Pa­na­so­nic Lu­mix G9

ColorFoto - - Inhalt 2/2019 -

Klei­ner, leich­ter, mit ver­bes­ser­tem Su­cher und mit ei­nem In­fo-Dis­play aus­ge­stat­tet: Die G9 ver­wan­delt die GH5 in ei­ne Hig­hen­dKa­me­ra für Fo­to­gra­fen. Das Touch­dis­play ist mit 7,5-cm-Bild­schirm­dia­go­na­le et­was klei­ner ge­wor­den und lie­fert mit 260 000 RGBW-Bild­punk­ten ei­ne ge­rin­ge­re Auf­lö­sung als die GH5. Das OLED-Dis­play im Su­cher er­laubt da­für ei­ne stär­ke­re Ver­grö­ße­rung von 0,83x. Un­ver­än­dert prak­tisch ist die 4K/6K-Fo­to­funk­ti­on: Aus ver­schie­de­nen Bil­dern setzt die Ka­me­ra ein von vorn bis hin­ten schar­fes Foto zu­sam­men. Wer da­bei per­fek­te Er­geb­nis­se er­war­tet, soll­te nicht aus der Hand fo­to­gra­fie­ren. Denn so viel Sta­bi­li­sie­rung lie­fert auch der dua­le Bild­s­ta­bi­li­sa­tor nicht, der an­sons­ten gu­te Di­ens­te leis­tet. Dank der Vi­de­o­funk­ti­on gibt es ei­ne ma­nu­el­le Kon­fi­gu­ra­ti­on, mit der man die Au­to­fo­kus­ge­schwin­dig­keit und die Emp­find­lich­keit selbst fest­le­gen kann. Die AF-Zeit von 0,13/0,20 s (bei 300/30 Lux) ist über je­den Zwei­fel er­ha­ben.

Bild­qua­li­tät RAW / JPEG

Die Pa­na­so­nic G9 holt sehr viel aus ih­rem MFT-Sen­sor mit 20 Me­ga­pi­xeln her­aus. Die Si­gnal­ver­ar­bei­tung bei JPEG ist bei Pa­na­so­nic je­doch tra­di­tio­nell sehr ag­gres­siv ab­ge­stimmt. Das trifft auch auf die G9 zu, wenn auch in klei­ne­rem Ma­ße. Mit RAW kann man die­ses Pro­blem um­ge­hen und noch et­was Bild­qua­li­tät hin­zu ge­win­nen. Mit et­wa 100 LP/BH (ISO 200) ist der An­stieg an Auf­lö­sung über­schau­bar.Viel mehr pas­siert bei der De­ad-Lea­ves-Mes­sung. Zwar sind die RAW-Wer­te für ho­he Kon­tras­te fast gleich, et­wa 1370LP/BH bei ISO200. Bei nied­ri­gem Kon­trast ist der Ge­winn von rund 100LP/BH auch noch mo­de­rat. Doch die Kur­ven ver­lau­fen dra­ma­tisch an­ders. Statt aus­ge­präg­ter Ver­stär­kung bis 1,2 bei JPEG er­hält man bei RAW nur ei­ne klei­ne Aufs­tei­lung bei nied­ri­gen Fre­quen­zen. So wir­ken die Bil­der na­tür­li­cher und zei­gen auch mehr Dy­na­mik. Fei­ne Struk­tu­ren wer­den weit bes­ser wie­der­ge­ge­ben, die ge­rin­ge­re Kan­ten­aufs­tei­lung sorgt für sanf­te­re Über­gän­ge. Wenn es um die Rau­sch­re­duk­ti­on bei hö­he­ren ISO-Wer­ten geht, soll­te man bei Pa­na­so­nic – wie bei den meis­ten Ka­me­ras – den Weg der mo­de­ra­ten En­t­rau­schung ge­hen. Tut man nichts da­ge­gen, steigt das Rau­schen auf deut­li­che 3,2 VN (LR1 ISO1600) und stört den Bild­ein­druck. Tut man zu viel, fällt der Mess­wert zwar fast auf das Ni­veau von ISO200, doch die Bil­der ver­lie­ren schnell an Zeich­nung und „ge­win­nen“an Ar­te­fak­ten. Ge­ne­rell rau­schen die RAWs der G9 nur we­nig mehr als die Fotos der APS-C-Ka­me­ras im Test. Fa­zit: Die G9 ist sehr über­zeu­gend auf die Be­dürf­nis­se von Fo­to­gra­fen ab­ge­stimmt. We­ni­ger um­fang­reich als bei der GH5 sind in ers­ter Li­nie die Vi­de­o­funk­tio­nen. Hin­zu­ge­kom­men da­ge­gen sind Fea­tu­res wie das zwei­te Dis­play und die deut­lich bes­se­re Be­dien­bar­keit. RAWBil­der sind bei der Pa­na­so­nic kon­tra­stär­mer – und das ist gut so, denn die JPEGs wer­den recht ag­gres­siv ab­ge­stimmt. Bei der Auf­lö­sung und beim Rau­schen kommt die G9 trotz klei­ne­rer Sen­sor­flä­che nah an die APS-C-Kon­kur­renz her­an. Kauf­tipp Preis/Leis­tung.

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