neue Lau­rea­to in Edel­stahl mit ei­nem Durch­mes­ser von 41 Mil­li­me­tern. Ein cha­rak­te­ris­ti­sches Merk­mal die­ser Uhr ist das in­te­grier­te Me­tall­arm­band, das naht­los aus dem Ge­häu­se­mit­tel­teil her­vor­geht. Die brei­ten, H-för­mi­gen Band­glie­der sind sa­ti­niert, die ge­wölb­ten Ver­bin­dungs­ele­men­te po­liert. Das Zif­fer­blatt trägt das waf­fel­ar­ti­ge „Clous de Pa­ris“-mus­ter.

Nach dem Er­folg des li­mi­tier­ten Ju­bi­lä­ums­mo­dells stell­te Gi­rard-per­re­gaux 2017 die Lu­xus­sportuhr in schwar­zer Ke­ra­mik vor. Da­bei sind so­wohl das 42 Mil­li­me­ter gro­ße Ge­häu­se der Lau­rea­to 42 mm Ce­ra­mic als auch das Arm­band vor un­er­wünsch­ten Krat­zern ge­feit. Das Ma­te­ri­al un­ter­stützt den mo­der­nen An­spruch, den das De­sign in den 1970ern schon ver­kör­per­te. Trotz des har­ten Ma­te­ri­als fin­det sich auch an die­sem Mo­dell das Spiel der teils sa­ti­nier­ten und teils po­lier­ten Flä­chen. Mit 10,93 Mil­li­me­tern Hö­he gibt sich die Uhr flach und ele­gant. Dank 100 Me­tern Was­ser­dicht­heit und dem kratz­fes­ten Ge­häu­se scheut sie aber auch kei­ne for­dern­den Ein­sät­ze – so soll es bei ei­ner Lu­xus­sportuhr sein.

Den An­trieb über­nimmt das neue­re und mit 30 Mil­li­me­tern schön gro­ße Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber GP01800 mit Au­to­ma­tik­auf­zug, das man durch ein ge­tön­tes Sa­phirglas im Bo­den be­trach­ten kann. Die Lau­rea­to 42 mm Ce­ra­mic kos­tet 16900 Eu­ro.

1966

In der Kol­lek­ti­on 1966 ver­sam­meln sich ele­gan­te Mo­del­le, die sich am klas­si­schen Ide­al der Arm­band­uh­ren der 1960er Jah­re ori­en­tie­ren. Vor al­lem die lang­ge­zo­ge­nen schma­len In­de­xe und die po­lier­ten Feuille-zei­ger sor­gen für Ele­ganz. Als Ge­häu­se­ma­te­ri­al ver­wen­det Gi­rard-per­re­gaux hier ne­ben Edel­me­tall auch Stahl, was für ei­ne in­ter­es­san­te Ein­stiegs­preis­la­ge sorgt. Da­zu kom­men oft klei­ne­re Kom­pli­ka­tio­nen wie zum Bei­spiel ei­ne zwei­te Zeit­zo­ne.

Avant­gar­de durch und durch: die Lau­rea­to in schwar­zer Ke­ra­mik.

Bei der 1966 Groß­da­tum und Mond­pha­se kommt das be­kann­te Ma­nu­fak­tur­ka­li­ber GP03300 zum Ein­satz, das die Ma­nu­fak­tur um ei­ne Mond­pha­se und ein be­son­de­res Groß­da­tum er­wei­tert. Die Ka­len­der­an­zei­ge kommt oh­ne mitt­le­ren Steg oder sicht­ba­ren Spalt aus. Sie setzt sich aus zwei Schei­ben zu­sam­men: Auf der rechten, wei­ßen Schei­be fin­den sich die ers­te Stel­le und rechts da­ne­ben et­was Platz. Die­sen Platz nutzt die lin­ke, durch­sich­ti­ge Schei­be mit den auf­ge­druck­ten Zif­fern für die zwei­te Po­si­ti­on. So ent­steht das zwei­stel­li­ge Groß­da­tum oh­ne Spalt. Im 40-Mil­li­me­ter-weiß­gold­ge­häu­se kos­tet das Mo­dell 21600 Eu­ro. [4981]

Klas­si­sche Ele­ganz mit klei­nen Kom­pli­ka­tio­nen: die 1966 Groß­da­tum und Mond­pha­se.

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