DAMENUHREN

Chronos - - Inhalt - TEXT MA­RIA-BET­TI­NA EICH

Wir tra­gen was­ser­fes­te Uh­ren, mit de­nen wir nie­mals auch nur un­ter die Du­sche ge­hen wür­den, Flie­ge­ruh­ren, mit de­nen wir al­len­falls als Pas­sa­gie­re in Flug­zeu­ge stei­gen, oder auch Snea­kers, die uns für je­den Sport­platz zu scha­de wä­ren. Da­für gibt es Grün­de.

DIE WE­NIGS­TEN KÄU­FER der un­zäh­li­gen Rolex-oys­ter-mo­del­le, die seit 1926 über die La­den­ti­sche ge­gan­gen sind, brauch­ten wirk­lich ei­ne was­ser­dich­te Uhr für ei­nen Sport im nas­sen Ele­ment. Den­noch: Oh­ne sei­nen sport­li­chen Nim­bus wä­re die­ser Ur­typ der Sportuhr nicht das Ob­jekt der Be­gier­de, das er heu­te ist. Auch für die neue fe­mi­ni­ne Oys­ter Per­pe­tu­al Da­te­just 36 (9950 Eu­ro) in Stahl mit Eve­ro­se-gold gilt: Das Stück mag Style-state­ment und Lu­xus-ac­ces­soire sein, aber der Sport-ap­peal ist ei­ne sei­ner wich­tigs­ten Ei­gen­schaf­ten. Die Was­ser­dicht­heit von 100 Me­tern rückt den Oys­ter-my­thos der 36 Mil­li­me­ter mes­sen­den, mit dem Rolex-au­to­ma­tik­ka­li­ber 3235 aus­ge­stat­te­ten Da­men­uhr ir­gend­wo in die Le­bens­wirk­lich­keit der Trä­ge­rin, wäh­rend die mar­kan­ten Pro­por­tio­nen und die pro­mi­nen­te ge­rif­fel­te Lü­net­te auch op­tisch die Brü­cke zum Tau­cher­uh­ren­de­sign schla­gen. [5043]

Ei­ne Sportuh­ren­le­gen­de, de­ren Ele­ment die Luft ist, stammt aus dem Hau­se Breit­ling: Die Na­vi­ti­mer gilt vie­len als die Flie­ge­ruhr schlecht­hin. Nun gibt die Mar­ke auch ein Mo­dell in 38 Mil­li­me­tern her­aus, an­ge­trie­ben vom Breit­ling-au­to­ma­tik­ka­li­ber 17. Da­mit ist die Na­vi­ti­mer 1 Au­to­ma­tic 38 (3920 Eu­ro) kei­ne win­zi­ge Uhr, aber fürs Breit­ling-spek­trum durch­aus zier­lich und mit Blick aufs fe­mi­ni­ne Pu­bli­kum ent­wi­ckelt. Die Edel­stahl­uhr mit dem cha­rak­te­ris­ti­schen kreis­för­mi­gen Re­chen­schie­ber könn­te man nach wie vor beim Na­vi­gie­ren zu Hilfe zie­hen, aber ei­gent­lich geht es vor al­lem um den Stil, der zwar ele­gant ist, aber auch ein biss­chen tough – und der ei­ne klei­ne Ver­hei­ßung von der Wei­te über den Wol­ken in sich trägt. Au­ßer­dem gilt für die­se Uhr, eben­so wie für die Rolex Oys­ter, das­sel­be wie für Lu­xus-snea­kers: Man braucht sie zwar in der Re­gel nicht für den Leis­tungs­sport, aber sie macht et­was mit, lässt sich gut tra­gen, ist all­tags­taug­lich, zu­ver­läs­sig und hin­läng­lich ro­bust. Au­ßer­dem hat das sport­li­che De­sign et­was zeit­ge­mäß Un­prä­ten­tiö­ses. [5044]

Auch Cho­pard, Spe­zia­list für Ju­we­len­krea­tio­nen, hat ei­ne sport­li­che Da­men­uhr im Port­fo­lio: Die Hap­py Sport fei­ert ihr 25-jäh­ri­ges Ju­bi­lä­um. Cho­pard ging es nicht dar­um, ei­ne Uhr für besondere Sport­ar­ten zu ent­wi­ckeln, son­dern eher um ein Ac­ces­soire für ei­nen sport­li­chen, un­kom­pli­zier­ten Li­fe­style. Des­halb ver­band man bei der Hap­py Sport Edel­stahl mit Dia­man­ten – 1993 ein No­vum, heu­te nichts Un­ge­wöhn­li­ches mehr. Die neue Edel­stahl-hap­py-sport von 30 Mil­li­me­tern Durch­mes­ser (13000 Eu­ro) nimmt sich als fe­mi­nin­ele­gan­tes Ex­em­pel ei­ner all­tags­taug­li­chen Schmu­ck­uhr aus. Zur Fei­er ih­res Ge­burts­tags be­kam die­se neue Hap­py Sport ein ei­ge­nes Au­to­ma­tik­werk: Cho­pard ent­wi­ckel­te spe­zi­ell für sie das Ka­li­ber 09.01-C. [5045]

Ei­ne ro­man­ti­sche No­te schlägt Ze­nith mit der Pi­lot Ty­pe 20 Ex­tra Spe­cial (5900 Eu­ro) an. Die Bron­zeuhr mit dem Eli­te-au­to­ma­tik­werk 679 ze­le­briert in ih­rem De­sign die Pi­lo­ten­uh­ren aus den Pio­nier­ta­gen der Flie­ge­rei. „Neo-re­tro“nennt Ze­nith den Stil sei­ner auf his­to­ri­schen Mo­del­len ba­sie­ren­den Pi­lo­ten­uh­ren, die sich bis­lang auch in ih­ren statt­li­chen Ge­häu­se­grö­ßen an die al­ten Vor­bil­der an­lehn­ten. Die neue Pi­lot mit ih­ren 40 Mil­li­me­tern ist da­ge­gen fast klein – und sie er­zählt ih­re ei­ge­ne Ge­schich­te über nost­al­gi­sche Sehn­süch­te nach ei­ner Welt, in der vie­les, was uns heu­te selbst­ver­ständ­lich ist, ei­ne Men­ge Aben­teu­er­lust, Sports­geist und Pio­nier­men­ta­li­tät er­for­der­te. [5046]

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