KURZTEST DAVOSA ARGONAUTIC LUMIS COLOUR

EI­NE SWISS-MADETAUCHERUHR MIT KE­RA­MIK­LÜ­NET­TE, HE­LI­UM­VEN­TIL UND STAHL­BAND ZUM DREI­STEL­LI­GEN PREIS IST ET­WAS BE­SON­DE­RES – ABER KEI­NE HE­XE­REI.

Chronos - - Inhalt - TEXT ALEX­AN­DER KRUPP FO­TOS DAVOSA

WENN MAN die tech­ni­sche Be­schrei­bung der Argonautic Lumis Colour liest und sich den Preis von 868 Eu­ro vor Au­gen führt, fragt man sich: Wie kann ei­ne Schwei­zer Taucheruhr mit so vie­len at­trak­ti­ven Merk­ma­len so güns­tig sein? Im Test kom­men so­gar noch her­vor­ra­gen­de Gang­wer­te hin­zu: Die Uhr geht auf der Zeit­waa­ge 3,3 und am Arm nur zwei Se­kun­den pro Tag vor, wo­bei die La­gen ma­xi­mal vier Se­kun­den aus­ein­an­der lie­gen.

Es han­delt sich al­so ent­we­der um He­xe­rei, oder Davosa macht hie und da Ab­stri­che. Letz­te­res ist der Fall, wo­bei sich meist Vor- und Nach­tei­le die Hand ge­ben: So ist die Lü­net­te grif­fig, ras­tet satt und trägt ei­ne kratz­fes­te Ke­ra­mik­ska­la – aber ih­re Mar­kie­run­gen kom­men nicht ex­akt auf den Mi­nu­ten­in­de­xen zum Ste­hen, son­dern da­zwi­schen. Das sta­bi­le, bis 300 Me­ter was­ser­dich­te Ge­häu­se be­sitzt ein He­li­um­ven­til, das an­ge­sam­mel­te Atem­ga­se scho­nend ent­wei­chen lässt – es han­delt sich je­doch um ein ma­nu­el­les Ven­til, so­dass der Tau­cher es zur rechten Zeit von Hand auf­dre­hen muss. Die Kro­ne ist groß und grif­fig, sitzt aber zu weit in Rich­tung Ge­häu­se­bo­den im Kro­nen­schutz, was un­schön aus­sieht, die Be­die­nung er­schwert und manch­mal aufs Hand­ge­lenk drückt. Zur Be­leuch­tung der Zei­ger und In­de­xe nutzt Davosa Tri­ti­umgas­röh­ren, die stets gleich stark leuch­ten – al­ler­dings bleibt der Se­kun­den­zei­ger, der bei Taucheruhren als Funk­ti­ons­kon­trol­le dient, im Dun­keln, und der Lü­net­ten­leucht­punkt aus her­kömm­li­cher Su­per­lu­mi­no­va strahlt nur schwach.

Das hoch­wer­tigs­te Bau­teil ne­ben der Ke­ra­mik­ska­la ist in je­dem Fall das Zif­fer­blatt mit attraktiver Ril­len­struk­tur, ge­rahm­tem Da­tums­fens­ter und je­der­zeit gut er­kenn­ba­ren Leucht­in­de­xen und -zei­gern. Die Tri­ti­umgas­röh­ren strah­len nicht nur über Jah­re hin­weg gleich blei­bend, oh­ne zu ver­blas­sen, son­dern bie­ten bei Davosa auch ei­ne über­durch­schnitt­lich ho­he Leucht­kraft. Da­mit ist zu je­der Ta­ges­zeit ei­ne best­mög­li­che Ori­en­tie­rung auf dem Zif­fer­blatt ge­ge­ben.

Das grund­sätz­lich ge­lun­ge­ne De­sign ver­voll­stän­digt ein Mi­la­nai­se­band. Lei­der ist die­se op­tisch gu­te Wahl ei­ne nach­tei­li­ge in Sa­chen Qua­li­tät: Die her­aus­nehm­ba­ren Glie­der zur Län­gen­ein­stel­lung sind mit ein­fa­chen Stif­ten ver­bun­den und von der Sei­te un­schön ver­lö­tet, da­mit sich die kur­zen Ge­flecht­stü­cke nicht lö­sen. Das Band en­det in ei­ner et­was ha­ke­li­gen Schlie­ße, de­ren Ver­schluss, Si­cher­heits­bü­gel und Drü­cker aus Blech be­ste­hen. Wer je­doch tat­säch­lich mit der Uhr tau­chen will, kann ein mas­si­ves Edel­stahl­band mit Schnell­ver­län­ge­rung er­wer­ben. Die­ses klemmt auch kei­ne Haa­re ein, wie es das Mi­la­nai­se­band hin und wie­der tut.

Ins­ge­samt möch­te man an­ge­sichts der at­trak­ti­ven Gr­und­aus­stat­tung und Gestal­tung der Uhr aus­ru­fen: Bit­te et­was mehr Sorg­falt im De­tail – dann be­zah­le ich auch mehr! [4299]

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.