IDCs Pro­gno­sen für die nächs­ten Jah­re: Bey­ond 2019 – so wird die IT-Zu­kunft

Die IT-In­dus­trie be­tritt ei­ne „Pha­se dra­ma­ti­scher und dis­rup­ti­ver Trans­for­ma­ti­on“, sa­gen die Ana­lys­ten von IDC. In den nächs­ten drei bis fünf Jah­ren kom­men mas­si­ve Ve­rän­de­run­gen auf Un­ter­neh­men und ih­re IT-Or­ga­ni­sa­tio­nen zu.

Computerwoche - - Ausblick 2019 - Von Hein­rich Vas­ke, Edi­to­ri­al Di­rec­tor

Da di­gi­ta­le Ser­vices und Tech­no­lo­gi­en die wirt­schaft­li­che Wert­schöp­fung von Un­ter­neh­men im­mer stär­ker be­ein­flus­sen, sind Er­folg und Über­le­bens­chan­cen von Be­trie­ben zu­neh­mend von ih­ren IT-Fä­hig­kei­ten ab­hän­gig. Da­bei be­zeich­nen die Markt­for­scher von IDC Pu­blic Clouds und die zu­ge­hö­ri­gen Öko­sys­te­me als wich­tigs­te Qu­el­le von Tech­no­lo­gie­in­no­va­tio­nen. Für Un­ter­neh­men wer­de es dar­auf an­kom­men, ei­ne ver­teil­te Cloud-To­po­lo­gie, in­te­griert mit den ei­ge­nen Re­chen­zen­tren und Edge-Lo­ka­tio­nen, fle­xi­bel zu ma­na­gen. Um schnell ge­nug zu sein, set­zen die Be­trie­be ih­ren ein­ge­schla­ge­nen Weg in Rich­tung Agi­le Com­pu­ting und De­vOps mit hö­he­rer Ge­schwin­dig­keit fort. Im­mer geht es laut IDC dar­um, di­gi­ta­le In­no­va­ti­on zu be­schleu­ni­gen. Die Zahl der An­wen­dun­gen und Ser­vices, die Fir­men ent­wi­ckeln und be­reit­stel­len, wird ex­plo­die­ren. Die Tech­no­lo­gi­en, die die­sen Pro­zess be­schleu­ni­gen, sind Con­tai­ner, Ser­ver­less Com­pu­ting, Mi­cro­ser­vice­sAr­chi­tek­tu­ren, APIs, Plat­form as a Ser­vice, Co­de-Sharing in Com­mu­nities, Platt­for­men und Markt­plät­ze so­wie Low-Co­de-En­vi­ron­ments, die zu ei­ner ra­sant stei­gen­den Zahl an Ent­wick­lern füh­ren sol­len.

Auch KI-Tech­no­lo­gi­en wer­den die Un­ter­neh­men und ih­re IT-Be­rei­che in gro­ßen Schrit­ten vor­an­brin­gen. Das be­trifft die Schnitt­stel­len zu Kun­den und Mit­ar­bei­tern (Cust­o­m­er und Em­ployee Ex­pe­ri­ence), IoT- be­zie­hungs­wei­se Edge-Ser­vices, En­ter­pri­se-An­wen­dun­gen so­wie kom­ple­xe Ba­ckend-Pro­zes­se. Zu Letz­te­ren ge­hö­ren et­wa Cy­ber­se­cu­ri­ty, der IT-Be­trieb, An­wen­dungs­ent­wick­lung- und -Ma­nage­ment so­wie die Supp­ly-Chain-Op­ti­mie­rung. Mit ih­ren Pro­gno­sen be­schrän­ken sich die Ana­lys­ten von IDC nicht auf 2019, son­dern sie rich­ten sich auf die nächs­ten drei bis fünf Jah­re. Wie bei Markt­for­schern üb­lich, sind die The­sen nicht all­zu ver­bind­lich for­mu­liert. Ei­ne Ori­en­tie­rung dar­über, was auf IT-Shops zu­kommt, ge­ben sie aber al­le­mal.

The­se 1:

Bis 2022 ba­sie­ren über 60 Pro­zent der na­tio­na­len Brut­to­in­lands­pro­duk­te (BIP) von In­dus­trie­län­dern auf di­gi­ta­ler Wert­schöp­fung. Die IT-In­ves­ti­tio­nen wer­den sich auf sie­ben Bil­lio­nen Dol­lar sum­mie­ren.

Laut IDC hat das di­gi­ta­le Zeit­al­ter be­gon­nen: Füh­rungs­kräf­te in al­len Un­ter­neh­men set­zen die Di­gi­ta­li­sie­rung ganz nach oben auf ih­re Prio­ri­tä­ten­lis­te. Or­ga­ni­sa­tio­nen, die zu spät dran sind, müs­sen sich mit an­de­ren Nach­züg­lern um schrump­fen­de An­tei­le an tra­di­tio­nel­len Märk­ten strei­ten. IDC hat bis­lang mehr als 600 Use Ca­ses für die di­gi­ta­le Trans­for­ma­ti­on

in 16 In­dus­tri­en iden­ti­fi­ziert. Die Zahl steigt der­zeit ex­po­nen­ti­ell. Je­des Un­ter­neh­men in je­der In­dus­trie ist be­trof­fen. „Die Di­gi­ta­li­sie­rung ist wie ei­ne Uhr, die im Kopf ei­nes je­den CEO laut tickt“, schreibt IDC. Das Ren­nen sei in vol­lem Gang. Die Ana­lys­ten glau­ben, dass „di­gi­ta­les Den­ken“zur Kern­qua­li­fi­ka­ti­on je­des Ma­na­gers wer­den muss.

Der C-Le­vel kann die Ent­schei­dun­gen nicht an sein IT-Team aus­la­gern. Der Ein­fluss auf das Un­ter­neh­men ist so ge­wal­tig, dass die­se Auf­ga­be nicht an den CIO oder ei­nen Chief Di­gi­tal Of­fi­cer (CDO) ab­ge­la­den wer­den kann. IDC emp­fiehlt, ei­ne Ge­schäfts­stra­te­gie rund um die di­gi­ta­le Trans­for­ma­ti­on zu ent­wer­fen und ei­ne lang­fris­ti­ge Road­map auf­zu­stel­len, um die for­mu­lier­ten Zie­le mit den rich­ti­gen Use Ca­ses nach und nach zu er­rei­chen. Gleich­zei­tig gel­te es, ei­ne in­te­grier­te Tech­no­lo­gie­ar­chi­tek­tur ein­zu­zie­hen. Die Au­gu­ren spre­chen von ei­ner „Di­gi­tal-Na­ti­ve-IT“, die der Tat­sa­che ge­recht wer­de, dass IT zum zen­tra­len Ner­ven­sys­tem und Wert­schöp­fungs­he­bel ge­wor­den ist.

The­se 2:

Bis 2023 wer­den drei Vier­tel al­ler IT-Aus­ga­ben auf jün­ge­re The­men wie Cloud und Mo­bi­le Com­pu­ting, Big Da­ta, künst­li­che In­tel­li­genz (KI), Ro­bo­tics, In­ter­net of Things (IoT), 3D-Druck, Mi­xed Rea­li­ty etc. ent­fal­len.

IDC spricht schon län­ger von den „3d Plat­form Tech­no­lo­gies“. Die Ana­lys­ten wol­len da­mit sa­gen, dass sich das Le­ga­cy-Pro­blem all­mäh­lich er­le­digt und im­mer mehr Mit­tel für Tech­no­lo­gi­en auf­ge­wen­det wer­den, die in den Jah­ren nach 2007 auf­ge­kom­men sind. Be­trie­be, die in der glo­ba­li­sier­ten Wirt­schaft be­ste­hen wol­len, bau­en ih­re IT-Um­ge­bun­gen rund um die neu­en Tech­no­lo­gi­en der drit­ten Platt­form auf. Ih­re äl­te­ren Sys­te­me be­ur­tei­len sie da­nach, ob sie in der neu­en Welt be­ste­hen kön­nen, oh­ne die­se zu be­ein­träch­ti­gen. Rund 46 Pro­zent der Fir­men sind laut IDC be­reits „di­gi­tal de­ter­mi­niert“, das heißt, sie ha­ben ei­ne in­te­grier­te di­gi­ta­le Stra­te­gie und Ar­chi­tek­tur. Da­zu ge­hö­ren Cloud-zen­tri­sche Ser­vices, in­ten­si­ve Agi­le- und De­vOps-Er­fah­rung, ei­ne tie­fe Ver­net­zung mit di­gi­ta­len Platt­for­men und Com­mu­nities so­wie ein Fo­kus auf in­te­grier­tes Da­ten-Ma­nage­ment.

Laut IDC muss die Stra­te­gie für je­des Un­ter­neh­men „Cloud first“sein. Um dort­hin zu ge­lan­gen, sind lang­jäh­ri­ge IT-Part­ner nicht mehr un­be­dingt die rich­ti­ge Adres­se. Es kom­me dar­auf an, ob sich die­se Weg­ge­fähr­ten schnell ge­nug wei­ter­ent­wi­ckel­ten. „Ei­ni­ge eta­blier­te An­bie­ter wer­den ins Stol­pern ge­ra­ten und fal­len“, so die Pro­gno­se. Die Ana­lys­ten emp­feh­len, die neue tech­ni­sche Ar­chi­tek­tur sorg­fäl­tig aus­zu­ar­bei­ten, so dass auf die­ser Ba­sis die Trans­for­ma­ti­ons­in­itia­ti­ven der nächs­ten drei bis fünf Jah­re un­ge­fähr­det statt­fin­den kön­nen. „Die Ar­chi­tek­tur ist der Schlüs­sel für den lang­fris­ti­gen Er­folg der ge­sam­ten Or­ga­ni­sa­ti­on“, heißt es. Star­ke Ve­rän­de­run­gen bei In­fra­struk­tur, Soft­ware-St­ack, Ent­wick­lungs- und De­ploy­ment-Tools, Si­cher­heit, IT-Be­trieb, Ven­dor-Ma­nage­ment etc. sei­en für vie­le Be­trie­be un­um­gäng­lich. Auch müs­se die „Buildor-buy-Fra­ge“neu ge­stellt wer­den: In vie­len Tech­no­lo­gie­ka­te­go­ri­en wird laut IDC künf­tig eher ge­kauft als ge­baut, was zu ei­ner ver­än­der­ten Sour­cing-Stra­te­gie füh­re.

The­se 3:

Bis 2022 wer­den mehr als 40 Pro­zent der Un­ter­neh­men in ih­rer Cloud-Stra­te­gie auch Edge-In­fra­struk­tu­ren be­rück­sich­ti­gen. Ein Vier­tel der End­ge­rä­te und -Sys­te­me wird laut IDC KI-Al­go­rith­men aus­füh­ren.

„Die Ser­vice-De­li­very und -Exe­cu­ti­on wird auf Cloud-In­fra­struk­tu­ren und Platt­form­diens­ten auf­set­zen, die hy­bri­de Mul­ti-Cloud-De­ploy­ments un­ter­stüt­zen“, heißt es bei den Markt­for­schern. Ei­ne Mi­schung aus Pu­blic Cloud, Hosted Pri­va­te Cloud, lo­ka­len On-Pre­mi­se­An­wen­dun­gen und zu­neh­mend auch Ed­geLo­ka­tio­nen wer­de ty­pisch. Die de­zen­tra­le Edge-In­fra­struk­tur ent­ste­he dort, wo die Nä­he zu IoT-Ge­rä­ten und -Da­ten­quel­len zwin­gend sei. In die­ser ver­teil­ten IT-Welt wer­den Con­tai­ner und Con­tai­ner-Ma­nage­ment-Platt­for­men zu ei­ner grund­le­gen­den Tech­no­lo­gie. IDC er­war­tet, dass in ei­ner ver­teil­ten Edge-Clou­dUm­ge­bung häu­fi­ger KI-Ser­vices be­reit­ge­stellt wer­den. Zu­dem sol­len die „End­point-De­vices“bis 2022 im­mer in­tel­li­gen­ter wer­den. Oft wer­den Al­go­rith­men lo­kal trai­niert, da sie auf vor Ort er­zeug­ten Da­ten und In­sights ba­sie­ren.

Wie IDC vor­her­sagt, wer­den Un­ter­neh­men mehr und mehr dar­in kon­kur­rie­ren, ei­nen um­ge­hen­den Zu­griff auf re­le­van­te Da­ten zu be­kom­men und so schnel­ler zu ent­schei­den – am liebs­ten in Re­al­time. Edge-Da­ten müs­sen da­her nicht nur in der lo­ka­len Ver­ar­bei­tung ver­füg­bar sein, son­dern auch in den zen­tra­len Re­chen­zen­tren. Die Netz-Con­nec­tivi­ty wird in sol­chen ver­teil­ten IT-Wel­ten viel wich­ti­ger, ins­be­son­de­re dort, wo ei­ne gro­ße Band­brei­te an ver­schie­de­nen Edge-Ge­rä­ten und -Sys­te­men zum Ein­satz kommt. Die Au­gu­ren war­nen, dass es schwie­ri­ger wer­de, ei­ne gu­te Cust­o­m­er Ex­pe­ri­ence am Edge zu ga­ran­tie­ren als aus dem zen­tra­len Da­ta Cen­ter her­aus, wo Hoch­ver­füg­bar­keit selbst­ver­ständ­lich ist.

An­wen­der soll­ten Kom­pe­ten­zen für ei­ne ver­teil­te Land­schaft auf­bau­en, in der sie

Edge-Sys­te­me zu­ver­läs­sig, kos­ten­güns­tig und oh­ne gro­ße mensch­li­che In­ter­ak­ti­on be­trei­ben kön­nen. Da­zu wer­den sie IT-Lö­sun­gen der nächs­ten Ge­ne­ra­ti­on brau­chen. IDC emp­fiehlt, ro­bus­te An­wen­dun­gen mit au­to­no­men Funk­tio­nen und ers­ten Mög­lich­kei­ten der „Selbst­hei­lung“zu wäh­len. Wenn die IT Ser­vices über ei­ne Viel­zahl von Stand­or­ten hin­weg ma­nagt, sind Fern­über­wa­chung und Au­to­ma­ti­sie­rung un­er­läss­lich, um si­cher­zu­stel­len, dass die Be­triebs­kos­ten im Griff blei­ben.

The­se 4:

Bis 2022 wer­den neun von zehn An­wen­dun­gen auf der Ba­sis von Mi­cro­ser­vices-Ar­chi­tek­tu­ren ent­ste­hen. Da­für braucht es Fä­hig­kei­ten in Dis­zi­pli­nen wie De­sign, De­bug­ging, Up­dates und Nut­zung von Third-Par­ty-Co­de.

IDC spricht von „hy­per­agi­len Apps“, die Cloud­na­ti­ve ent­wi­ckelt wer­den, hoch­mo­du­lar und kom­bi­nier­bar sind und ei­nem per­ma­nen­ten Up­date-Pro­zess un­ter­wor­fen wer­den kön­nen. Sie las­sen sich be­son­ders schnell ent­wi­ckeln und be­reit­stel­len – in ei­ner Ge­schwin­dig­keit, die letzt­end­lich der Kun­de vor­gibt. „Tra­di­tio­nel­le An­wen­dungs­ar­chi­tek­tu­ren, be­trieb­li­che Ab­läu­fe und Ent­wick­lungs­ge­schwin­dig­kei­ten sind für die di­gi­ta­le Wirt­schaft un­brauch­bar“, war­nen die Markt­be­ob­ach­ter. Es ge­be schon gro­ße Un­ter­neh­men, die voll­stän­dig auf agi­le und De­vOps-Me­tho­den um­ge­stellt hät­ten und die da­für ver­füg­ba­ren Tech­no­lo­gi­en und Tools nutz­ten. Da­mit könn­ten sie In­no­va­tio­nen 50- bis 100-mal schnel­ler um­set­zen.

Die neue Welt der hy­per­agi­len Apps darf laut IDC aber nicht von den Le­ga­cy-An­wen­dun­gen iso­liert be­trach­tet wer­den. Nach und nach wür­den die En­ter­pri­se Apps von den hy­per­agi­len Apps ab­sor­biert. Die Mo­der­ni­sie­rung der An­wen­dungs­land­schaft in Rich­tung Cloud­na­ti­ve-Ar­chi­tek­tur voll­zieht sich in im­mer kür­ze­ren Pha­sen. Weil die Pro­dukt­an­ge­bo­te der Soft­ware­her­stel­ler rei­fer und die Skills der Sys­tem­in­te­gra­to­ren bes­ser wür­den, be­schleu­ni­ge sich die An­wen­dungs­mo­der­ni­sie­rung ent­spre­chend. Bis 2022 wer­den laut IDC mehr als ein Drit­tel al­ler An­wen­dun­gen „hy­per­agil“sein. Con­tai­ner und Mi­cro­ser­vices stel­len den IT-Be­trieb al­ler­dings auch vor Her­aus­for­de­run­gen. Es wird schwie­ri­ger, die Sys­te­m­ab­hän­gig­kei­ten in den An­wen­dungs­um­ge­bun­gen nach­zu­voll­zie­hen. IDC spricht auch von grö­ße­ren Her­aus­for­de­run­gen rund um Schwach­stel­len-Ana­ly­se und die Nach­voll­zieh­bar­keit von Da­ten­flüs­sen und Ser­vices in hy­bri­den IT-Land­schaf­ten. An­wen­der soll­ten sich da­her mit neu­en Mo­ni­to­ring- und Ma­nage­ment-Sys­te­men be­schäf­ti­gen, die mit Mi­cro­ser­vices-ba­sier­ten An­wen­dun­gen um­ge­hen kön­nen. Und sie soll­ten ei­ne Au­to­ma­ti­sie­rungs­stra­te­gie ent­wer­fen und im­ple­men­tie­ren.

Auch sei es emp­feh­lens­wert, den Zu­sam­men­halt zwi­schen Soft­ware­ent­wick­lung und Be­trieb zu stär­ken und die steu­ern­den Kenn­zah­len sorg­fäl­tig zu wäh­len. „Trans­for­mie­ren Sie De­vOps im Ein­klang mit neu­en Cloud-na­ti­ven Funk­tio­nen und Ent­wick­lungs­an­sät­zen“, so die Markt­for­scher. Es sei wich­tig, mit den Fach­be­rei­chen zu­sam­men­zu­ar­bei­ten, um die Le­ga­cyund Gre­en­field-Wor­kloads zu prio­ri­sie­ren und so­wohl die stra­te­gi­sche Be­deu­tung als auch die tech­ni­sche Mach­bar­keit ei­nes Um­baus zu er­mit­teln. Nicht je­der Wor­kload soll­te in ei­ner Cloud-na­ti­ve-An­wen­dung en­den.

The­se 5:

Bis 2024 wird welt­weit die Zahl der Ent­wick­ler um bis zu 30 Pro­zent stei­gen, weil die Tools ein­fa­cher und mäch­ti­ger wer­den. Un­ter­neh­men müs­sen in der La­ge sein, di­gi­ta­le Lö­sun­gen in ho­her Fre­quenz zu ent­wi­ckeln.

Da­zu gilt es, den Pool der Ent­wick­ler zu ver­grö­ßern. IT-Ab­tei­lun­gen sto­ßen hier an ih­re Gren­zen: Die Lis­te der Pro­fis, die sich auf Cust­om Scrip­t­ing spe­zia­li­siert ha­ben, ist meis­tens nicht all­zu lang. Al­so wird ei­ne neue Klas­se von Ent­wick­lern mit vi­su­ell ge­führ­ten Ent­wick­lungs­werk­zeu­gen, Low-Co­de- und

No-Co­de-Platt­for­men so­wie mo­dell­ge­trie­be­nen Werk­zeu­gen di­gi­ta­le Lö­sun­gen er­stel­len und ver­fei­nern. Ent­wick­ler, die nicht co­die­ren, son­dern eher kon­fek­tio­nie­ren, wer­den sich laut IDC ra­sant ver­meh­ren. Die­se neue Ka­te­go­rie füh­re zu ei­ner tief­grei­fen­den Trans­for­ma­ti­on in der De­mo­gra­fie: Die Ent­wick­ler­ge­mein­de wer­de sich bis 2024 um knapp ein Drit­tel ver­grö­ßern. Ne­ben klas­si­schen „Co­de­in­ge­nieu­ren“wer­den dann auch di­gi­tal af­fi­ne Sta­ke­hol­der im Busi­ness, Mit­ar­bei­ter aus dem Da­tenMa­nage­ment so­wie IT-Ope­ra­ti­ons-Fach­leu­te pro­gram­mie­ren.

Un­ter­neh­men brau­chen sol­che di­gi­ta­len In­no­va­to­ren, um die sich schnell än­dern­den Markt­an­for­de­run­gen ent­de­cken und be­die­nen zu kön­nen. Die Zu­sam­men­ar­beit von C- und Ja­va-Pro­fes­sio­nals mit die­sen Neu­ein­stei­gern wird ei­ne Her­aus­for­de­rung. Die New­co­mer wer­den Un­gleich­be­hand­lung in Form ei­nes ein­ge­schränk­ten Zu­gangs zu Da­ten und Un­ter­neh­mens­res­sour­cen kaum ak­zep­tie­ren. Da­her wird es nö­tig, die ent­spre­chen­den Po­li­cies neu zu ge­stal­ten und in ei­nem wei­ter ge­steck­ten Rah­men den Zu­gang zu er­mög­li­chen. Wenn ir­gend­wann je­der ein Ent­wick­ler wird, dann braucht es in­tel­li­gen­te au­to­ma­ti­sier­te Zu­gangs­sys­te­me zu den Un­ter­neh­mens­da­ten und -res­sour­cen im Self-Ser­vice.

Un­ter­neh­men soll­ten da­her pro­ak­tiv Go­ver­nan­ce-Re­geln for­mu­lie­ren, da­mit Soft­ware­ent­wick­lung kon­sis­tent und in wie­der­hol­ba­ren Pro­zes­sen ab­läuft. Die Grund­re­geln da­für müs­sen al­len im Un­ter­neh­men klar und zu­gäng­lich sein. Die neue Ent­wick­l­er­ge­ne­ra­ti­on braucht zu­dem ei­ne an­ge­mes­se­ne Füh­rung, Trai­ning und die Un­ter­stüt­zung von Men­to­ren. Auch soll­te sie früh­zei­tig mit der Cor­po­ra­te IT zu­sam­men­ge­führt wer­den. Mit der Per­so­nal­ab­tei­lung soll­ten die IT-Ver­ant­wort­li­chen die Bot­schaft be­kräf­ti­gen, dass die­se neu­en Ent­wick­ler mit den klas­si­schen Soft­ware­in­ge­nieu­ren auf Au­gen­hö­he agie­ren. Ei­ne Zwei­klas­sen­ge­sell­schaft ist das Letz­te, was Un­ter­neh­men hier ge­brau­chen kön­nen.

The­se 6:

Zwi­schen 2018 und 2023 wer­den welt­weit rund 500 Mil­lio­nen neue Ap­pli­ka­tio­nen ent­ste­hen – so vie­le wie in den ver­gan­ge­nen 40 Jah­ren zu­sam­men.

Da­zu tra­gen neue Tools und Platt­for­men, mehr Ent­wick­ler, agi­le Me­tho­den und die ver­stärk­te Wie­der­ver­wen­dung von Co­de bei. Die Ap­pEx­plo­si­on ist auf zwei Trends zu­rück­füh­ren: den ge­nann­ten Shift in Rich­tung hy­per­agi­ler App-Tech­no­lo­gi­en, Ar­chi­tek­tu­ren und Me­tho­den so­wie das ra­san­te An­wach­sen der Ent­wick­ler­po­pu­la­ti­on durch Low-Co­de- und No-Co­de-Um­ge­bun­gen. Ein drit­ter Trig­ger ist die Ver­füg­bar­keit ge­wal­ti­ger öf­fent­li­cher und pri­va­ter Co­de­be­stän­de. Ent­wick­ler ha­ben künf­tig zwei Op­tio­nen: neu­en Co­de schrei­ben oder sich Pro­gramm­bau­stei­ne be­schaf­fen – von Snip­pets bis hin zu kom­plet­ten Ser­vices. Die­se las­sen sich dann in grö­ße­re Ap­pli­ka­tio­nen in­te­grie­ren. In den nächs­ten fünf Jah­ren ist zu er­war­ten, dass neue An­wen­dun­gen zu­neh­mend durch das Sam­meln und Zu­sam­men­set­zen ver­füg­ba­rer Baustei­ne ent­ste­hen. Un­ter­neh­men soll­ten sich des­halb da­mit be­schäf­ti­gen, wie sie ex­ter­nen Co­de pro­fes­sio­nell auf po­ten­zi­el­le Schwach­stel­len ana­ly­sie­ren kön­nen. Die­ser muss den Qua­li­täts- und Funk­ti­ons­an­sprü­chen ge­nü­gen – ei­ne Auf­ga­be für Com­p­li­an­ce- und Tes­ting-Be­rei­che. Au­ßer­dem soll­te die in­ter­ne IT ein Re­po­si­to­ry mit sau­be­ren und hoch­wer­ti­gen Pro­gramm­bau­stei­nen und Ser­vices be­reit­stel­len.

KI-fä­hi­ge Ana­ly­se-Tools für De­vOps wer­den hel­fen, die stei­gen­de Kom­ple­xi­tät von De­ploy­ments in he­te­ro­ge­nen Mul­ti-Cloud-, On-Pre­mi­se- und Edge-Um­ge­bun­gen in den Griff zu be­kom­men. Hil­fe ist von der Flut an ro­bus­ten Ent­wick­ler­ser­vices durch die Cloud-Hy­per­s­ca­ler zu er­war­ten so­wie von den tech­ni­schen Fort­schrit­ten in den Be­rei­chen Ma­chi­ne Learning, Da­ten­ser­vices, Ana­ly­tics und IoT-Ser­vices. Die Ver­füg­bar­keit in­tel­li­gen­ter De­vOp­sTech­no­lo­gi­en wird laut IDC den Schu­lungs­auf- wand sen­ken, die Ef­fi­zi­enz der Ent­wick­ler ver­bes­sern und die pro­fes­sio­nel­le Zu­sam­men­ar­beit von Dev und Ops op­ti­mie­ren. IDC emp­fiehlt Un­ter­neh­men, agi­le De­vOps-An­sät­ze im gan­zen Un­ter­neh­men zum Stan­dard zu ma­chen. Sie müss­ten au­ßer­dem ler­nen, wie sich fer­ti­ge Pro­gramm­bau­stei­ne und Ser­vices in die ei­ge­nen An­wen­dun­gen si­cher in­te­grie­ren las­sen. Ei­ne Vor­aus­set­zung sei es, sich mit den Vor- und Nach­tei­len der ver­schie­de­nen OpenSour­ce-Li­zenz­mo­del­le zu be­fas­sen und her­aus­zu­fin­den, was die­se Li­zen­zen er­lau­ben.

The­se 7:

Bis 2022 wird ein Vier­tel der Pu­blic-Clou­dWor­kloads nicht mehr auf x86-Pro­zes­so­ren lau­fen. Gleich­zei­tig wer­den Un­ter­neh­men mehr Geld für bran­chen­spe­zi­fi­sche als für ho­ri­zon­ta­le Cloud-An­ge­bo­te aus­ge­ben. Es wird al­so so­wohl ei­ne Spe­zia­li­sie­rung am obe­ren als auch am un­te­ren En­de des St­acks ge­ben.

Auf der Hard­waree­be­ne kommt es zu ei­ner schnel­len Ver­brei­tung he­te­ro­ge­ner Ar­chi­tek­tu­ren, wo­für Ent­wick­lun­gen rund um Gra­fik­pro­zes­so­ren (GPUs), Field Pro­gramma­ble Ga­te Ar­rays (FPGAs) oder auch Quan­ten-Com­pu­ting ver­ant­wort­lich sind. Ins­be­son­de­re das Auf­kom­men von künst­li­cher In­tel­li­genz und Ma­chi­ne Learning hat ei­nen star­ken Ein­fluss auf die Pro­zes­sor­land­schaft in den Re­chen­zen­tren ge­habt. Lan­ge Zeit war die Hard­ware dort ho­mo­gen, x86-CPUs über­nah­men die meis­ten, manch­mal so­gar al­le Wor­kloads. Da jetzt aber KI neue An­for­de­run­gen an Par­al­lel­ver­ar­bei­tung stellt, nimmt die He­ter­or­ge­ni­tät der Pro­zes­so­ren zu. GPUs, FPGAs und spe­zia­li­sier­te Mul­tiCo­re-Chips für Par­al­lel­ver­ar­bei­tung (Many­co­re-Pro­zes­so­ren) be­schleu­ni­gen das Trai­ning der KI-Mo­del­le und die In­ter­fe­renz-Wor­kloads. Die­ser Trend wird sich bis 2022 mas­siv ver­stär­ken, dann wird ein Vier­tel der Re­chen­power von schnel­len Spe­zi­al-Ser­vern kom­men.

Vie­le die­ser neu­en Ser­ver wer­den auch Nich­tKI-An­wen­dungs­fäl­le aus­füh­ren, die mas­siv­par­al­le­les Com­pu­ting (MPC) er­for­dern. Für das KI-Seg­ment des MPC gibt es in­des ein stark wach­sen­des In­ter­es­se an der Ver­wen­dung von ASICs für die Be­rei­che Leis­tung und Ef­fi­zi­enz. Da­zu tra­gen Googles Ent­wick­lun­gen rund um die Ten­sorF­low Pro­ces­sing Units (TPUs) und die zu er­war­ten­den KI-Pro­zes­sor-Ent­wick­lun­gen an­de­rer Cloud-Play­er bei. Der Star­tupMarkt für KI-ASICs ist le­ben­dig, In­tel wird En­de 2019 eben­falls KI-ASICs her­aus­brin­gen. Sie kön­nen KI-Wor­kloads be­schleu­ni­gen und das Trai­ning von Mo­del­len ef­fi­zi­en­ter und öko­no­mi­scher ma­chen.

The­se 8:

Für ei­ne wach­sen­de Zahl von Apps und Ser­vices wird die Be­nut­zer­schnitt­stel­le KI­ge­steu­ert sein und Sprach-, Ges­ten- oder an­de­re For­men der Ein­ga­be er­mög­li­chen.

IDC glaubt, dass bis 2024 ein Drit­tel der heu­ti­gen Screen-ba­sier­ten Apps ab­ge­löst und durch KI-ba­sier­te Sys­te­me er­setzt sein wer­den. „AI is the new UI“, schrei­ben die Markt­for­scher. Es ge­he dar­um, auch in Zu­kunft die Kun­den­auf­merk­sam­keit zu er­gat­tern und die Pro­duk­ti­vi­tät der ei­ge­nen Mit­ar­bei­ter hoch­zu­hal­ten. Die gro­ße Ak­zep­tanz von Con­su­mer-Tools wie Goog­le As­sis­tant, Si­ri, Mi­cro­soft Corta­na und Ama­zon Ale­xa be­legt den Trend zu in­tel­li­gen­ten „Con­ver­sa­tio­nal As­sis­tant Sys­tems“. Mas­si­ve Fort­schrit­te bei Tech­ni­ken, die ge­spro­che­ne Spra­che ver­ar­bei­ten kön­nen, sor­gen dem­nach für ei­ne stei­gen­de Ak­zep­tanz von Vir­tu­al Di­gi­tal As­sis­tants und Chat­bots. Tools wie Goog­le Trans­la­te und Deepl über­set­zen ge­schrie­be­ne Spra­che im­mer bes­ser.

Die Kom­bi­na­ti­on von Sprach­er­ken­nung mit Su­che, Über­set­zun­gen, Ana­ly­tics und KI wird die Art und Wei­se, wie wir mit Com­pu­tern kom­mu­ni­zie­ren, re­vo­lu­tio­nie­ren, meint IDC. So wie Men­schen un­ter­ein­an­der re­den, wer­den sie in Zu­kunft auch mit Ma­schi­nen spre­chen. IDC weist in die­sem Zu­sam­men­hang dar­auf hin, das sich die De­mo­gra­fie der Kon­su­men­ten und Know­ledge Wor­ker än­de­re. Ver­tre­ter der Ge­ne­ra­tio­nen Y und Z ver­ei­nen ei­nen im­mer grö­ße­ren Teil der ar­bei­ten­den Be­völ­ke­rung auf sich. Für die­se User ist die na­tür­lich­spra­chi­ge Be­die­nung von End­ge­rä­ten nicht neu, wes­halb im­mer mehr En­ter­pri­se-An­wen­dun­gen Sprach­schnitt­stel­len er­hal­ten und Chat­bots selbst­ver­ständ­lich wer­den.

IDC warnt al­ler­dings vor der Kom­ple­xi­tät von Sprach­tech­no­lo­gi­en, sie müss­ten den Un­wäg­bar­kei­ten mensch­li­cher In­ter­ak­ti­on stand­hal­ten. Es han­de­le sich nicht um tra­di­tio­nel­le „So­lid-Sta­te“-Tech­no­lo­gi­en, die mit we­nig kon­ti­nu­ier­li­cher Über­wa­chung und Kon­trol­le be­trie­ben wer­den kön­nen. Un­ter­neh­men soll­ten ei­nen Plan ent­wi­ckeln, wann und wo sie sprach­ba­sier­te Sys­te­me ein­set­zen wol­len. Ge­mein­sam mit der Per­so­nal­ab­tei­lung und den ge­eig­ne­ten Fach­be­rei­chen gilt es auch, über ei­ne „Spra­che des Busi­ness“nach­zu­den­ken. Tat­säch­lich ist die Spra­che der Bots ele­men­tar wich­tig für das Mar­ken-Image.

The­se 9:

2022 wer­den 50 Pro­zent der Ser­ver-ba­sier­ten Stamm- und Be­we­gungs­da­ten ver­schlüs­selt sein. Über 50 Pro­zent der Si­cher­heits-Alerts wer­den KI-ge­stützt au­to­ma­ti­siert ge­ma­nagt. Und 150 Mil­lio­nen Men­schen wer­den Block­chain-ba­sier­te di­gi­ta­le Iden­ti­tä­ten be­sit­zen.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren ar­bei­te­ten Un­ter­neh­men mit di­ver­sen Ver­schlüs­se­lungs-Tools. Da­bei wur­den un­ter­schied­li­che Werk­zeu­ge für die je­wei­li­gen Da­ten-Pools ge­nutzt und un­term Strich nur we­ni­ge Da­ten über­haupt ver­schlüs­selt. Jetzt gibt es ei­nen Rich­tungs­wech­sel hin zu „Per­va­si­ve En­cryp­ti­on“: Ver­schlüs­se­lung er­fasst die ge­sam­te Platt­form ein­schließ­lich Da­ten­ban­ken, An­wen­dun­gen, Netz­ver­kehr und Da­tei­sys­te­men, Spei­che­r­ein­hei­ten, Sys­te­mLogs und APIs für die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Au­ßen­welt jen­seits der ei­ge­nen Platt­form.

IDC sagt vor­her, dass bis 2022 die Hälf­te al­ler Ser­ver-Platt­for­men ei­ne Art Per­va­si­ve En­cryp­ti­on auf Hard­ware und Be­triebs­sys­te­men lau­fen hat. Die KI wer­de die Ar­beit der Cy­berSi­cher­heits-Teams dra­ma­tisch ver­än­dern und ih­re Ef­fi­zi­enz in der Ab­wehr von Atta­cken si­gni­fi­kant er­hö­hen. Das sei wich­tig, denn in den nächs­ten fünf Jah­ren sei­en her­kömm­li­che Cy­ber-Si­cher­heits-Ar­chi­tek­tu­ren den sich ra­sant aus­wei­ten­den An­griffs­flä­chen (hy­bri­de Cloud-In­fra­struk­tu­ren, IoT, Mo­bi­le und De­vOp­sUm­ge­bun­gen) nicht mehr ge­wach­sen. In den nächs­ten drei bis vier Jah­ren wer­den An­bie­ter von Thre­at-Ma­nage­ment-Lö­sun­gen den Le­vel der Au­to­ma­ti­sie­rung deut­lich er­hö­hen, in­dem sie Ana­ly­tics, Ma­chi­ne Learning und an­de­re Da­ta-Sci­ence-Mo­del­le nut­zen, um Men­schen bei min­des­tens 50 Pro­zent der Thre­at-Ma­nage­ment-Er­eig­nis­se au­ßen vor zu las­sen.

Die Au­gu­ren er­war­ten wei­ter, dass über­prüf­ba­re di­gi­ta­le Iden­ti­tä­ten im gro­ßen Stil kom­men wer­den. Ei­ne über­ra­schend gro­ße Zahl von Men­schen kön­ne sich heu­te nicht di­gi­tal aus­wei­sen, so die Markt­for­scher. Mehr als 1,5 Mil­li­ar­den Per­so­nen sei­en da­mit im­mer noch von der Teil­nah­me an der Wirt­schaft des 21. Jahr­hun­derts aus­ge­schlos­sen. Sie kön­nen Fi­nanz-, Ge­sund­heits- oder Be­hör­den­ser­vices nicht nut­zen. Um die­ses Pro­blem an­zu­ge­hen, nut­zen man­che Re­gie­run­gen und nicht­staat­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen (NGOs) Block­chain­ba­sier­te Iden­ti­täts­diens­te, um den Bür­gern ei­ne Mög­lich­keit zu bie­ten, sich aus­zu­wei­sen. Block­chain-Tech­no­lo­gi­en ver­spre­chen die si­che­re Iden­ti­fi­ka­ti­on im Netz, ste­hen aber noch ganz am An­fang. Die An­for­de­run­gen an In­fra­struk­tur wie Spei­cher und Net­ze sind ge­ra­de bei gro­ßen Pro­jek­ten noch un­er­forscht. IDC mo­niert, dass es zu we­ni­ge Ta­len­te ge­be, die das Block­chain-The­ma voll ver­stan­den hät­ten.

The­se 10:

Bis 2014 wer­den die vier gro­ßen Pu­blic-Clou­dPlatt­for­men 80 Pro­zent der IaaS- und PaaSDe­ploy­ments hos­ten. Doch bis 2024 wer­den 90 Pro­zent der 1000 größ­ten Un­ter­neh­men auf Mul­ti­cloud- und Hy­brid-Tech­no­lo­gi­en set­zen, um den Lock-in-Ef­fekt ab­zu­fe­dern.

Wie schon in den ver­gan­ge­nen Jah­ren pro­gnos­ti­ziert, kon­so­li­diert sich die Markt­macht auf we­ni­ge Cloud-Me­ga­platt­for­men welt­weit. In man­cher Hin­sicht bringt das Vor­tei­le: Die In­no­va­ti­ons­kraft des Mark­tes bün­delt sich aus Sicht von Soft­ware­ent­wick­lern, Di­enst­leis­tern und an­de­ren Teil­neh­mern an Öko­sys­te­men um ei­ne be­grenz­te Zahl von Platt­for­men. Ei­ne un­pro­duk­ti­ve Frag­men­tie­rung wird ver­mie­den. Auf der an­de­ren Sei­te gibt die star­ke Macht­kon­zen­tra­ti­on den Kun­den das Ge­fühl, kei­ne Aus­wahl zu ha­ben und von ein oder zwei do­mi­nan­ten An­bie­tern ab­hän­gig zu sein. Für die nächs­ten vier bis fünf Jah­re ist zu er­war­ten, dass die Lock-in-Ef­fek­te eher schwä­cher wer­den. Die Ein­füh­rung in­te­grier­ter Hy­brid- und Mul­ti­cloud-Tools und -Stra­te­gi­en macht‘s mög­lich. Das ganz­heit­li­che Dis­tri­bu­ted-Clou­dMo­dell wird durch Con­tai­ner-Tech­no­lo­gi­en wie Ku­ber­ne­tes und Con­tai­ner-Ma­nage­men­tPlatt­for­men mas­siv un­ter­stützt. Die Cloud-Me­ga­platt­form-Play­er wer­den die­se Hy­brid- und Mul­ti­cloud-Funk­tio­nen un­ter­stüt­zen und die In­te­gra­ti­on der On-Pre­mi­se­und Edge-Lö­sun­gen der Kun­den er­mög­li­chen. Sie wer­den bei­spiels­wei­se Mul­ti­cloud-Sup­port für Ku­ber­ne­tes-Um­ge­bun­gen an­bie­ten. In den nächs­ten drei Jah­ren wird ei­ne in­te­grier­te Hy­brid- und Mul­ti­cloud-Ma­nage­ment-Stra­te­gie zu ei­ner Schlüs­sel­fä­hig­keit für Un­ter­neh­men.

An­wen­der soll­ten al­so ei­ne in­te­grier­te Hy­bridund Mul­ti­cloud-Stra­te­gie er­ar­bei­ten, um die Vor­tei­le der ein­zel­nen Pu­blic-Cloud-Platt­for­men nut­zen zu kön­nen. Wich­tig ist es, ein Ver­zeich­nis der ein­ge­setz­ten Ma­nage­ment-Tools zu pfle­gen, um den Über­blick zu be­hal­ten. Hy­bridund Mul­ti­cloud-Um­ge­bun­gen sind kom­plex. Oh­ne Au­to­ma­ti­sie­rung, gu­tes Mo­ni­to­ring und Ma­nage­ment sind sie kaum zu ver­wal­ten.

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