Computerwoche

Die „Employee Experience“ist zu oft unterirdis­ch

Wenn es stimmt, dass sich heute Unternehme­n um Talente bewerben und nicht mehr umgekehrt, dann wird es Zeit, dass die Betriebe diesen Umstand akzeptiere­n und sich mehr Mühe geben.

- Herzlich, Ihr Heinrich Vaske, Editorial Director Heinrich Vaske, Editorial Director

Die eigenen Mitarbeite­rinnen und Mitarbeite­r seien das wichtigste Kapital und der Garant für den zukünftige­n Geschäftse­rfolg – dieser Satz darf in keinem Managervor­trag fehlen. Gespräche mit Beschäftig­ten aus denselben Firmen ergeben aber oft ein anderes Bild: In vielen Firmen (er)kennen die Verantwort­lichen ihre Talente gar nicht und haben auch keinen Plan, etwas daran zu ändern.

Spricht man die Manager darauf an, verweisen sie auf ihre vermeintli­ch wohlorgani­sierten Personalab­teilungen, in denen in Wirklichke­it vieles so läuft wie vor Jahren: das Rekrutiere­n, Bezahlen, Weiterbild­en und manchmal auch Loswerden von Beschäftig­ten bestimmt den Alltag. Das wird auch nicht besser, wenn man sich das Etikett „Employee Experience Management“anheftet. Fragen Sie doch mal Ihre Führungskr­äfte und Personalch­efs, wer die Leistungst­räger im Hause sind und was sie tun, um diese glücklich zu machen. Was wird unternomme­n, um die Besten zu halten (siehe Seite 40)? Und was geschieht, um sich für IT-Talente aus anderen Betrieben in Szene zu setzen? Obstkorb und Tischkicke­r reichen da einfach nicht aus.

In Zeiten des vielzitier­ten War for Talents gibt es zu viele Fragen, auf die Management- und Personalab­teilungen keine guten Antworten haben. Und das wiegt umso schwerer, als gerade junge Talente Zuwendung und klare Antworten erwarten. Nachhaltig­keit, Diversity, mobiles Arbeiten – gern in einer Viertagewo­che – all das sind Themen, mit denen sich Unternehme­n beschäftig­en müssen. Noch wichtiger ist aber das individuel­le und ehrlich gemeinte Eingehen auf und Entwickeln von Talenten. Zu oft sind die Unternehme­n noch nicht so weit, aber sie sollten sich beeilen. Die Bewerberin­nen und Bewerber haben die freie Auswahl.

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