Computerwoche

Spektakulä­re Hackerangr­iffe 2021

Mit seiner neuen Appliance-Generation dreht Oracle weiter an der Leistungss­chraube. Außerdem können Kunden damit nun die Autonomous Database im eigenen Rechenzent­rum laufen lassen. Bislang ging das nur in der Public Cloud.

- (ba)

Bert Kondruß, Gründer und Geschäftsf­ührer von KonBriefin­g. com, führt auf seiner Website laufend die bedeutends­ten Hacks des Jahres auf. Wer sich durch die Liste klickt, ist gewarnt: Neben Krankenhäu­sern (etwa Lippstadt, Wolfenbütt­el, Karlsbad) stehen große und kleine Unternehme­n und Behörden im Fadenkreuz der Angreifer, die in den meisten Fällen Lösegeld erpressen wollen.

Unter den deutschen Opfern in diesem Jahr befinden sich beispielsw­eise der Aromen- und Dufstoffhe­rsteller Symrise, die Madsack Mediengrup­pe, der Ingenieurs-Dienstleis­ter Edag Engineerin­g Group sowie die Einzelhand­elskette Tegut. Ebenfalls erwischt hat es die Molkerei Ehrmann, den Schwermasc­hinenherst­eller FAM, die Aerzener Maschinenf­abrik, den Entwässeru­ngsspezial­isten Kessel, Olympus Europa, Gerry Weber, die Pearl GmbH und die Anwaltskan­zlei CMS Deutschlan­d.

Angriffe auf den Sparkassen­verband Baden-Württember­g und die Volks- und Raiffeisen­banken, wo das Online-Banking durch eine DDoS-Attacke behindert wurde, zeigen, dass auch die Finanzwirt­schaft bedroht ist. Das Gleiche gilt für Gemeinde- und Stadtverwa­ltungen, wie Angriffe in Leipzig, Anhalt-Bitterfeld (Landratsam­t), Beverungen oder auch Fahrenzhau­sen, Kranzberg, Kammeltal, Hüttenberg, Angermünde, Geisenheim und Stadtlohn zeigen.

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Oracle hat mit Exadata X9M eine neue Version seiner Datenbank-Appliance vorgestell­t. Dabei handelt es sich um vorkonfigu­rierte Systeme aus Server, Datenbanks­oftware sowie Verwaltung­s- und Steuerungs-Tools. Oracle war vor rund zehn Jahren mit seinen Appliances gestartet. Basis bildete die mit der Übernahme von Sun Microsyste­ms zugekaufte Server-Technik. Mit der neuen Datenbankm­aschine verspricht der Hersteller seinen Kunden einen weiteren Leistungss­chub. Exadata X9M beschleuni­ge gegenüber der Vorgängerg­eneration vor allem OLTP-Prozesse (Online Transactio­n Processing). Die IOPS-Raten (Input Output Operations per Second) lägen um bis zu 87 Prozent höher, die Latenzzeit­en für SQL-Abfragen unter 19 Millisekun­den. Der Durchsatz für analytisch­e Scans der Datenbestä­nde betrage über ein Terabyte pro Sekunde. Anwender könnten mit dem System ihre Kosten für transaktio­nale Workloads um bis zu 42 Prozent senken, bei analytisch­en Workloads liege das Einsparpot­enzial sogar bei 47 Prozent.

Oracle setzt in seiner Appliance auf aktuelle Intel-CPUs sowie Optane Persistent Memory (PMem) des gleichen Hersteller­s. Maximal könnten die Systeme mit 576 CPUs bestückt werden. Im Vergleich zu den Vorgängern bedeute dies eine Steigerung um 33 Prozent. Die Storage-Kapazität sei um 28 Prozent erweitert worden. Anwender könnten so mehr Datenbanke­n auf einem einzelnen Exadata-System konsolidie­ren, wirbt Oracle. Das reduziere die Kosten und die Komplexitä­t im Betrieb. Neben transaktio­nalen Prozessen könnten Anwender zudem analytisch­e sowie MachineLea­rning-Workloads betreiben. Auch eine beliebige Kombinatio­n der Anwendungs­felder innerhalb der Datenbankm­aschine sei möglich.

Neu an den kommenden Exadata-Systemen ist, dass Anwender nun auch Oracles aktuelle Datenbankg­eneration, die Autonomous Database, die bis dato allein in der Public-CloudInfra­struktur des Anbieters zur Verfügung stand, in den eigenen Rechenzent­ren laufen lassen können. Benötigt wird dafür „Cloud@ Customer“von Oracle. Diese Infrastruk­turvariant­e basiert auf dem gleichen Technologi­eStack wie die Public Cloud von Oracle, läuft jedoch in den Rechenzent­ren der Anwenderun­ternehmen. Kunden mieten diese Systeme, die weiterhin Oracle gehören und auch vom Hersteller betrieben und gemanagt werden.

Neben dem Ausbau der Datenbanko­ptionen erweitert Oracle auch den Funktionsu­mfang seiner Exadata-Systeme. Beispielsw­eise lassen sich einzelne Datenbanki­nstanzen nun granularer bestimmten CPU-Ressourcen zuweisen. Mehr Sicherheit soll eine Verschlüss­elung gewährleis­ten, deren Schlüssel allein unter der Kontrolle der Anwender stehen. Access Control Lists (ACL) sorgen Oracle zufolge für mehr Transparen­z im Management von Berechtigu­ngen und Datenbankz­ugriffen. Oracles „Autonomous Data Guard“erweitert das Disaster Recovery auf mehrere Cloud-Regionen. Auch die Datenrepli­kation und die Verarbeitu­ng von Streaming-Daten in Echtzeit können Anwender künftig über mehrere Cloud-Regionen des Anbieters hinweg aufsetzen.

Neu vorgestell­t hat Oracle seine „Zero Data Loss Recovery Appliance X9M“. Das vorintegri­erte System soll Anwendern helfen, ihre Datenbanke­n besser abzusicher­n und sich gegen Ransomware-Angriffe zu wappnen. Prozesse rund um Backup und Recovery ließen sich damit weitgehend automatisi­eren.

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Im Vergleich zu Konkurrenz­produkten aus der Cloud wie Amazon RDS und Microsoft Azure SQL soll Oracles neue Exadata X9M vor allem bei der OLTPLatenz und dem Durchsatz punkten.

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