APS-C ver­sus KB-For­mat: 7 Sys­tem­ka­me­ras im Ver­gleichs­test

ColorFoto - - Inhalt - Karl Stechl

Sie­ben Sys­tem­ka­me­ras im Ver­gleich: Wer in ein Ka­me­ra­sys­tem ein­steigt, hat die Wahl: Spie­gel­re­flex oder Spie­gel­lo­se? Wel­cher Her­stel­ler,

wel­ches Mo­dell und wel­ches Sen­sor­for­mat? Wir las­sen vier Mo­del­le mit APS-C-Sen­sor ge­gen drei Voll­for­mat­ka­me­ras an­tre­ten – mit zum Teil über­ra­schen­den Er­geb­nis­sen.

Das Bild­sen­sor­for­mat APS-C gilt als Gol­de­ne Mit­te zwi­schen dem Klein­bild-/Voll­for­mat (36 x 24 mm) und Mi­cro-Four-Thirds (17,3 x 13 mm). Ein­deu­tig fest­ge­legt ist die Grö­ße ei­nes APS-C-Sen­sors nicht: Bei Fu­ji­film und So­ny sind es 23,5 x 15,6 mm, bei Ni­kon 23,5 x 15,7 mm, wäh­rend Ca­non ei­nen et­was klei­ne­ren CMOS mit 22,4 x 15 mm ver­wen­det. Die klein­bil­d­äqui­va­len­te Brenn­wei­te ei­nes 50-mm-Ob­jek­tivs be­trägt bei Ca­non 80mm (Crop-Fak­tor 1,6), bei den an­de­ren 75mm (CropFak­tor 1,5). Die­ser Un­ter­schied ist in der Pra­xis ver­nach­läs­sig­bar, für die Kauf­ent­schei­dung zäh­len an­de­re Fak­to­ren. Für die­sen Test aus­ge­wählt wur­den APS-C- und Voll­for­m­at­mo­del­le mit ei­ner Nenn­auf­lö­sung zwi­schen 20 und 26 Me­ga­pi­xeln.

APS-C-Mo­del­le

Vier Ka­me­ras mit Bild­sen­sor im APS-CFor­mat tre­ten zum Leis­tungs­ver­gleich an: Ca­non EOS 7D Mark II, Fu­ji­film X-H1, Ni­kon D500 und So­ny Al­pha 6500. Preis­lich auf Au­gen­hö­he be­geg­nen sich Ni­kon und Fu­ji­film (1800 Eu­ro), wäh­rend die Ca­non et­wa 1400 Eu­ro, die So­ny et­wa 1300 Eu­ro kos­tet. Ca­non und Ni­kon schi­cken Spie­gel­re­flex­ka­me­ras ins Ren­nen, Fu­ji­film und So­ny set­zen kom­plett auf spie­gel­lo­se Sys­tem­ka­me­ras. Die Sen­sor­auf­lö­sung ge­ben Fu­ji­film und So­ny mit 24 Me­ga­pi­xeln an, Ca­non und Ni­kon mit 20.

Ge­häu­se und Aus­stat­tung

Die bei­den SLR-Ka­me­ras, Ca­non EOS 7D Mark II und Ni­kon D500, wir­ken auf den ers­ten Blick wie zwei Sei­ten ei­ner Me­dail­le, den­noch gibt es Un­ter­schie­de im De­tail. Bei­spiels­wei­se hat die Ni­kon ei­nen Schwenk­mo­ni­tor. Der fehlt bei der Ca­non, die da­für mit ei­nem Aus­klapp­blitz punk­tet. Zwei Steck­plät­ze für Spei­cher­me­di­en bie­ten bei­de, da­von ei­ner für SD-Kar­ten (SDHC/SDXC). Der zwei­te Slot ist bei Ni­kon für mo­der­ne XQDMe­di­en ein­ge­rich­tet, die Tem­po­vor­tei­le bei Se­ri­en­bil­dern und 4K-Vi­de­os ver­spre­chen. Bei Ca­non kann man ne­ben SD- auch CF-Kar­ten ver­wen­den, was we­ni­ger zeit­ge­mäß wirkt. Im Ge­gen­satz zur Kon­kur­renz hat die Ca­non we­der WLAN noch Blue­tooth für Re­mo­te-Be­trieb und Bild­trans­fer an Bord. Die aus Ma­g­ne­si­um und Koh­le­fa­ser ge­fer­tig­te D500 zeigt ei­ne en­ge Ver­wand­schaft zur D750, ist je­doch ge­ring­fü­gig grö­ßer. Die 7D Mk II ist im Ver­gleich zur Voll­for­mat­schwes­ter 6D Mk II nicht nur grö­ßer, son­der auch gut 100 g schwe­rer: 900 Gramm mel­det die Kü­chen­waa­ge. Die al­te Glei­chung – je grö­ßer der Sen­sor, des­to grö­ßer das Ge­häu­se und um­ge­kehrt – gilt of­fen­bar nicht mehr.

Die Spie­gel­lo­sen von Fu­ji­film und So­ny un­ter­schei­den sich sehr. Die So­ny A6500 er­scheint zu­nächst wie ei­ne Edel­kom­pak­te. Das mit 460 g sehr leich­te Ma­g­ne­si­um­ge­häu­se zeigt sich aber ta­del­los ver­ar­bei­tet und bie­tet ei­ni­ges, was man von ei­ner Top­ka­me­ra er­war­tet. Ein Aus­klapp­blitz ist eben­so im Ge­häu­se ein­ge­baut wie ei­ne 5-Ach­sen-Bild­s­ta­bi­li­sie­rung. Mit ei­nem Kom­pakt­zoom wie dem Zeiss Va­rio-Tes­sar 4/16-70 mm ZA OSS er­gibt sich ein har­mo­ni­sches Ge­samt­bild. Schwe­re Te­le­ob­jek­ti­ve am A6500-Ge­häu­se las­sen da­ge­gen ei­nen Ak­ku­hand­griff ver­mis­sen, den es auch als Zu­be­hör nicht gibt. Wohl des­halb, weil der Schacht für die SD-Kar­te an der Un­ter­sei­te ne­ben dem Ak­ku sitzt. Die Be­dien­tas­ten an der Rück­sei­te rechts vom Dis­play drän­gen sich auf en­gem Raum, was die Ge­fahr von Fehl­be­die­nun­gen er­höht. Die Fu­ji­film X-H1 ist der ex­tre­me Ge­gen­pol: Für ei­ne spie­gel­lo­se Sys­tem­ka­me­ra wirkt sie rie­sig. Ihr Ge­wicht bleibt mit 673 g mo­de­rat, ei­ne D500 wiegt knapp 200 g mehr. Als Ers­te von Fu­ji­film be­sitzt die X-H1 ei­nen im Ge­häu­se ein­ge­bau­ten 5-Ach­sen-Bild­s­ta­bi­li­sa­tor (IBIS), der die Tref­fer­quo­te beim Frei­hand­fo­to­gra­fie­ren er­höht. Im Ge­gen­satz zur A6500 bie­tet die Fu­ji­film ei­nen prak­ti­schen Joy­stick zu­mVer­schie­ben des AF-Mess­punkts. Ein wei­te­rer Vor­teil ih­rer Grö­ße: Un­ter­halb des Zei­ge­fin­gers, der den Aus­lö­ser be­dient, pas­sen die rest­li­chen drei Fin­ger pro­blem­los auf den Griff. Ein klei­ner Auf­steck­blitz (EFX8) ist bei der X-H1 im Lie­fer­um­fang. Als Zu­be­hör er­hält­lich ist der Bat­te­rie­hand­griff VPB-XH1. Er er­gänzt den Ka­me­raak­ku NP-W126S um zwei wei­te­re Strom­spei­cher die­ses Typs.

Su­cher und Mo­ni­tor

Die Pen­ta­pris­men­su­cher der Ca­non und Ni­kon bil­den 100 Pro­zent des Mo­tivs ab und bie­ten ei­ne ef­fek­ti­ve Ver­grö­ße­rung von 0,63-fach (7D Mk II) bzw. 0,67-fach (D500). Die­ser Grö­ßen­un­ter­schied ist im di­rek­tenVer­gleich – Ka­me­ra A am lin­ken, Ka­me­ra B am rech­ten Au­ge – sicht­bar, fällt in der Pra­xis aber kaum ins Ge­wicht. Beim Blick durch den elek­tro­ni­schen Su­cher der X-H1, mit ei­ner ef­fek­ti­ven Ver­grö­ße­rung von 0,75-fach, ist der Un­ter­schied aber deut­lich. Der OLED-Su­cher der Fu­ji­film bie-

tet ei­ne Auf­lö­sung von 1 230 000 Pi­xeln, ei­ne kur­ze Re­ak­ti­ons­zeit von 5 ms und ei­ne Bild­wie­der­hol­ra­te von 100 B/s. Da­mit las­sen sich Be­we­gun­gen im Su­cher­bild selbst dann flüs­sig dar­stel­len, wenn die Um­ge­bungs­hel­lig­keit ge­ring ist. Der OLED-Su­cher der A6500 ist auch nicht schlecht (7 86 432 RGB-Pi­xel, 0,7-fach). Den bes­ten TFT-Mo­ni­tor hat die D500: 3,2 Zoll, 786 333 RGB-Bild­punk­te, ver­stell­bar und be­rüh­rungs­emp­find­lich. Fu­ji­film und So­ny bie­ten 3-Zoll-Mo­ni­to­re mit 346 666 bzw. 480 000 RGB-Bild­punk­ten, eben­falls mit Touch-Funk­tio­na­li­tät. Letz­te­re fehlt beim Ca­non-Mo­ni­tor, der als ein­zi­ger nicht ver­stell­bar ist. Ein zu­sätz­li­ches Sta­tus­dis­play an der Ober­sei­te bie­tet ne­ben den SLR-Mo­del­len auch die Fu­ji­film X-H1. Das LC-Dis­play in­for­miert in gro­ßen Let­tern über die wich­tigs­ten Auf­nah­me­ein­stel­lun­gen, ist be­leucht­bar und lässt sich – ein No­vum – so­gar kon­fi­gu­rie­ren.

Au­to­fo­kus und Be­lich­tung

Zu den her­aus­ra­gen­den Merk­ma­len der D500 ge­hört das vom Pro­fi­mo­dell D5 über­nom­me­ne Pha­sen-AF-Mo­dul Mul­tiCAM 20K, das zum Fo­kus­sie­ren ei­nen ei­ge­nen Pro­zes­sor mo­bi­li­siert. Mit 153 AF-Punk­ten, dar­un­ter 99 Kreuz­sen­so­ren, ist das Sys­tem ex­zel­lent aus­ge­stat­tet. Und weil es für den Bild­sen­sor ei­ner Voll­for­mat­ka­me­ra ent­wi­ckelt wur­de, wird bei der D500 ein dop­pelt so gro­ßer An­teil des Su­cher­felds von den AF-Sen­so­ren ab­ge­deckt. Die Emp­find­lich­keit des Mess­sys­tems reicht laut Her­stel­ler von -4 bis +20 EV. Mit ei­ner Aus­lö­se­ver­zö­ge­rung in­klu­si­ve AF-Zeit von 0,22/0,23 s bei 300/30 Lux ge­hört die D500 zu den der­zeit schnells­ten Ka­me­ras am Markt. Der Kon­trast-AF im Live-View fo­kus­siert da­ge­gen ge­wohnt lang­sam mit et­wa ei­ner Se­kun­de Ver­zö­ge­rung. Die Ca­non 7D MkII ar­bei­tet mit 65 Pha­sen-AF-Fel­dern, al­le­samt Kreuz­sen­so­ren. Im Live-View kommt der Du­al-Pi­xelCMOS-AF zum Ein­satz, der für AF-Pha­sen­er­ken­nung und Bild­auf­zeich­nung glei­cher­ma­ßen zu­stän­dig ist, was ak­zep­ta­ble Ver­zö­ge­rungs­zei­ten um 0,6 s mit sich bringt. Lei­der ist die 7D Mk II im Su­cher­be­trieb nicht die schnells­te (0,40/0,56 s bei 300/30 Lux). Die spie­gel­lo­sen Sys­tem­ka­me­ras von Fu­ji­film und So­ny ver­wen­den ei­nen Hy­brid-AF am Sen­sor zur au­to­ma­ti­schen Fo­kus­sie- rung: Die A6500 mo­bi­li­siert 425 Fel­der für den Pha­sen-AF und 169 Fel­der für den Kon­trast-AF. Bei der X-H1 ste­hen 325 Kon­trast-AF-Fel­der auf dem Bild­sen­sor be­reit, von de­nen 169 Pha­sen-AF-taug­lich sind. Zum Scharf­stel­len braucht die Fu­ji­film 0,36/0,40 s bei 300/30 Lux. Für den kon­ti­nu­ier­li­chen Au­to­fo­kus (AF-C) stellt sie fünf Pre­sets zur Wahl, ein sechs­tes Set kann der An­wen­der frei pro­gram­mie­ren.

Ver­gleich­ba­re Ein­stell­mög­lich­kei­ten bie­tet die Ca­non, nicht aber die So­ny, die laut La­bor­mes­sung am schnells­ten fo­kus­siert: 0,29/0,30 s bei 300/30 Lux. Die­se Wer­te sind auch ob­jek­tiv­ab­hän­gig. Der me­cha­ni­scheVer­schluss der X-H1 (30 bis 8000 s) ar­bei­tet nicht nur un­ge­wöhn­lich lei­se, son­dern auch mit sehr ge­rin­gen Vi­bra­tio­nen. Wer die­se wei­ter re­du­zie­ren will, ver­wen­det den elek­tro­ni­schen ers­ten Ver­schluss­vor­hang oder die voll­elek­tro­ni­sche Va­ri­an­te, die laut­lo­ses Aus­lö­sen bis 1/32 000 s und ei­ne Se­ri­en­bild­ra­te von knapp 14 B/s er­laubt. Die So­ny schafft 11 B/s, bei Ca­non und Ni­kon sind es rund 10 B/s.Vi­de­os in 4k-Auf­lö­sung mit 30 B/s be­kommt man von Fu­ji­film, Ni­kon und So­ny; die Ca­non be­gnügt sich mit Full-HD und 60 B/s.

Bild­qua­li­tät

Die höchs­te Grenz­auf­lö­sung in die­sem Ver­gleich er­reicht die Fu­ji­film X-H1 mit ih­rem X-Trans-Sen­sor oh­ne Tief­pass- fil­te­rung: Rund 2100 LP/BH bei ISO 200/400 ist ein Spit­zen­wert für ei­nen APSC-Sen­sor, er­kauft al­ler­dings durch be­herz­tes Nach­schär­fen mit aus­ge­präg­ten Ober- und Un­ter­schwin­gern in den Kan­ten­pro­fi­len. Die Grenz­auf­lö­sung bleibt bis ISO 6400 auf ei­nem ho­hen Ni­veau um 1900 LP/BH, ob­wohl die Nach­schär­fung dann ge­ring ist. Mit ho­hen De­ad-Lea­ves-Wer­ten über bzw. um 1000 LP/BH bis ISO 1600 und mo­de­ra­tem Rau­schen (VN 1,8 bei ISO 3200) ist die Fu­ji­film füh­rend bei der Bild­qua­li­tät in­ner­halb ih­rer Sen­sor­klas­se. Die So­ny A6500 schafft we­ni­ger an Grenz­auf­lö­sung, aber im­mer noch Wer­te um 1800 LP/BH bei ISO 3200. Sie schärft we­ni­ger nach als die Fu­ji­film, Un­ter­schwin­ger sind aus­ge­präg­ter als Über­schwin­ger. Bei ISO 3200 ist der Punkt­vor­teil der Fu­ji­film am größ­ten, weil die Ka­me­ra we­ni­ger rauscht und fei­ner auf­löst. Ers­te Tex­t­ur­ver­lus­te im JPEG zei­gen bei­de Ka­me­ras ab ISO 800, was den Wech­sel zum RAW-For­mat na­he­legt. Die Ni­kon muss sich ge­gen­über der So­ny nur bei nied­ri­gen ISO-Zah­len bis 800 ge­schla­gen ge­ben. Ab ISO 1600 holt sie auf und punk­tet bei ISO 3200 durch we­ni­ger Rau­schen (VN 1,8 ge­gen­über 2,2). Schluss­licht bei der Bild­qua­li­tät – wenn­gleich auf ho­hem Ni­veau – ist die Ca­non EOS 7D Mk II. Ne­ben der ge­rin­ge­ren Auf­lö­sung – rund 500 LP/BH we­ni­ger als bei der X-H1 (ISO 100/200) – fällt das hö­he­re Rau­schen (VN 2,0 ge­gen­über 1,6) be­reits ab ISO 1600 ins Ge­wicht.

Voll­for­mat­ka­me­ras

Drei Mo­del­le mit Voll­for­mat­sen­sor von Ca­non, Ni­kon und So­ny stel­len sich die­sem Ver­gleichs­test. Al­le be­gnü­gen sich mit ei­ner mo­de­ra­ten Nenn­auf­lö­sung – 24 Me­ga­pi­xel bei Ni­kon und So­ny, 26 Me­ga­pi­xel bei Ca­non. Die So­ny A7 III ist die Jüngs­te im Test­feld, was den re­la­tiv ho­hen Ge­häu­se­preis um 2300 Eu­ro er­klärt. Zum Ver­gleich: DieVor­gän­ge­rin A7 II wird im­mer noch ver­kauft, ist mit rund 1200 Eu­ro re­la­tiv preis­wert. Ganz so güns­tig be­kommt man ei­ne Ni­kon D750 (1650 Eu­ro) noch nicht. Die Ka­me­ra kam vor gut zwei­ein­halb Jah­ren auf den Markt, ge­hört aber längst nicht zum al­ten Ei­sen. Die Ca­non EOS 6D ist in der Mark-IIVer­si­on seit ei­nem knap­pen Jahr er­hält­lich und kos­tet der­zeit 1750 Eu­ro.

Ge­häu­se und Aus­stat­tung

Tech­nisch teilt sich das Test­feld in zwei Wel­ten: Spie­gel­re­flex­ka­me­ras von Ca­non und Ni­kon, ei­ne spie­gel­lo­se Sys­tem­ka­me­ra von So­ny. Die So­ny A7 III hat das kom­pak­tes­te und mit 650 g leich­tes­te Ge­häu­se; die Ca­non wiegt 782 g, die Ni­kon 840g. Ei­nen im Ge­häu­se ein­ge­bau­ten 5-Ach­sen-Bild­s­ta­bi­li­sa­tor bie­tet

nur So­ny. Bei al­len drei Mo­del­len be­steht das Ge­häu­se aus Ma­g­ne­si­um mit An­bau­tei­len aus Kunst­stoff und ist ge­gen Staub und Spritz­was­ser ab­ge­dich­tet. Auch sind al­le bes­tens ver­ar­bei­tet. Ob­wohl die Ca­non et­was klei­ner ist als die Ni­kon, fühlt sie sich durch den fül­li­ge­ren Hand­griff grö­ßer an. Bei der Ni­kon ist der Hand­griff schma­ler und wei­ter nach vor­ne ge­zo­gen. Das hat den Vor­teil, dass die Fin­ger­spit­zen nicht so leicht am Ge­häu­se an­sto­ßen. Die Bau­hö­he ist bei der So­ny am ge­rings­ten, des­halb passt der klei­ne Fin­ger der rech­ten Hand nur knapp auf den Griff. Wen es stört: Ein Bat­te­rie­hand­griff (VG-C3EM) ist op­tio­nal er­hält­lich. So­ny und Ni­kon ha­ben zwei Steck­plät­ze für SD-Kar­ten (SDHC/ SDXC) an Bord, bei der Ca­non muss ei­ner rei­chen. Ei­nen Aus­klapp­blitz bie­tet nur die Ni­kon; der klei­ne Spring­teu­fel leis­tet beim Auf­hell­blit­zen gu­te Di­ens­te. Au­ßer­dem kann er ex­ter­ne Sys­tem­blitz­ge­rä­te draht­los aus­lö­sen und steu­ern. Zur Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Smart­pho­ne ha­ben al­le drei Ka­me­ras WLAN, bei Ca­non und So­ny un­ter­stützt durch Blue­tooth, das ei­nen en­er­gie­spa­ren­den Bild­trans­fer er­mög­licht.

Su­cher und Mo­ni­tor

Ca­non und Ni­kon set­zen auf Pen­ta­pris­men­su­cher in SLR-Bau­wei­se, wäh­rend die So­ny A7 III ei­nen elek­tro­ni­schen Su­cher mit per­ma­nen­tem Live-View ins Feld führt. Der OLEDSu­cher be­glückt den An­wen­der zum ei­nen durch die Si­mu­la­ti­on von Be­lich­tung und Weiß­ab­gleich. Zum an­de­ren kann man das ge­ra­de auf­ge­nom­me­ne Bild gleich im Su­cher kon­trol­lie­ren, oh­ne die Ka­me­ra vom Au­ge zu neh­men. Ein wei­te­rer Vor­teil ist das prä­zi­se ma­nu­el­le Scharf­stel­len mit­tels Su­cher­lu­pe und Fo­kus-Pea­king. Die Kehr­sei­te ist ein er­höh­ter Strom­ver­brauch, von So­ny ab­ge­fe­dert durch ei­nen star­ken Ak­ku (FP-FZ100) mit 2280 mAh. Die Mit­be­wer­ber aus der SLR-Frak­ti­on brau­chen den­noch we­ni­ger Strom, was nach un­se­rer Er­fah­rung mehr Bil­der er­mög­licht. Im Ge­gen­satz zu Ca­non/Ni­kon hat So­ny kei­ne La­de­scha­le im Lie­fer­um­fang, son­dern nur ein USB-La­de­ge­rät zum Nach­la­den des Ak­kus in der Ka­me­ra. Das kos­tet Zeit, ein Schnell­la­de­ge­rät von So­ny (BC-QZ1) 90 Eu­ro zu­sätz­lich. Wer beim Su­cher in ers­ter Li­nie auf die Grö­ße schaut, ist mit der A7 III am bes­ten be­dient: Ihr OLED-Su­cher bie­tet ei­ne ef­fek­ti­ve Ver­grö­ße­rung von 0,78-fach (Ca­non/Ni­kon 0,71/0,70-fach). Dass der Su­cher der 6D Mk II nur 98 statt 100 Pro­zent des Mo­tivs im Su­cher zeigt, ist kein Dra­ma, aber ein Schön­heits­feh­ler. Den größ­ten TFT-Mo­ni­tor (3,2 Zoll) hat die Ni­kon. Die an­de­ren bau­en ei­nen

3-Zoll-Mo­ni­tor ein, der da­für aber be­rüh­rungs­emp­find­lich ist. Bei So­ny be­schränkt sich die Touch-Funk­tio­na­li­tät im We­sent­li­chen auf Touch-AF oh­ne Aus­lö­sung oder das Ak­ti­vie­ren der MF-Lu­pe per „Dop­pel­klick“mit der Fin­ger­spit­ze. Ca­non und Fu­ji­film er­lau­ben auch Touch-AF mit Aus­lö­sung oder das Zoo­men ins Bild durch Zie­hen mit zwei Fin­gern. Bei der X-H1 kön­nen Sie mit­tels Wisch­be­we­gun­gen am Mo­ni­tor die An­zei­ge ver­än­dern; dann wird z.B. ein RGB-His­to­gramm oder künst­li­cher Ho­ri­zont ein­ge­blen­det. Bei al­len drei Ka­me­ras lässt sich der Mo­ni­tor aus dem Ge­häu­se klap­pen, der Ca­non-Mo­ni­tor auch ne­ben das Ge­häu­se schwen­ken und von vor­ne be­trach­ten (Sel­fie-Mo­dus).

Au­to­fo­kus und Be­lich­tung

Die SLR-Ka­me­ras von Ca­non und Ni­kon ha­ben zwei AF-Sys­te­me an Bord: ein se­pa­ra­tes Pha­sen-AF-Mo­dul für den Su­cher­be­trieb und ei­nen Sen­sor-AF für Live-View am Mo­ni­tor. Der Pha­sen-AF der Ni­kon D750 mo­bi­li­siert 51 Mess­fel­der, von de­nen 15 Kreuz­sen­so­ren sind. Bei der Ca­non sind es 45 AF-Fel­der, al­le­samt Kreuz­sen­so­ren. Der Dop­pel­kreuz­sen­sor in der Mit­te soll selbst bei Mond­licht (- 3 LW) noch prä­zi­se fo­kus­sie­ren. Für die Aus­lö­se­ver­zö­ge­rung in­klu­si­ve AF-Zeit er­mit­tel­te das Mess­la­bor eher be­schei­de­ne Wer­te von 0,30/0,57 s (D750) und 0,46/0,54 s (6D Mk II) bei 300/30 Lux. Im Live-View mit nach oben ge­klapp­tem Um­lenk­spie­gel ge­rät die Ni­kon mit ih­rem Kon­trast-AF klar ins Hin­ter­tref­fen; beiVer­zö­ge­rungs­zei­ten von ei­ner Se­kun­de ist der Au­to­fo­kus nur noch für sta­ti­sche Mo­ti­ve gut. Die Ca­non ar­bei­tet mit ei­nem Du­al-Pi­xel-CMOS-AF, der AFPha­sen­er­ken­nung und Bild­auf­zeich­nung in ei­nem Auf­wasch er­le­digt. Da­mit schrumpft die AF-Zeit im Live-View auf Wer­te um 0,5 s. Die So­ny A7 III ar­bei­tet per­ma­nent im Live-View-Mo­dus, egal, ob man durch den OLED-Su­cher oder auf den Mo­ni­tor schaut. Mit 0,33/0,35 s bei 300/30 Lux ist sie die schnells­te in die­sem Ver­gleich. Zu­dem stellt ihr Sen­sor-Hy­brid-AF die meis­ten Mess­punk­te be­reit: 693 Pha­sen- und 425 Kon­tras­tAF-Fel­der. Al­le drei Mo­del­le bie­ten ne­ben Mess­feld­au­to­ma­tik und Ein­zel­punkt­mes­sung auch die Mess­feld­grup­pie­rung – Ni­kon mit 5 Punk­ten, Ca­non mit 9 oder 15. Bei So­ny sind es 16 Punk­te, die ei­ne Grup­pe bil­den – ei­ne klei­ne­re Grup­pe als Op­ti­on wä­re wün­schens­wert.

Der me­cha­ni­sche Ver­schluss reicht bei Ca­non und Ni­kon von 1/4000 bis 30 s, die So­ny schafft auch 1/8000 s. Die A7 III bie­tet zu­sätz­lich die Mög­lich­keit, den ers­ten wie auch den zwei­ten Ver­schluss­vor­hang elek­tro­nisch zu bil­den. Die ers­te Op­ti­on eig­net sich als Stan­dard­ein­stel­lung, die zwei­te soll­te man nur dann ver­wen­den, wenn laut­lo­se Aus­lö­sung ge­fragt ist. Der Ver­schluss­zei­ten­be­reich bleibt ge­ne­rell bei 30 s bis 1/8000 s. Beim Se­ri­en­bild­tem­po hat die So­ny die Na­se vorn – mit 10 Bil­dern (JPEGs) pro Se­kun­de (172 in Se­rie). Bei Ni­kon sind es 5,7 B/s (41 in Se­rie), bei Ca­non 6,4 B/s (bis Kar­te voll). In 4K-Auf­lö­sung fil­men mit 30 B/s kann nur die So­ny, die an­de­ren be­gnü­gen sich mit Full-HD-Qua­li­tät, im­mer­hin mit 60 B/s.

Bild­qua­li­tät

Al­le drei Voll­for­mat­ka­me­ras lie­fern ei­ne her­vor­ra­gen­de Bild­qua­li­tät, je­doch mit un­ter­schied­li­chen Ge­wich­tun­gen. Bei der ma­xi­ma­len Grenz­auf­lö­sung bleibt die D750 um rund 100 LP/BH (ISO 100) hin­ter ih­ren Mit­be­wer­bern zu­rück; der Rück­gang um ca. 200 LP/BH bis ISO 6400 bleibt al­ler­dings im Rah­men. Die So­ny kann mit ih­rem BSI-Sen­sor vor al­lem bei ISO 100 kräf­tig punk­ten, vor al­lem we­gen der sehr ho­hen De­a­dLea­ves-Wer­te, be­son­ders bei nied­rig­kon­tras­ti­gen Struk­tu­ren. Der Kon­trast wird er­kenn­bar, aber in ver­tret­ba­rem Um­fang an­ge­ho­ben. Die Ca­non agiert in dem Punkt deut­lich zu­rück­hal­ten­der, die Ni­kon liegt ir­gend­wo da­zwi­schen. Die Nach­schär­fung fällt bei der So­ny, vor al­lem im Un­ter­shoot-Be­reich, ziem­lich kräf­tig aus. Gleich­zei­tig sorgt die ka­me­rain­ter­ne Bild­ver­ar­bei­tung zum JPEG bei der A7 III für sehr ge­rin­ges Rau­schen, vor al­lem im Ver­gleich zur Ni­kon (VN 1,1 ge­gen­über VN 1,8 bei ISO 3200). Da­bei blei­ben Tex­tu­ren bis ISO 1600 er­staun­lich gut er­hal­ten, mit Ab­stri­chen auch bis ISO 3200. Tipp: Bei der Ca­non soll­te man für ma­xi­ma­len Tex­tur­er­halt den Bild­stil „Fein­de­tail“wäh­len, wenn JPEGs aus der Ka­me­ra das Ziel sind. Un­term Strich lie­fert die So­ny A7 III die bes­te Bild­qua­li­tät auf al­len ISO-Stu­fen. Die Qua­li­täts­un­ter­schie­de zwi­schen JPEG und RAW sind ähn­lich ge­ring wie bei der Fu­ji­film X-H1. Mit dem Wech­sel zum RAW-For­mat las­sen sich aber Schär­fe und Kon­trast noch bes­ser do­sie­ren.

Fo­tos: Her­stel­ler

Run­de Sa­che Ge­fäl­li­ge Run­dun­gen be­stim­men seit je­her das De­sign der EOS-Mo­del­le von Ca­non – die 7D Mk II macht da kei­ne Aus­nah­me.

Rad und Joy­stick Ober­halb des Dau­men­rads ‍fin­det‍sich‍ein‍Joy­stick‍als‍Rich­tungs­schal­ter.‍ Der Mo­ni­tor ist fest ver­baut. Im AF-CMo­dus stellt die 7D Mk II sechs Pre­setsmit ein­stell­ba­ren Pa­ra­me­tern be­reit.

Aus­stat­tung Die Ge­häu­se­kap­pe mit dem Aus­klapp­blitz und an­de­re An­bau­tei­le be­ste­hen aus Kunst­stoff, an­sons­ten ist der Bo­dy der 7D Mk II ei­ne so­li­de Ma­g­ne­si­um­kon-struk­ti­on.

Griff­güns­tig Die ‍Vi­deo­tas­te‍be­fin­det‍ sich bei der D500 in di­rek­ter Nach­bar­schaft des Ka­me­ra­aus­lö­sers. Das vor­de­re Ein­stell­rad ist eben­falls griff­güns­tig po­si­tio­niert.

All­les dran Der 3,2-Zoll-Mo­ni­tor der D500 ist schwenk­bar und touch­fä­hig. Auch ein Joy­stick zum Ver­schie­ben des AF-Punkts, un­ter­halb der AF-ON-Tas­te, fehlt nicht.

Bild­s­ta­bi­li­sie­rungDas licht­star­ke Stan­dard­zoom Fu­ji­non XF 2,8/16-55 RLM WR pro­fi­tiert – weil oh­ne op­ti­schen Bild­s­ta­bi­li­sa­tor – von der in­ter­nen Bild­s­ta­bi­li­sie­rungder Ka­me­ra.

Sta­tus­sym­bol Für das Sta­tus-Dis­play an der Ober­sei­te, über­wie­gend ein Merk­mal se­mi­pro­fes­sio­nel­ler SLR-Ka­me­ras, muss­te das für die X-Se­rie ty­pi­sche Be­lich­tungs­kor­rek­tur­rad wei­chen.

Viel Platz Für die Be­dien­ele­men­te ist üp­pig Platz an der Rück­sei­te der X-H1. Die Q-Tas­te zum Auf­ru­fen des Quick-Mo­ni­tors wur­de griff­güns­tig in der Dau­men­stüt­ze plat­ziert.

Klein, aber fein Mit ei­nem kom­pak­ten Zoom wie dem Va­rio-Tes­sar 4/16-70 mm ZA OSS fügt sich die klei­ne A6500 zu ei­nem har­mo­ni­schen Ge­samt­bild. Ein Aus­klapp­blitz­ge­rät ist an Bord.

Dicht be­sie­delt Die Rück­sei­te ist mit Be­dien­ele­men­ten dicht be­sie­delt. Was man aber im­mer wie­der ver­misst, ist ein AFJoy­stick wie bei der A7 III.

Funk­ti­ons­tas­ten Zwei frei be­leg­ba­re Funk­ti­ons­tas­ten be­fin­densich in Nä­he des Aus­lö­sers.Ein wei­te­res Ein­stell­rad, vor­ne am Hand­griff, wä­re wün­schens­wert.

Er­go­no­misch Die EOS 6D Mk II ist et­was kom­pak­ter als das APS-CMo­dell 7D Mk II. Der Hand­griff ist schma­ler und wei­ter nach vor­ne ge­zo­gen, da­mit er­go­no­mi­scher.

Kein Joy­stick Der klei­ne Mul­ti­funk­ti­ons­wäh­ler in­ner­halb des Dau­men­rads bei der 6D Mk II ist fum­me­li­ger als die Kom­bi­na­ti­on aus Dau­men­rad und Joy­stick wie bei der 7D Mk II.

Mo­dus­wahl­rad Das Mo­dus­wahl­rad für die Be­lich­tungs­pro­gram­me (links) hat ei­nen En­trie­ge­lungs­knopf, um un­ge­woll­tes Ver­stel­len zu ver­mei­den.

Kein Klotz Für ei­ne Voll­for­ma­tSLR wirkt die D750al­les an­de­re als klot­zig; mit 840 g ist sie aber kein Leicht­ge­wicht.

Gro­ße Schrif­ten Das Sta­tus­dis­play an der Ober­sei­te fällt re­la­tiv schmal aus, ist aber auf­grund der gro­ßen Schrif­ten gut ab­zu­le­sen.

In­fo-Mo­ni­torNach Drü­cken der In­fo­tas­te zeigt der Mo­ni­tor voll­flä­chig die Ka­me­ra­ein‍ stel­lun­gen an. Zu­griff auf die wich­tigs­tenhat man über da­für re­ser­vier­te Tas­ten.

Voll­for­mat kom­pakt Mit dem preis­güns­ti­gen Stan­dard­zoom FE 3,5-5,6/28-70 mm wirkt die A7 III so kom­pakt, dass man nicht auf An­hieb an ei­ne Voll­for­mat­ka­me­ra denkt.

Rä­der­werk Links vom Be­lich­tungs­kor­rek­tur­rad sitzt ein Ein­stell­rad, vor­ne am Hand­griff ein wei­te­res. Das Mo­dus­wahl­rad soll­te ar­re­tier­bar sein.

Gut in­for­miert Die In­for­ma­ti­ons­dich­te von Mo­ni­tor­und Su­cher­an­zei­ge kann se­pa­rat ein­ge­stellt wer­den. Ober­halb der FnTas­te sitzt der Joy­stick zum Ver­schie­ben des AF-Punkts.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.