Chronos

Ein wah­rer Gentleman

Der Na­me „Gentleman“ist für den jüngs­ten Mecha­nik­zeit­mes­ser von Tis­sot voll­auf ge­recht­fer­tigt: Er ver­eint ele­gan­tes Auf­tre­ten, gu­tes Aus­se­hen, in­ne­re Wer­te und ein stets kor­rek­tes (Gang-)ver­hal­ten.

- TEXT ALEX­AN­DER KRUPP

WENN EIN Gentleman den Raum be­tritt, rich­ten sich die Bli­cke auf ihn – oh­ne dass er es dar­auf an­legt. Die Um­ste­hen­den be­mer­ken sei­ne Ele­ganz und ge­ge­be­nen­falls sein gu­tes Aus­se­hen. Und wenn sie mit ihm ins Ge­spräch kom­men, sind sie bald von sei­nem an­ge­neh­men We­sen und gu­tem Be­neh­men be­ein­druckt.

Mit der Tis­sot Gentleman Au­to­ma­tic ist es ganz ähn­lich: Durch ihr Bi­co­lor-de­sign fällt sie so­fort auf, aber nicht auf schreie­ri­sche, son­dern an­ge­neh­me, ele­gan­te Wei­se. Die mas­si­ve Ro­sé­gold­lü­net­te steht ihr gut zu Ge­sicht und passt, zu­sam­men mit den ro­sé­v­er­gol­de­ten Zei­gern und In­de­xen, per­fekt zum dun­kel­brau­nen Zif­fer­blatt und dem fein ge­ma­ser­ten Rinds­le­der­band. Als in­ne­re Wer­te of­fen­bart sich bei nä­he­rer Be­kannt­schaft das Ka­li­ber C07.811 der Po­wer­ma­tic-bau­rei­he, das ei­ne stol­ze Gan­g­re­ser­ve von 80 St­un­den bie­tet. Zu­dem ist das Uhr­werk mit ei­ner Si­li­zi­um­spi­ra­le aus­ge­stat­tet, die nicht auf Ma­gnet­fel­der re­agiert und sich bei Stö­ßen nicht dau­er­haft ver­formt. Auf die­se Wei­se sorgt ei­ne Spi­ral­fe­der aus dem High­tech-ma­te­ri­al ten­den­zi­ell für gleich­mä­ßi­ge Gang­wer­te.

Die Te­stuhr be­stä­tigt die­se all­ge­mei­ne An­nah­me. Wie der Gentleman stets ein ein­wand­frei­es Be­neh­men an den Tag legt, so zeigt sich auch die Gentleman Au­to­ma­tic

ta­del­los in ih­rem Ver­hal­ten: Auf der Zeit­waa­ge lief sie nur ei­ne Se­kun­de pro Tag zu schnell, und beim Tra­ge­test lag die täg­li­che Ab­wei­chung zwi­schen +0,5 und –1 Se­kun­de. Die ma­xi­ma­le Dif­fe­renz zwi­schen den ein­zel­nen La­gen fiel mit sie­ben Se­kun­den grö­ßer, aber kei­nes­falls zu groß aus.

Gu­te Um­gangs­for­men

Die Uhr läuft nicht nur gut, son­dern liegt dank ih­rem schlan­ken Ge­häu­se, dem ge­schmei­di­gen Le­der­band und der nicht zu dick auf­tra­gen­den Si­cher­heits­falt­schlie­ße zu­dem sehr an­ge­nehm am Hand­ge­lenk. Da stört es auch nicht, dass die Schlie­ße ein Stan­dard­bau­teil ist – schließ­lich trägt auch ein Gentleman nicht aus­schließ­lich Maß­ge­schnei­der­tes.

Be­schei­den zeigt sich die Gentleman Au­to­ma­tic auch mit ih­rem ge­drück­ten Mi­ne­ral­glas­bo­den, der mit für den sehr at­trak­ti­ven Preis ver­ant­wort­lich ist. Die­se Lö­sung ist bei Tis­sot Stan­dard und wirkt sich dank mo­der­ner Fer­ti­gungs­me­tho­den und gu­ter Pas­sun­gen nicht ne­ga­tiv auf die Ro­bust­heit der Uhr aus. Die ganz gro­ße Schu­le wä­re den­noch ein Schraub­bo­den mit Sa­phirglas­fens­ter.

Wer et­was auf sich hält, sorgt da­für, dass sich an­de­re Men­schen in sei­ner Ge­gen­wart wohl­füh­len und kei­ne un­nö­ti­gen Mü­hen mit ihm ha­ben. Das gilt bei der Gentleman Au­to­ma­tic auch in Sa­chen Be­die­nung: Das Po­wer­ma­tic-ka­li­ber ver­fügt selbst­ver­ständ­lich über ei­ne Da­tums­schnell­ver­stel­lung und ei­nen Se­kun­den­stopp. Und wenn die Kro­ne ein­mal mit dem Fin­ger­na­gel ge­zo­gen wur­de, las­sen sich die­se Funk­tio­nen dank des grif­fi­gen Be­dien­ele­ments auch ganz ein­fach nut­zen.

Ei­ne Fra­ge des Cha­rak­ters

Ein wah­rer Gentleman lässt sich nicht in die Kar­ten schau­en. Die­se Cha­rak­ter­ei­gen­schaft trägt, wenn es sich um ei­nen Men­schen han­delt, zu des­sen ele­gan­ter Au­ra bei. Bei der Te­stuhr ist es da­ge­gen ei­ne klei­ne Cha­rak­ter­schwä­che, dass sie sich nicht per­fekt ab­le­sen lässt. Das liegt ei­ner­seits am ge­rin­gen Kon­trast zwi­schen den ro­sé­v­er­gol­de­ten Zei­gern und dem brau­nen Zif­fer­blatt und an­de­rer­seits an dem nicht ent­spie­gel­ten Deck­glas, das ein­fal­len­des Licht mit star­ken Re­fle­xen quit­tiert. Bei die­ser Uhr neigt man al­ler­dings da­zu, dar­über hin­weg­zu­se­hen. Schließ­lich ver­zeiht man ei­nem wah­ren Gentleman gern ein­mal ei­ne klei­ne Schwä­che – vor al­lem, wenn es die ein­zi­ge ist. [10849]

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FO­TOS NIK SCHÖLZEL, TIS­SOT
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Sch­licht ver­ziert, aber top­mo­dern: Das Ka­li­ber C07.811 bie­tet ei­ne Si­li­zi­um­spi­ra­le und 80 St­un­den Gan­g­re­ser­ve

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