NACHBERICHT CHRONOS-LE­SER­REI­SE SCHWEIZ

MA­NU­FAK­TU­REN, MU­SE­EN, MEISTERUHRMACHER: DIE CHRONOS-LE­SER­REI­SE IM APRIL 2018 FÜHR­TE UNS ZU OME­GA, ZE­NITH, TAG HEU­ER, MONT­BLANC UND GI­RARD-PER­RE­GAUX.

Chronos - - Contents - TEXT RÜ­DI­GER BU­CHER

MEI­NE ERWARTUNGENWURDEN über­trof­fen“: So äu­ßer­te sich nicht nur ei­ner der Teil­neh­mer der Chronos-le­ser­rei­se 2018. Sie führ­te wie im Vor­jahr zu fünf teil­wei­se ganz un­ter­schied­li­chen Uh­ren­ma­nu­fak­tu­ren, die zu­min­dest ei­nes ge­mein ha­ben: Sie lie­gen im Ge­biet zwi­schen Le Lo­cle/la Chaux-de-fonds und Biel.

Der ers­te Tag war ganz Ome­ga ge­wid­met: Am Vor­mit­tag be­such­ten wir die Werkefertigung in Vil­le­ret, wo die Au­to­ma­tik­ka­li­ber 8500, 8800 und 8900 pro­du­ziert wer­den; am Nach­mit­tag ging es in die neue Ma­nu­fak­tur am Haupt­sitz in Biel. Hier fin­det un­ter an­de­rem die Me­tas-zer­ti­fi­zie­rung statt, hier wer­den die Wer­ke in die Uh­ren ein­ge­schalt, die Uh­ren mit den Arm­bän­dern ver­se­hen und ver­sand­fer­tig ge­macht. Be­son­ders be­ein­druckt wa­ren die Teil­neh­mer von dem Blick in das über 15 Me­ter tie­fe Tei­le­la­ger, dem ein ro­bo­ter­ar­ti­ges Lo­gis­tik­sys­tem un­un­ter­bro­chen Kom­po­nen­ten ent­nahm, um sie an die rich­ti­gen Ar­beits­plät­ze zu brin­gen. Vor dem ab­schlie­ßen­den Be­such des Ome­ga-mu­se­ums nahm sich Ome­ga-prä­si­dent Ray­nald Ae­schli­mann fast ei­ne St­un­de Zeit, um Fra­gen der Le­ser zu be­ant­wor­ten.

Wäh­rend es bei Ome­ga auf­grund der in­dus­tri­el­len Groß­se­ri­en­fer­ti­gung nicht mög­lich war, ei­nen Fuß in die Pro­duk­ti­ons­räu­me zu set­zen, konn­ten die Teil­neh­mer bei al­len an­de­ren Ma­nu­fak­tu­ren durch die ver­schie­de­nen Fer­ti­gungsate­liers strei­fen und da­bei Uhr­ma­chern, Kon­struk­teu­ren, De­si­gnern und Po­lis­seu­ren über die Schul­ter schau­en. Und bei al­len Sta­tio­nen konn­te man un­mit­tel­bar er­le­ben, wie stark die His­to­rie der je­wei­li­gen Mar­ken bis heu­te prä­gend ist. So be­deu­te­te der Be­such von Gi­rard-per­re­gaux meh­re­re Spa­zier­gän­ge durch das zum Unesco-welt­kul­tur­er­be zäh­len­de Uhr­ma­cher- städt­chen La Chaux-de-fonds. Wäh­rend wir vom blau­en Ver­wal­tungs­ge­bäu­de zur Vil­la lie­fen, in der die Werk­t­ei­le ge­fer­tigt wer­den, um an­schlie­ßend in der eben­falls Gi­rard-per­re­gaux ge­hö­ren­den Vil­la Je­an­ri­chard die Kol­lek­ti­on zu be­trach­ten, er­zähl­te der His­to­ri­ker und lang­jäh­ri­ge Gp-mit­ar­bei­ter Wil­ly Schwei­zer Wis­sens­wer­tes zur Ge­schich­te von Stadt, Ar­chi­tek­tur und Uhr­ma­che­rei.

Bei Ze­nith ist im­mer Bein­ar­beit ge­fragt, weil sich hin­ter dem Haupt­ein­gang ein am Hang lie­gen­des Are­al von sa­ge und schrei­be 18 Ge­bäu­den auf­tut, die man durch das Stei­gen un­zäh­li­ger Trep­pen er­reicht. Die Ge­bäu­de wur­den in den Jahr­zehn­ten nach der Fir­men­grün­dung durch Ge­or­ges Fav­re-ja­cot 1865 suk­zes­si­ve er­rich­tet. Ganz oben liegt auch der Hö­he­punkt: der be­rühm­te Spei­cher, auf dem Ze­nith-mit­ar­bei­ter Charles Ver­mot in den Sieb­zi­gern die Werk­zeu­ge zur Fer­ti­gung des El-pri­me­ro-ka­li­bers ver­steck­te, um sie vor dem Ver­schrot­ten zu ret­ten. His­to­rie durch­weht auch die Mont­blanc-ma­nu­fak­tur in Vil­le­ret: Sie be­hei­ma­te­te einst die Mar­ke Mi­ner­va, die in den Nul­ler­jah­ren von Mont­blanc über­nom­men wur­de. Hier be­fin­det sich in­zwi­schen die kom­plet­te Wer­ke­ent­wick­lung von Mont­blanc. Zum Ab­schluss ging es wie­der nach La Chaux-de-fonds ins rie­si­ge, mo­der­ne Haupt­quar­tier von TAG Heu­er. Dort wur­den wir durch die ver­schie­de­nen Pro­duk­ti­ons­ab­tei­lun­gen ge­führt, um schließ­lich im Mu­se­um his­to­ri­sche Uh­ren so­wie die en­ge Ver­bin­dung TAG Heu­ers zum Au­to­mo­bil­renn­sport zu er­le­ben. Die drei in­ten­si­ven Ta­ge en­de­ten wie bei je­der Mar­ke mit dem Hö­he­punkt: der Prä­sen­ta­ti­on der Kol­lek­ti­on und da­mit der Mög­lich­keit, die wich­tigs­ten ak­tu­el­len Uh­ren ans Hand­ge­lenk zu le­gen. [5041]

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