iOS und iC­loud

iPad und iPho­ne lie­fern tol­le Fo­tos – doch mit ein paar Tricks geht da noch mehr: Wir sa­gen, wie Sie mit Ih­rem App­le-Ge­rät hoch­wer­ti­ge RAW-Da­tei­en auf­zeich­nen und die Er­geb­nis­se viel­sei­tig in der Wol­ke spei­chern.

ColorFoto - - 16 SEITEN EXTRA SMARTPHONE-FOTOGRAFIE - Hei­co Ne­u­mey­er

Die Ta­blets und Han­dys von App­le pro­du­zie­ren tol­le Fo­tos, doch erst ein­mal muss man man­ches ein­rich­ten: So lie­fern neue­re iPho­nes und iPads zwar Da­tei­en im hoch­wer­ti­gen RAW-Da­tei­for­mat – aber nur, wenn Sie se­pa­ra­te Apps her­un­ter­la­den. Denn die be­reits in­stal­lier­te Ka­me­ra­s­teue­rung kann kein RAW. Le­sen Sie al­so im Fol­gen­den, wel­che App­leGe­rä­te und wel­che Apps RAW-Auf­nah­men er­mög­li­chen. Wich­tig auch: Je­der Nut­zer ei­nes App­le-Ge­räts er­hält 5 Gi­ga­byte kos­ten­lo­sen In­ter­net­spei­cher in der iC­loud von App­le. Sie kön­nen Ih­re Bil­der dort au­to­ma­tisch hoch­la­den und dann auf be­lie­bi­gen Ge­rä­ten welt­weit wie­der ab­ru­fen und prä­sen­tie­ren, egal, ob Win­dows-, App­leo­der Li­nux-Sys­tem (so ähn­lich funk­tio­nie­ren auch OneD­ri­ve, Goog­le Dri­ve und Drop­box). Wir zei­gen, wie Sie Ihr Ge­rät fit für die Wol­ke ma­chen und wie die On­li­ne-Bild­ver­wal­tung à la App­le rei­bungs­los funk­tio­niert. App­le-Mo­bil­ge­rä­te bie­ten nur den ein­ge­bau­ten Spei­cher­platz von zum Bei­spiel 64 oder 256 Gi­ga­byte. Sie las­sen sich – an­ders als vie­le Smart­pho­nes mit An­dro­id-Sys­tem – nicht mit güns­ti­gen Spei­cher­kar­ten er­wei­tern. Der Bei­trag be­schreibt dar­um auch, wie Sie den Spei­cher Ih­res iPho­nes oder iPads scho­nen kön­nen.

Fit für die Wol­ke

Ma­chen Sie Ihr App­le-Mo­bil­ge­rät fit für die Bil­der­spei­che­rung im Netz: Öff­nen Sie die „Ein­stel­lun­gen“, tip­pen Sie oben auf den Be­nut­zer­na­men und dann auf „iC­loud“. Nen­nen Sie Apps, die im In­ter­net („in der Wol­ke“) spei­chern dür­fen. Tip­pen Sie auf „Fo­tos“, und schal­ten Sie „iC­lou­dFo­to­m­edia­thek“ein – das ist die Bild­ver­wal­tung für Fo­tos aus der Han­dy­ka­me­ra und wahl­wei­se für wei­te­re

Auf­nah­men. Schal­ten Sie die „Fo­to­m­edia­thek“auch auf Ih­ren an­de­ren Ge­rä­ten ein. Ab jetzt kön­nen Sie Ih­re Fo­tos leicht elek­tro­nisch wei­ter­ge­ben, als Ga­le­rie prä­sen­tie­ren, in Al­ben ord­nen und auf an­de­ren Ge­rä­ten ab­ru­fen; am iPho­ne nut­zen Sie da­für die „Fo­tos“App. Die Auf­nah­men sind zu­nächst nur für Sie sicht­bar. Wol­len Sie even­tu­ell Bil­de­ral­ben für an­de­re ins Netz stel­len und dort Kom­men­ta­re und Fo­tos von Be­trach­tern er­hal­ten, nut­zen Sie zu­sätz­lich ganz un­ten die „iC­loud-Fo­to­frei­ga­be“. Wei­te­re Mög­lich­keit: Bei ak­ti­vier­ter „iC­loud-Fo­to­m­edia­thek“kön­nen Sie den „iPad-Spei­cher op­ti­mie­ren“. Die gro­ßen Fo­to- und Vi­de­o­ri­gi­na­le lie­gen dann nur im Netz; auf den Ge­rä­ten ver­blei­ben klei­ne, platz­spa­ren­de Va­ri­an­ten, und RAW wird nur im Han­dy oder Ta­blet zu JPEG. Die­se Aus­la­ge­rung be­ginnt erst, wenn der Spei­cher zur Nei­ge geht, und be­vor­zugt sel­ten ge­nutz­te Me­di­en. Tip­pen Sie über ei­nem Ein­zel­bild auf „Be­ar­bei­ten“und dann auf drei wei- te­re Schalt­flä­chen, er­hal­ten Sie or­dent­li­che Reg­ler für Kon­trast und Farb­stim­mung – ge­nug für schnel­le Kor­rek­tu­ren. Auch Zu­schnei­den, Text­no­ti­zen, Lu­pen­ef­fek­te und Pfei­le sind mög­lich. Re­tu­sche, Ent­zer­rung und En­t­rau­schen feh­len da­ge­gen. Sehr an­spruchs­vol­le Auf­ga­ben er­le­di­gen Sie bes­ser in Light­room CC oder in Af­fi­ni­ty Pho­to am iPad.

Tipp: Ak­ti­vie­ren Sie nach dem Tipp auf „iC­loud“auch „iC­loud Dri­ve“, um be­lie­bi­ge Da­ten zwi­schen Mo­bil­ge­rät und Desk­top-Com­pu­ter per In­ter­net aus­zu­tau­schen.

Die iC­loud auf an­de­ren Ge­rä­ten

Die Bil­der vom Han­dy er­hal­ten Sie nun au­to­ma­tisch auch an Com­pu­tern mit In­ter­net­zu­gang und pas­sen­der App­le-An­mel­dung. Sie müs­sen nichts von Hand über­spie­len. MacRech­ner bie­ten den On­li­nespei­cher iC­loud be­reits in der Da­tei­ver­wal­tung Fin­der an – Ih­re Fo­to­samm­lung in­klu­si­ve. Win­dows-Nut­zer la­den

das kos­ten­lo­se Pro­gramm iC­loud für Win­dows her­un­ter. Es funk­tio­niert ganz ähn­lich wie die Pro­gram­me für die In­ter­net­spei­cher Drop­box und Goog­le Dri­ve: Das Sys­tem hält Fo­tos und an­de­re Da­tei­en auf al­len Ge­rä­ten auf dem neus­ten Stand, sie wer­den „syn­chro­ni­siert“. Doch Win­dows-Nut­zer müs­sen sich das iC­loud-Pro­gramm über­haupt nicht auf den Rech­ner ho­len: Ganz oh­ne die App­le-Soft­ware sich­ten Sie Ih­ren iC­loud-Spei­cher un­ter Win­dows auch im In­ter­net­brow­ser. Dort wäh­len Sie ic­loud.com und kli­cken auf den Ein­trag „Fo­tos“. Im An­schluss se­hen und über­tra­gen Sie die Bil­der fast al­ler Han­dy-Apps, die Auf­nah­men in der Fo­to­m­edia­thek si­chern, et­wa die Ka­me­ra-App von App­le und Fl­annl (rechts). Um­ge­kehrt kön­nen Nut­zer auf der Sei­te ic­loud.com im Be­reich „iC­loud Dri­ve“auch Da­tei­en vom Com­pu­ter hoch­la­den, die das iPho­ne dann mit der App iC­loud Dri­ve an­zeigt. Die meis­ten RAW-Test­da­tei­en er­schei­nen hier feh­ler­frei. Nut­zen zum Sich­ten die Da­tei­en-App und die Fo­to­m­edia­thek. Ge­lösch­te Bil­der und Vi­de­os blei­ben meh­re­re Wo­chen lang im „Pa­pier­korb“und blo­ckie­ren dort On­li­nespei­cher­platz. Wenn Sie Spei­cher­ka­pa­zi­tät frei ma­chen wol­len, kli­cken Sie bei iC­loud oder Fo­to­m­edia­thek auf „Vor kur­zem ge­löscht“und dann rechts oben auf „Al­le lö­schen“. Al­ter­na­tiv kön­nen Sie im Pa­pier­korb ein­zel­ne oder al­le Bil­der „wie­der her­stel­len“.

Tipp: Auch so ho­len Sie Han­dy­bil­der auf den Rech­ner: Ver­bin­den Sie iPho­ne oder iPad per La­de­ka­bel mit dem USB-An­schluss des Win­dows-Rech­ners, und ge­ben Sie am Mo­bil­ge­rät mit ei­nem Tipp den Fo­to­zu­griff durch den Com­pu­ter frei. Im „DCIM“Ord­ner se­hen Sie nun die Auf­nah­men der meis­ten Ka­me­ra-Apps und kön­nen sie auf die PC-Fest­plat­te zie­hen. Gut zum Her­über­ho­len eig­net sich auch der „Im­por­tie­ren“-Dia­log von Light­room Clas­sic CC.

JPEG- und HEIC-Da­tei­en

Sie fo­to­gra­fie­ren re­gel­mä­ßig im JPEG-Da­tei­for­mat? Das spart auf je­den Fall viel Spei­cher­platz ge­gen­über dem et­was hö­her­wer­ti­gen RAW-DNG, und häu­fig ist die Qua­li­tät der JPEGs auch aus­rei­chend. App­le hat JPEG zu­letzt durch das HEIC-Da­tei­for­mat er­setzt (auch HEIF ge­nannt) – das kom­pri­miert wie JPEG mit et­was Qua­li­täts­ver­lust, spart aber bei glei­cher Da­t­ei­grö­ße even­tu­ell Spei­cher. Pro­gram­me au­ßer­halb der App­leWelt zei­gen HEIC-Da­tei­en kaum an, aber das muss Sie nicht stö­ren: Bei der Über­tra­gung in die iC­loud und bei an­de­ren Ex­port­ma­nö­vern wan­deln die App­le-Ge­rä­te HEIC-Da­tei­en au­to­ma­tisch zu JPEG um. Tüft­lern er­öff­nen sich nach ei­nem Tipp auf „Ein­stel­lun­gen“in­ter­es­san­te Mög­lich­kei­ten: • Wenn Sie auf „Fo­tos“tip­pen, ist ganz un­ten zu­nächst „Au­to­ma­tisch“ak­ti­viert – HEIC-Auf­nah­men lan­den al­so in der iC­loud und auf Ih­rem Com­pu­ter als viel­sei­tig nutz­ba­re JPEG-Um­wand­lung. Soll HEIC aber HEIC blei­ben, wäh­len Sie die Op­ti­on „Ori­gi­na­le be­hal­ten“.

• Falls Sie die App­le-ei­ge­ne Ka­me­ra-App ver­wen­den, tip­pen Sie in den „Ein­stel­lun­gen“zu­nächst auf „Ka­me­ra“und da­nach auf „For­ma­te“. Hier ist „High Ef­fi­ci­en­cy“vor­ge­wählt, das Ge­rät fo­to­gra­fiert zu­nächst mit HEIC statt JPEG. Sol­len gleich JPEG-Da­tei­en ent­ste­hen, wech­seln Sie zu „Ma­xi­ma­le Kom­pa­ti­bi­li­tät“. Tipp: Auch an­de­re Ka­me­ra-Apps kön­nen Sie fest auf HEIC oder JPEG ein­s­tel len, zu ih­nen ge­hört un­ter an­de­rem die iPho­ne-App ProCa­me­ra.

Rich­ti­ge Ein­stel­lung: Ak­ti­vie­ren Sie die iC­loud-Fo­to­m­edia­thek auf Ih­rem App­le-Ge­rät.

Ge­stat­ten Sie: Erst wenn Sie den Zu­griff am iPho­ne er­lau­ben, kann der Com­pu­ter die Bil­der per USBKa­bel vom Han­dy ho­len.

For­mat­fra­ge: Spei­chern Sie platz­spa­rend im HEIC- oder JPEG-For­mat.

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