Ver­län­ger­ter Ein­satz

Chronos - - Test Rolex Deepsea D- Blue -

Für Tauch­ein­sät­ze im Meer eig­net sich auch die Stahl­le­gie­rung in be­son­de­rem Ma­ße: Ge­häu­se und Band der Deep­sea be­ste­hen aus 904L-stahl, der zwar schwe­rer zu be­ar­bei­ten ist, aber nicht so schnell von Salz­was­ser an­ge­grif­fen wird wie der sonst bei Uh­ren üb­li­che Stahl 316L. Ro­lex nennt die­sen Stahl seit Neu­es­tem Oys­ters­teel. Zu­dem be­sitzt die Gli­de­lock-schlie­ße zu­sätz­lich zur aus­klapp­ba­ren 1,8-Zen­ti­me­ter-ver­län­ge­rung des Fli­plo­ckArm­bands ei­ne in zehn Stu­fen auf ins­ge­samt eben­falls 1,8 Zen­ti­me­ter aus­zieh­ba­re Ver­län­ge­rung. Das ist sehr an­ge­nehm, weil man auf die­se Wei­se bei Hit­ze das Arm­band schnell et­was wei­ten kann. Die ge­nia­le Mecha­nik funk­tio­niert so­gar am Arm.

ser­ve von üb­li­chen 48 auf lan­ge 70 St­un­den. Er­reicht hat Ro­lex das durch ei­ne dün­ne­re Fe­der­haus­wand, die den Ein­bau ei­ner län­ge­ren Fe­der er­mög­licht, so­wie durch die in­no­va­ti­ve Chro­n­er­gy-hem­mung, die den Wir­kungs­grad der Schwei­zer An­ker­hem­mung um 15 Pro­zent er­höht. Das wird durch ei­ne ge­än­der­te Geo­me­trie und die ske­let­tier­te Form, die das Ge­wicht ver­rin­gert, mög­lich. Die leich­te Hem­mung zeich­net sich auch durch ein deut­lich lei­se­res Ti­cken aus.

Das im Li­ga-ver­fah­ren (Li­tho­gra­fie, Gal­va­nik und Ab­for­mung) aus ei­ner Ni­ckelPhos­phor-le­gie­rung ge­fer­tig­te An­ker­rad re­agiert zu­dem nicht auf Ma­gnet­fel­der. Auch die neue Un­ruh­wel­le ver­bes­sert den Ma­gnet­feld­schutz. Die blaue Pa­rachrom-spi­ral­fe­der aus ei­ner Ni­ob-zir­ko­ni­um-le­gie­rung kennt man eben­so schon von an­de­ren Mo­del­len wie die Pa­raf­lex-stoß­si­che­rung. Die Hö­hen­luft der Un­ruh lässt sich nun über ei­ne statt zwei Schrau­ben ein­stel­len. Und die Bre­guet-end­kur­ve der Spi­ral­fe­der sorgt eben­so für gleich­mä­ßi­ges At­men der Spi­ra­le wie die rück­erfreie Fein­re­gu­lie­rung über Mi­cro­stel­la-mut­tern in­nen am Un­ruh­reif.

Ob­wohl das neue Ka­li­ber wie im­mer bei den Oys­ter-mo­del­len un­ter ei­nem Stahl­bo­den ver­bor­gen ar­bei­tet, wird es ver­ziert: mit ei­nem Son­nen­schliff auf dem teil­wei­se durch­bro­che­nen Ro­tor und auf der Au­to­ma­tik­brü­cke, strich­mat­tier­ten Stahl­tei­len so­wie ei­ni­gen an­glier­ten Kan­ten und po­lier­ten Schrau­ben­köp­fen. den. Am Arm ge­tra­gen, läuft die Mal mal mi­ni­mal vor, mal mi­ni­mal nach. Im Schnitt er­gibt sich na­he­zu kei­ne Ab­wei­chung.

Dank des ho­hen Tra­ge­kom­forts er­gibt sich ei­ne aus­ge­zeich­ne­te All­tags­taug­lich­keit, was man bei so ei­ner ex­tre­men Uhr gar nicht er­war­ten wür­de. Und wie sieht es beim Preis aus? Der fällt für ein Stahl­sport­mo­dell recht hoch aus: 11450 Eu­ro ver­langt Ro­lex. Ge­gen­über der 300 Me­ter was­ser­dich­ten Sub­ma­ri­ner Da­te mit al­tem Werk, die 7750 Eu­ro kos­tet, ist das ein ho­her Auf­schlag. Im Ver­gleich zur 2017 über­ar­bei­te­ten, 1220 Me­ter druck­fes­ten Sea-dwel­ler mit dem neu­en Werk für 10350 Eu­ro hält sich der Mehr­preis in Gren­zen. Ins­ge­samt ist der Preis an­ge­mes­sen.

Ob man die 250 Eu­ro, die die ge­tes­te­te Dblue ge­gen­über der Deep­sea mit schwar­zem Zif­fer­blatt mehr kos­tet, aus­ge­ben will, bleibt Ge­schmacks­sa­che. Uns ge­fällt die blaue Va­ri­an­te bes­ser, da sie mehr Cha­rak­ter be­sitzt und sich deut­li­cher von den an­de­ren Ro­l­exTau­che­ru­hern ab­hebt. Die Über­ar­bei­tung hat der Uhr gut ge­tan: Dank den stim­mi­ge­ren Pro­por­tio­nen und der hö­he­ren Gang­au­to­no­mie taucht man mit ihr nun noch lie­ber aus dem All­tag ab. [6615]

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.