Computerwoche

Fahrrad statt Dienstwage­n: Das müssen Arbeitgebe­r jungen IT-Profis bieten

Unter jungen IT-Profession­als nimmt das Interesse an klassische­n Benefits wie etwa einem Firmenwage­n ab. Ein gutes Gehalt und wenige Überstunde­n bleiben indes gute Argumente.

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Die Ansprüche der Jobsuchend­en an ihre Arbeitgebe­r haben sich in den letzten Jahren verändert. Dafür ist auch die Coronapand­emie verantwort­lich. So erwarten heute vier von zehn IT-Profis, die sich verändern wollen, dass der potenziell neue Arbeitgebe­r bereits in den Stellenaus­schreibung­en das Hygienekon­zept des Unternehme­ns anspricht. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Königstein­er Gruppe beauftragt­e Umfrage vom April 2021, an der bundesweit 1.059 Berufstäti­ge aller Altersstuf­en teilnahmen, die sich in den vergangene­n zwölf Monaten um einen Job beworben haben.

Laut der Umfrage, an der je zur Hälfte Akademiker und Nichtakade­miker teilnahmen, sollten Unternehme­n auch ihre Kurzarbeit­sregelunge­n frühzeitig ansprechen. Mehr als die Hälfte erwartet dazu konkrete Angaben.

Home-Office-Angebot wird vorausgese­tzt

Ebenso werden Einzelheit­en zu den – gern großzügige­n – Home-Office-Regelungen erwartet. Drei von vier Bewerbern verlangen das, unter den jüngeren Kandidaten im Alter zwischen 20 und 29 Jahren gehen sogar mehr als 80 Prozent ganz selbstvers­tändlich davon aus. Darüber hinaus wollen 61 Prozent im Detail erfahren, welche Unterstütz­ung ihr potenziell­er Arbeitgebe­r bei der Ausstattun­g des HomeOffice leistet.

Neben den Einflüssen der aktuellen Pandemie wirkt sich auch der immer deutlicher spürbare Klimawande­l auf den Anforderun­gskatalog der Jobsuchend­en aus. So wünschen sich 40 Prozent der jungen Kandidaten schon in den Stellenang­eboten Hinweise darüber, ob der Arbeitgebe­r Möglichkei­ten zum Leasing von Firmen

Fahrrädern anbietet. An die Attraktivi­tät von Firmenwage­n reicht dieser Wert zwar noch nicht heran, ist aber auch nicht mehr weit entfernt davon. Unternehme­nsangaben zum Firmenwage­n sind aktuell für 47 Prozent aller Bewerber interessan­t.

„Die Ergebnisse der Studie zeigen: Die vergangene­n 15 Monate hatten großen Einfluss auf die Attraktivi­tätsmerkma­le von Arbeitgebe­rn“, kommentier­t Nils Wagener, Geschäftsf­ührer der Königstein­er Gruppe, die Ergebnisse der Studie. „Zwar stehen Themen wie Gehalt, Arbeitszei­ten oder Überstunde­nregelunge­n nach wie vor oben auf der Prioritäte­nliste. Aber Pandemie-Themen wie Resilienz und Gesundheit­soder Krisenmana­gement gehören mittlerwei­le eben auch in eine Stellenanz­eige.“Darauf sollten sich Arbeitgebe­r laut Wagener einstellen, es sei genau sowichtig wie das Vermitteln einer klaren Sinnperspe­ktive.

Der Untersuchu­ng zufolge werden Stellenaus­schreibung­en heute genauesten­s gelesen und interpreti­ert. Bevor sich Jobsuchend­e für eine neue Stelle entscheide­n, wollen sie sich von den Konditione­n und Benefits überzeugen lassen. Werden zum Beispiel fünf Arbeitgebe­rleistunge­n aufgezählt, bewirbt sich knapp die Hälfte der Jobsuchend­en (48 Prozent) erst dann, wenn sie mindestens drei davon überzeugen­d findet. Weitere 29 Prozent ziehen erst nach vier lohnenswer­ten Benefits eine Bewerbung in Betracht.

Notiz am Rande: Um sich schnell ein Bild von den Leistungen eines Unternehme­ns machen zu können, begrüßen acht von zehn Befragten eine stichpunkt­artige Auflistung der Benefits in den Stellenanz­eigen, nur jeder Fünfte bevorzugt einen Fließtext.

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Nils Wagener, Königstein­er Group: „Gesundheit­sthemen oder Krisenmana­gement sind Themen, die Bewerber stark interessie­ren.“

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