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ColorFoto - - Inhalt 2/2019 -

Be­lich­tung und Au­to­fo­kus

Blen­de

Die­ser Be­stand­teil des Ob­jek­tivs re­gu­liert die ein­fal­len­de Licht­men­ge und den Be­reich der Schärf­en­tie­fe. Klei­ne Wer­te be­zeich­nen gro­ße Öff­nun­gen für viel Licht und ge­rin­ge Schärf­en­tie­fe.

Be­lich­tungs- bzw. Ver­schluss­zeit

Gibt an, wie lan­ge Licht auf den Sen­sor fällt. Die elek­tro­ni­sche Steue­rung des Schlitz­ver­schlus­ses er­mög­licht kur­ze Be­lich­tun­gen zwi­schen 1/8000 und 1/1000 s und lan­ge bis zu 30 s.

Grund­emp­find­lich­keit

Der nied­rigs­te ISO-Wert liegt meist bei ISO 100. Bei ho­hen Wer­ten kann man auch Auf­nah­men bei schlech­tem Licht ma­chen, al­ler­dings in schwä­che­rer Bild­qua­li­tät. Faust­re­gel: Voll­for­ma­ter lie­fern meist bis ISO1600 gu­te Bil­der, APS-Cund Mi­cro-Four-Thirds-Mo­del­le bis ei­ne ISO-Stu­fe dar­un­ter.

Be­lich­tungs­mes­sung

Mes­sung der Licht­men­ge, um dar­aus die Be­lich­tungs­zeit und/oder die Blen­den­öff­nung zu be­stim­men. Mehr­feld­mes­sung oder Ma­trix­mes­sung sind Stan­dard, als Al­ter­na­ti­ve sind mit­ten­be­ton­te In­te­gral­mes­sung oder Spot­mes­sung sinn­voll.

Be­lich­tungs­steue­rung

Zur Steue­rung von Blen­de und Ver­schluss­zeit gibt es den ma­nu­el­len Mo­dus (M), Hal­b­au­to­ma­ti­ken wie Zei­t­au­to­ma­tik mit Blen­den­vor­wahl (A) und Blen­den­au­to­ma­tik mit Ver­schluss­zeit­vor­wahl (S) und die Pro­gramm­au­to­ma­tik (P), die al­le Ein­stel­lun­gen selbst tä­tigt. Mo­tiv­pro­gram­me wie Action, Land­schaft oder Por­trät op­ti­mie­ren die Be­lich­tung für das je­wei­li­ge Mo­tiv.

Au­to­fo­kus (AF)

Zum au­to­ma­ti­schen Scharf­stel­len gibt es Pha­sen-AF (in der Ver­gan­gen­heit schnel­ler) und Kon­trast-AF (ten­den­zi­ell ge­nau­er). AF-S (Sing­le Au­to­fo­cus) fo­kus­siert auf das Mo­tiv und be­hält die­se Ein­stel­lung bei, auch wenn sich das Ob­jekt an­schlie­ßend be­wegt. AF-C (Con­ti­nu­os Au­to­fo­cus) stellt auf das an­vi­sier­te Ob­jekt scharf und re­gelt kon­ti­nu­ier­lich nach, wenn sich die Ent­fer­nung zur Ka­me­ra än­dert. Bei AF-A (Au­to­ma­tic Au­to­fo­cus) wählt die Ka­me­ra zwi­schen AF-S und AF-C.

AF-Mess­fel­der

Die Zahl der Mess­fel­der va­ri­iert nach Ka­me­ra­typ und -mo­dell. Bei au­to­ma­ti­scher Mess­feld­wahl ent­schei­det das AF-Sys­tem, wel­che AF-Fel­der ak­ti­viert und wel­che De­tails so­mit scharf ab­ge­bil­det wer­den. Al­ter­na­tiv las­sen sich ein­zel­ne AF-Mess­fel­der an­steu­ern. Die AF-L-Tas­te (AF-Spei­cher­tas­te) hilft, wenn man mit dem zen­tra­len AF-Feld der Ka­me­ra auf ein Mo­tiv­de­tail au­ßer­halb der Bild­mit­te scharf­stel­len will.

Aus­lö­se­ver­zö­ge­rung

Zeit­span­ne zwi­schen dem Druck auf den Aus­lö­ser der ein­ge­schal­te­ten Ka­me­ra und der Auf­nah­me. Da zum schnel­len Aus­lö­sen ein schnel­ler und prä­zi­ser Au­to­fo­kus not­wen­dig ist, misst Co­lorFo­to die AF-Zeit in hel­lem Licht und bei un­güns­ti­gen Licht­ver­hält­nis­sen. AF-Zei­ten un­ter 0,3 s sind gut, ober­halb von 0,5 s ist die Aus­lö­se­ver­zö­ge­rung spür­bar.

Weiß­ab­gleich (Whi­te Ba­lan­ce, WB)

Ab­stim­mung auf die Licht­far­be. Mit­tags­son­ne, Mor­gen­licht oder Glüh­lam­pe – je­de Licht­quel­le er­zeugt ei­ne an­de­re Licht­far­be, die oh­ne Weiß­ab­gleich das Bild do­mi­nie­ren wür­de. Ne­ben der Weiß­ab­gleichs­au­to­ma­tik bie­tet fast je­de Ka­me­ra WB-Vor­ein­stel­lun­gen (Pre­sets) zur An­pas­sung an ver­schie­de­ne Licht­quel­len. Der kor­rek­te Weiß­ab­gleich lässt sich durch WB-Mes­sung er­mit­teln.

Ob­jek­ti­ve

Fest­brenn­wei­te

Ob­jek­tiv mit ei­ner ein­zi­gen Brenn­wei­te; der Bild­aus­schnitt kann nur durch ei­nen Wech­sel des Stand­orts ver­än­dert wer­den. Fest­brenn­wei­ten sind vor al­lem dann emp­feh­lens­wert, wenn be­son­ders ho­he Licht­stär­ke ge­fragt ist.

Zoom­ob­jek­tiv

Meh­re­re Brenn­wei­ten im glei­chen Ob­jek­tiv bie­ten ma­xi­ma­le Fle­xi­bi­li­tät. Zooms sind aber in der Re­gel schwe­rer und un­hand­li­cher als ein Ob­jek­tiv mit fes­ter Brenn­wei­te. Je wei­ter der Brenn­wei­ten­be­reich ist, des­to grö­ßer sind die tech­ni­schen Kom­pro­mis­se, die der Fo­to­graf ein­ge­hen muss.

Brenn­wei­te

Ab­stand zwi­schen Auf­nah­me­e­be­ne (Sen­sor) und hin­te­rer Haupt­ebe­ne des Ob­jek­tivs bei Fo­kus­sie­rung auf un­end­lich. Je grö­ßer die Brenn­wei­te, des­to en­ger der Bild­win­kel und so­mit der Bild­aus­schnitt. Ein Ob­jek­tiv mit Brenn­wei­te 50mm (Voll­for­mat- oder Klein­bild­for­mat) bil­det den mensch­li­chen Blick­win­kel ab und gilt als Stan­dard- oder Nor­mal­ob­jek­tiv. Brenn­wei­ten un­ter 50mm zäh­len als Weit­win­kel, ex­trem kur­ze Brenn­wei­ten von 14–24 mm (KB) sind Su­per­weit­win­kel. Te­les ha­ben Brenn­wei­ten über 50mm (KB) und ho­len das Mo­tiv op­tisch nä­her her­an. Fer­ner gibt es Ob­jek­ti­ve für Spe­zi­al­auf­ga­ben. Bei­spie­le: Ma­kro-Ob­jek­ti­ve bil­den Ob­jek­te aus nächs­ter Nä­he sehr groß ab, Shift-Ob­jek­ti­ve kön­nen stür­zen­de Li­ni­en in der Ar­chi­tek­tur­fo­to­gra­fie aus­glei­chen.

Licht­stär­ke

Ne­ben der Brenn­wei­te das zwei­te Cha­rak­te­ris­ti­kum des Ob­jek­tivs. Die Licht­stär­ke hängt von der Blen­den­öff­nung ab. Ei­ne klei­ne Blen­den­zahl steht für ei­ne gro­ße Licht­stär­ke. Als „gan­ze Blen­den­stu­fen“be­zeich­net man fol­gen­de Rei­he: 1 –

1,4 – 2 – 2,8 – 4 – 5,6 – 8 – 11- 16 – 22 – 32. Die ein­fal­len­de Licht­men­ge hal­biert sich von Stu­fe zu Stu­fe. Ein Ob­jek­tiv mit Licht­stär­ke 2,8 ist al­so vier­mal licht­stär­ker als ei­nes mit 5,6.

Crop-Fak­tor

Der Bild­win­kel ei­nes Ob­jek­tivs än­dert sich mit der Sen­sor­grö­ße der Ka­me­ra, an der es ver­wen­det wird. Ein klei­ner Sen­sor er­fasst ei­nen klei­ne­ren Bild­aus­schnitt – und da­mit ei­nen en­ge­ren Bild­win­kel – als ein grö­ße­rer. Die Fol­ge: Ein 50-mm-Ob­jek­tiv führt an ei­ner APS-C-Ka­me­ra zur glei­chen Darstel­lung wie ein 75-mm-Ob­jek­tiv an ei­nem Klein­bild­sen­sor. Der Crop-Fak­tor be­zieht sich im­mer auf das Voll­for­mat (Crop-Fak­tor für Voll­for­mat ist de­fi­ni­ti­ons­ge­mäß al­so 1) und liegt bei APS-C-Ka­me­ras zwi­schen 1,5 bis 1,6.

Auf­lö­sung

Wie fein kön­nen die Li­ni­en sein, da­mit ein Ob­jek­tiv sie noch dif­fe­ren­ziert – sprich: mit 10 Pro­zent des Kon­trasts vom Aus­gangs­wert – dar­stel­len kann? Die­se Grenz­auf­lö­sung gibt an, wie vie­le Li­ni­en­paa­re in die Bild­hö­he pas­sen. Ne­ben die­sem Grenz­wert ist für die vi­su­el­le Schär­fe auch der Kon­trast bei grö­be­ren Struk­tu­ren cha­rak­te­ris­tisch. Co­lorFo­to nimmt al­le Ob­jek­tiv­mes­sun­gen bei of­fe­ner Blen­de und um zwei Blen­den­stu­fen ab­ge­blen­det vor. Bei be­son­ders licht­star­ken Ob­jek­ti­ven mes­sen wir zu­sätz­lich ei­ne drit­te Blen­de.

Ver­zeich­nung

Darstel­lung von ge­ra­den Li­ni­en als ge­bo­ge­ne Kur­ven. Ver­zeich­nun­gen tre­ten ver­stärkt am Bild­rand auf, vor al­lem Me­ga­zooms und Weit­win­kel-Ob­jek­ti­ve sind da­für an­fäl­lig. Sind die Li­ni­en nach au­ßen ge­bo­gen, nennt man die Ver­zeich­nung ton­nen­för­mig; bei ei­ner De­for­ma­ti­on in die an­de­re Rich­tung heißt sie kis­sen­för­mig. In Zoom-Tests stellt Co­lorFo­to die Ver­zeich­nun­gen der Weit­win­kel­brenn­wei­te in ei­ner ro­ten Kur­ve dar, Blau steht für die mitt­le­re Brenn­wei­te und Grün für die längs­te ge­mes­se­ne Brenn­wei­te.

Vi­g­net­tie­rung

Uner­wünsch­te Ab­dunk­lung zum Bild­rand hin. Der Grad der Vi­g­net­tie­rung kann durch ei­ne Än­de­rung der Blen­den­ein­stel­lung ab­ge­schwächt wer­den. Bei of­fe­ner Blen­de ist die Rand­ab­schat­tung ge­wöhn­lich am stärks­ten; Ab­blen­den um ein bis zwei Stu­fen re­du­ziert die Vi­g­net­tie­rung. Je wei­ter die Ecken der ge­bo­ge­nen Flä­che in un­se­rem Dia­gramm her­un­ter­hän­gen, des­to dunk­ler geht es in den Bil­de­cken zu. Sind die Ecken grün dar­ge­stellt, ist die Ab­dunk­lung im Bild kaum sicht­bar. Sind sie da­ge­gen rot, müs­sen Sie mit ei­nem deut­lich sicht­ba­ren Ef­fekt rech­nen.

Bild­qua­li­tät

Grenz­auf­lö­sung

Maß da­für, wie stark der Bild­sen­sor und das Ob­jek­tiv fei­ne Struk­tu­ren auf­lö­sen kön­nen. Die Grenz­auf­lö­sung wird an ei­nem Sie­mens­stern ge­mes­sen und in Li­ni­en­paa­ren pro Bild­hö­he (LP/BH) an­ge­ge­ben: je grö­ßer die Zahl der Li­ni­en­paa­re, des­to schär­fer das Bild.

De­tail­zeich­nung, De­ad Lea­ves

In Co­lorFo­to-Tests wird die De­tail­zeich­nung durch die De­ad-Lea­ves-Mes­sun­gen (DL) be­stimmt. Das Test­feld be­steht aus ei­ner zu­fäl­li­gen An­ord­nung von Krei­sen mit zu­fäl­li­gem Ra­di­us und zu­fäl­li­ger Far­be. Ge­mes­sen wer­den so­wohl kon­trast­rei­che Struk­tu­ren (De­ad Lea­ves High Con­trast) als auch die be­son­ders kri­ti­schen kon­tras­t­ar­men Struk­tu­ren (De­ad Lea­ves Low Con­trast). Die idea­le DLKur­ve ver­läuft na­he von 1, oh­ne die­sen Wert je­doch zu über­schrei­ten (wie es bei un­na­tür­lich ho­hem Bild­kon­trast der Fall ist) und fällt erst spät und mög­lichst steil ab. Die bei­den Kur­ven für ho­he und für nied­ri­ge Mo­tiv­kon­tras­te soll­ten mög­lichst na­he bei­ein­an­der­lie­gen.

Ar­te­fak­te

Sicht­ba­re De­tails im Bild, die von der Ka­me­ra hin­zu­ge­fügt wur­den. Die Grö­ßen DL di­rect und DL cross aus den De­a­dLea­ves-Ab­bil­dun­gen er­mög­li­chen ei­ne Ab­schät­zung der Ar­te­fak­te. Je grö­ßer der Un­ter­schied zwi­schen der DL­di­rect- und der DL-cross-Kur­ve aus­fällt, des­to mehr Ar­te­fak­te sind hin­zu­ge­kom­men.

Rau­schen

Un­re­gel­mä­ßi­ge Stö­run­gen im Bild­si­gnal, die im Mo­tiv nicht vor­han­den sind. Das Rau­schen wird als Vi­su­al Noi­se (VN) an­ge­ge­ben und nimmt meist mit wach­sen­der Emp­find­lich­keit (hö­he­ren ISO-Ein­stel­lun­gen) zu. Je nied­ri­ger der VNWert, des­to ge­rin­ger ist das Rau­schen.

Ob­jekt­kon­trast

Die­ser Wert be­schreibt, wie rea­lis­tisch die Ka­me­ra Ob­jekt­kon­tras­te wie­der­ge­ben kann. Die­se Mess­grö­ße wird auch als Dy­na­mik be­zeich­net und in Blen­den­stu­fen an­ge­ge­ben. Je grö­ßer der Blen­den­wert, des­to bes­ser kommt die Ka­me­ra mit kon­trast­rei­chen Mo­ti­ven zu­recht und lie­fert in Lich­tern und Schat­ten­par­ti­en noch Zeich­nung.

Kan­ten­an­he­bung

Die Ka­me­ra-Elek­tro­nik op­ti­miert die Ab­bil­dung von Kan­ten für ei­ne schar­fe und kon­trast­rei­che Darstel­lung. Das ist bei maß­vol­lem Ein­satz sinn­voll, zu star­ke Ein­grif­fe be­schä­di­gen das Bild je­doch. Ei­ne über­trie­be­ne Ver­stär­kung der Kan­ten ist im Mess­dia­gramm dar­an er­kenn­bar, dass aus der ab­ge­flach­ten Recht­eck­kur­ve der Vor­la­ge ei­ne ver­stärk­te mit leich­ten Über- und Un­ter­schwin­gern wird.

Far­be/Weiß­ab­gleich

An­hand der Auf­nah­me ei­ner stan­dar­di­sier­ten Farb­ma­trix er­mit­telt Co­lorFo­to, wie stark sich die Farb­dar­stel­lun­gen in Ori­gi­nal und Re­pro­duk­ti­on un­ter­schei­den. Die Farb­ge­nau­ig­keit wird als Del­taE an­ge­ge­ben: je klei­ner der Wert, des­to ge­nau­er die Farb­wie­der­ga­be. Ana­log gilt dies für die Qua­li­tät des Weiß­ab­gleichs (Del­taRGB).

JPEG- oder RAW-Test

Co­lorFo­to tes­tet die Bild­qua­li­tät so­wohl an den be­ar­bei­te­ten JPEG-Da­tei­en als auch an RAW-Da­ten. Die Un­ter­schie­de zwi­schen RAW und JPEG sind bei man­chen Ka­me­ras nur in ho­her Ver­grö­ße­rung zu er­ken­nen, bei an­de­ren so­fort of­fen­sicht­lich.

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