Dis­play-Schutz

Dis­play-Schutz. Wer kei­ne Krat­zer oder schlim­me­re Schä­den am Dis­play der Di­gi­tal­ka­me­ra ris­kie­ren will, ver­wen­det ein Schutz­glas. Zwei ein­schlä­gi­ge Pro­duk­te ha­ben wir aus­pro­biert: den MAS Glass Screen Protector und das OnS­creen Hy­brid­glas von Neoxum.

ColorFoto - - Inhalt 2/2020 - Karl Stechl

Pro­duk­te aus Fo­lie und Glas im Pra­xis­test

Oft reicht es schon, die Ka­me­ra am Gurt um den Hals oder seit­lich an der Schul­ter zu tra­gen: Das Dis­play scheu­ert am of­fe­nen Reiß­ver­schluss der Ja­cke oder an ei­ner Nie­te der Je­ans. Und schon zei­gen sich ers­te Krat­zer. Wer­den es im Lau­fe der Zeit mehr, droht ir­gend­wann ei­ne kost­spie­li­ge Re­pa­ra­tur. Bes­ser al­so, man schützt das Dis­play, so­lan­ge des­sen Ober­flä­che noch lu­pen­rein ist, mit ei­ner Schutz­fo­lie. Oder mit ei­nem Schutz­glas, zum Bei­spiel dem MAS Glass Screen Protector. Laut Ver­trieb han­delt es sich da­bei um op­ti­sches Glas mit ei­ner Na­no­be­schich­tung, von der sich Staub, Feuch­tig­keit und Fett leicht ent­fer­nen las­sen sol­len. Zu­dem er­hält man das Ver­spre­chen, dass kei­ne Split­ter das Ka­mer­dis­play be­schä­di­gen wer­den, soll­te das Schutz­glas ein­mal zu Bruch ge­hen. Auf­grund sei­ner Di­cke (0,7 mm) soll das Glas aber auch der­be Stö­ße mit spit­zen Ge­gen­stän­den ver­kraf­ten. Dank ei­ner ad­hä­si­ven Si­li­kon­schicht an der Un­ter­sei­te haf­tet das Glas auf dem Dis­play. Der Dis­play­schutz saugt sich re­gel­recht an, kann bei Be­darf aber rück­stands­frei wie­der ge­löst wer­den.

Nach dem sel­ben Prin­zip funk­tio­niert das OnS­creen Hy­brid­glas von Neoxum. Im Un­ter­schied zum MAS-Protector kommt hier aber so­ge­nann­tes Hy­brid­glas zum Ein­satz: ei­ne Kom­bia­ti­on aus ei­ner dün­nen Glas­schicht und Kunst­stoff­fo­lie. Das Hy­brid­glas ist ähn­lich kratz­fest wie „rich­ti­ges“Glas, aber be­deu­tend fle­xi­bler. Zu­dem lässt Neoxum die Wahl zwi­schen zwei Schutz­glas­ver­sio­nen: kris­tall­klar und re­fle­xi­ons­min­dernd. Die zwei­te Va­ri­an­te ist ge­wöh­nungs­be­dürf­tig, weil man Dis­plays von Ka­me­ras sonst nur mit Hoch­glanz­o­ber­flä­che kennt, bie­tet aber durch­aus prak­ti­sche Vor­tei­le. Als Al­ter­na­ti­ve zum Hy­brid­glas gibt es bei Neoxum üb­ri­gens auch Dis­play-Schutz­fo­li­en.

Der MAS Glass Screen Protector wird in ei­ner fla­chen, qua­dra­ti­schen Plas­tik­box mit Um­kar­ton ge­lie­fert. Die Box ent­hält ne­ben dem Schutz­glas – beid­sei­tig durch ei­ne ab­zieh­ba­re Klar­sicht­fo­lie ge­schützt – zwei Fo­li­en­beu­tel mit Feucht- und Tro­cken­tuch, zwei Strei­fen „Clea­ning Ta­pe“und ei­nen Plas­tik­chip zum Ent­fer­nen von Luft­bla­sen.

Prak­ti­sche Er­fah­run­gen

Das Neoxum-Hy­brid­glas kommt in ei­nem Hoch­glanz­um­schlag aus Pap­pe. Ei­ne Schutz­fo­lie gibt es hier nur auf der Glas­un­ter­sei­te, wo sich die Si­li­kon­schicht be­fin­det. Das reicht auch, weil man die Ober­sei­te je­der­zeit von Fin­ger­ab­drü­cken oder Staub rei­ni­gen kann. Feucht- und Tro­cken­tuch sind auch hier im Lie­fer­um­fang ent­hal­ten. Das Pro­ce­de­re ist kein He­xen­werk: Zu­nächst rei­ni­gen Sie das Dis­play sorg­fäl­tig, zu­erst mit dem feuch­ten, dann mit dem tro­cke­nen Tuch. Soll­ten Sie bei kri­ti­scher Be­trach­tung noch ein­zel­ne Staub­kör­ner auf dem Dis­play ent­de­cken, ent­fer­nen Sie die­se mit­tels Kle­be­strei­fen oder Luft­pin­sel. Da­nach zie­hen Sie die Schutz­fo­lie von der Glas­un­ter­sei­te ab. Bei MAS funk­tio­niert das auf­grund des star­ren Ma­te­ri­als recht ein­fach. Beim dem fle­xi­blen Hy­brid­glas von Neoxum muss man auf­pas­sen, dass es ei­nem nicht aus den Fin­gern flutscht und ver­se­hent­lich auf der Si­li­kon­schicht zu lie­gen kommt. Die Kunst be­steht dar­in, das Schutz­glas ex­akt aus­zu­rich­ten, be­vor es voll­flä­chig mit dem Dis­play in Be­rüh­rung kommt. So­bald es passt, drückt man das Glas zu­erst mit­tig mit dem Dau­men an, dann saugt es sich fast von selbst kom­plett am Dis­play fest. Soll­ten da­nach noch Luft­bla­sen un­ter­halb des Gla­ses zu se­hen sein, reibt man an der be­tref­fen­den Stel­le un­ter leich­tem Druck von in­nen nach au­ßen, al­so zu den Glas­rän­dern hin. MAS lie­fert da­für ei­nen klei­nen Plas­tik­chip mit, Neoxum ver­weist auf den Ge­brauch ei­ner Kre­dit-/EC-Kar­te. Die Touch-Funk­ti­on des Mo­ni­tors – so­fern vor­han­den – wird

durch das Schutz­glas in kei­ner Wei­se be­ein­träch­tigt.

Un­ter­schie­de im De­tail

Ziel soll­te es sein, das Schutz­glas gleich beim ers­ten Mal per­fekt in Po­si­ti­on zu brin­gen, dann ist das Er­geb­nis auch op­tisch ma­kel­los. So­bald man das Glas an ei­ner Ecke wie­der an­he­ben muss, bleibt dort ei­ne mat­te Stel­le zu­rück – ein Zei­chen da­für, dass der Kon­takt mit der Glas­flä­che nicht mehr den Ide­al­zu­stand er­reicht. Beim star­ren MASSchutz­glas kann es zu­dem Pro­ble­me ge­ben, wenn das Dis­play klei­ne Une­ben­hei­ten

auf­weist oder nicht ganz ver­win­dungs­steif kon­stru­iert ist. Das MAS-Pro­dukt über­zeug­te durch op­ti­ma­le Pass­ge­nau­ig­keit, wäh­rend das Neoxum-Hy­brid­glas et­was klei­ner als die Dis­play-Flä­che der Test­ka­me­ra war. Das hat zwar Vor­tei­le, wenn man das Glas spä­ter ent­fer­nen will, könn­te aber auch als Schön­heits­feh­ler emp­fun­den wer­den. Das ist in­so­fern kein The­ma, weil man sich bei Neoxum auf An­fra­ge je­der­zeit ein Hy­brid­glas nach Maß zu­recht­schnei­den las­sen kann – oh­ne Auf­preis und auf den Zehn­tel­mil­li­me­ter ge­nau.

Das MAS-Schutz­glas ist im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand vor­ne und hin­ten mit Fo­lie ge­schützt, Neoxum be­gnügt sich mit ei­ner Schutz­fo­lie auf der Un­ter­sei­te, wo sich die Si­li­konHaft­schicht be­fin­det. Rei­ni­gungstü­cher gibt’s bei bei­den; MAS lie­fert zu­dem ei­nen Plas­tik­chip zum Ent­fer­nen von Luft­ein­schlüs­sen mit.

Wenn das Schutz­glas nicht auf der gan­zen Flä­che op­ti­mal haf­tet, z.B. we­gen mi­ni­ma­ler Une­ben­hei­ten, zei­gen sich mat­te Stel­len (Pfeil). Dann ist man mit dem fle­xi­ble­ren Hy­brid­glas in der Re­gel bes­ser be­dient.

Das Hy­brid­glas von Neoxum ist auch in ei­ner re­fle­xi­ons­min­dern­den Va­ri­an­te er­hält­lich (Bild oben). Die Trans­mis­si­on ist hier et­was ge­rin­ger, doch da­für blei­ben Spie­ge­lun­gen wie beim Klar­glas aus.

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